KVINDEN I BURET

Zitat entfällt.

Kvin I Buret (Erbarmen) ~ DK/D/S/NO 2013
Directed By: Mikkel Nørgaard

Beinahe ein Jahr nach einem verpatzten Einsatz inklusive lebensbedrohlichem Kopfschuss kehrt der Kopenhagener Vizeinspektor Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) an die Arbeit zurück. Sein ohnehin immens verschlossenes Wesen ist seit dem Unfall noch garstiger geworden und man traut ihm den Einsatz im Morddezernat nicht weiter zu. Stattdessen soll Mørck das neu gegründete „Dezernat Q“ übernehmen, dessen Aufgabe es ist, verjährte und als ungelöst geltende Fälle zu den Akten zu nehmen. Gemeinsam mit seinem arabischsstämmigen Partner Assad (Fares Fares) macht sich der deprimierte Mørck an die Arbeit und entdeckt sogleich eine ihn stutzig machende Akte: Die Politikerin Merete Lyngaard (Sonja Richter) soll vor fünf Jahren Selbstmord begangen haben, indem sie sich über die Reling einer Fähre in die Ostsee stürzte. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Mørck ist sich sicher, dass von einem Suizid Lyngaards keine Rede sein kann und er macht sich gemeinsam mit Assad auf, in die Vergangenheit des Opfers einzutauchen…

Der skandinavische Kriminalroman zählt seit etwa Mitte der neunziger Jahre zu den beliebtesten Belletristik-Gattungen in Westeuropa. Regelmäßig führen entsprechende Ergüsse die Bestsellerlisten an und Figuren wie die des knarzigen Ermittlers Kurt Wallander oder der Hackerin Lisbeth Salander sind in etlichen Bücherregalen auch hierzulande gehegte Stammcharaktere. Die Titel-„Übersetzungen“ pflegen die wohlbekannte Tradition der Einwörter; kurz, knackig, einprägsam und so auch für den Gelegenheitsleser umweglos einzuordnen. Müßig zu erwähnen, dass der Weg zu den ohnehin naheliegenden Filmadaptionen kein weiter war, respektive ist.
Das noch relativ junge Polizistenduo Mørck/Assad ist auf dem Mist des Dänen Jussi Adler-Olsen gewachsen und schlägt sich seit 2008 durch inzwischen sechs literarische Fälle, die dem typischen Profil des Genres entsprechen: Hervorragende Kriminalisten mit brillantem Gespür für ihre Tätigkeit und zumeist probelmatischem psychischen Background begeben sich in unfassbare Sphären von Perversion und Korruption, die nicht selten Mitglieder hochrespektabler Gesellschaftsschichten involvieren: Wirtschaftsbosse und Manager, Anwälte, Kleriker und Dynastiesprösslinge entpuppen sich da oftmals als abgründige Psychopathen. Die ersten drei Bände um das Sonderzernat Q sind bis dato verfilmt worden und weil ich Lust auf straighte Krimis hatte und mich gestern ohnehin erkältungsbedingt nur zwischen Couch und Bett bewegen konnte, habe ich sie mir in direkter Folge gegeben. Eine im Nachhinein betrachtet gute Entscheidung. Zwar bewegt sich gleich die erste Adaption „Kvinden I Buret“ („Frau im Käfig“) wie seine artgenössischen Vorgänger in formaler Hinsicht eindeutig auf dem hinlänglich beackerten Terrain düsterer US-Thriller, wie sie seit „The Silence Of The Lambs“ und spätestens „Se7en“ fest installiert sind, der Plot jedoch – und um nichts anderes geht es in diesen nicht unbedingt konzentrationsbindenden Filmen schließlich – findet sich spannend und schlüssig dargelegt. Narrativer Mätzchen enthält sich Nørgaards Film und trifft stattdessen die klare Entscheidung, seine Agenda kurzweiligen storytellings konsequent durchzuboxen. Das ergibt zwar weder einen Meilenstein für die Sparte en gros oder die diversen, gestriffenen Subgenres, beschert jedoch zweckhaftes Entertainment. Das kann manchmal mehr sein als man zunächst glaubt.

7/10

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