A GUNFIGHT

„You stay the hell away from me, ya hear?“

A Gunfight (Rivalen des Todes) ~ USA 1971
Directed By: Lamont Johnson

Das Schicksal führt den berühmten, alternden Gunslinger Abe Cross (Johnny Cash) ausgerechnet in jenes Städtchen, in dem sein ebenfalls legendäres Pendant Will Tenneray (Kirk Douglas) sich mit Frau Nora (Jane Alexander) und Sohnemann Bud (Eric Douglas) zur Ruhe gesetzt hat. Die beiden Revolverhelden sind sich bislang nie begegnet, die Stadtbewohner jedoch sind sich sicher, dass es bis zu einem Duell nicht lang hin sein kann. Während über Cross der Pleitegeier kreist, verdient Tenneray sich seinen spärlichen Verdienst im Saloon von Marv Green (Dana Alcar), wo er die Leute zum Saufen animiert und alte Geschichten zum Besten gibt. Als sie sich schließlich begegnen, sind Cross und Tenneray sich eigentlich viel zu sympathisch, um sich zu schießen, doch die Idee, aus einem öffentlichen Duell Kapital zu schlagen, ist allzu verlockend, zumal eine Stierkampfarena jenseits der Grenze hinreichend wettkräftiges Publikum fasst. Die Männer kommen überein, ein Duell auf Leben und Tod zu begehen, nach dessen Ausgang dem Gewinner alles zukommt.

Unabhängig finanziert, darunter mit rettenden Geldern des Stammes der Jicarilla-Apachen, ist „A Gunfight“ einer der elegischen Spätwestern, wie sie in dieser Zeit legionär entstanden: Ein Abgesang auf die Nostalgie und Romantik der alten Flamboyanz, wie ihn der US-Genrefilm von seiner Entstehung an bis in die Mitte der sechziger Jahre hinein so glänzend kultiviert hatte. Nun wurden die Helden langsam alt und müde; Kirk Douglas etwa (der in knapp zwei Wochen seinen 100. feiert) war mit 55 nicht mehr der Jüngste und mit Johnny Cash, 16 Jahre jünger aber mindestens ebenso alt ausschauend wie Douglas, wurde ein einschlägiger Musikus als sein Freund und Gegner verpflichtet. Regisseur Johnson arbeitete vornehmlich fürs Fernsehen und macht nur wenig Anstalten, dies zu verhehlen: Seine Inszenierung ist weithin nüchtern und zielstrebig und kommt ohne besondere Ausreißer in diese oder jene Richtung aus. Monte Hellman hätte ebenfalls einen passenden Regisseur für das Sujet abgegeben, aber vielleicht wäre es ihm auch etwas zu geradlinig dahergekommen. Müßige Spekulation. Das titelspendende Duell zwischen den beiden völlig gleichberechtigt gegenübergestellten Protagonisten, das von einem interessanten Epilog flankiert wird (welcher dem Zuschauer in parallelisierter Form zwei mögliche Folgesituationen offeriert), bildet diesbezüglich allerdings eine Ausnahme: Wenn Cross und Tenneray sich in der Arena gegenübertreten, dann ist plötzlich der zuvor evozierte „Brot-und-Spiele“-Charakter des groß angekündigten Events vollkommen hinfällig; es bleibt schlussendlich das, was es ist: ein nüchterner, funktionalisierter Wettlauf zweier resignierter Fossile, nach dessen superkurzem Finish eines im Staub liegt und das andere ein paar Tausender verdient hat. Betont schmucklos und seltsam unbeteiligt ergibt der Gunfight, auf den zuvor alles, einschließlich dieses trockenen, kurzen, aber dennoch wichtigen Films selbst, hingearbeitet hat, einen formidablen Anti-Höhepunkt.

8/10

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