THE DESPERADOES

„A man can’t do much when he gets old except save his money.“

The Desperadoes (Aufruhr der Gesetzlosen) ~ USA 1943
Directed By: Charles Vidor

Der verschlagene Bankier Clanton (Porter Hall) hält die Kleinstadt Red Valley durch rücksichtslose Übervorteilungen der Bürger fest in Händen. Bei seinen krummen Unternehmungen, zu denen auch schonmal ein Auftragsraub des eigenen Kredithauses zählt, unterstützt ihn der bei den Leuten als kauziger Senior beliebte, tatsächlich jedoch kaum minder gerissene Onkel Willie McLeod (Edgar Buchanan). Just hat man den gesuchten Outlaw Cheyenne Rogers (Glenn Ford) herbestellt, um abermals die Bank zu überfallen, da läuft einiges für die beiden alten Halunken quer: Rogers entpuppt sich als alter Freund des hiesigen Sheriffs Upton (Randolph Scott), verliebt sich in Willies Tochter Allison (Evelyn Keyes) und beschließt daraufhin, ehrlich zu werden. Diesem Vorhaben stehen allerdings noch eine Hindernisse im Wege…

Der einzige von Charles Vidor inszenierte Western, mit zahlreichen Altstars aus den Stummfilmtagen der Gattung in Cameos angereichert, versteht sich seiner Thematik, die im Grunde ein gewaltiges, dramatisches Potenzial bereithält, als eher spaßiger Beitrag zum Genre. Für die Columbia war es die erste Technicolor-Produktion überhaupt und da setzte man auf Nummer Sicher gehend wohl ganz gezielt auf familientaugliches, gut gelauntes Entertainment. So ist Edgar Buchanan eher ein halber villain, so eine Art Long John Silver, der unter seiner langjährig gepflegten Brummigkeit irgendwo ein goldenes Herz verbirgt und sich am Ende reumütig der Justiz stellt. Ein Pendant hat er noch gleich dazu in Guinn ‚Big Boy‘ Williams, hierin einmal mehr als comic relief eingesetzt. Williams ist der heroe’s best buddy, ein etwas klobiger, dummer, aber herzensguter Kerl, der Haut und Fäuste aus Stahl besitzt (und nicht nur infolge dessen eine Vorstudie für die spätere Bud-Spencer-Typographie gibt) und lediglich die kleine Unart pflegt, ständig mit Sprengstoff herumspielen zu müssen, was ihm den schönen Spitznamen „Nitro“ eingetragen hat.
Interessanterweise spielt der die Besetzungsliste anführende Randolph Scott überhaupt keine Hauptrolle, sondern fungiert eher als beiläufiges Handlungselement; neben dem wie immer sehenswerten Buchanan ist vor allem der hier noch geradezu unverschämt junge Glenn Ford der Held der Geschichte. Immerhin ist es an ihm, den, wie der Film es mit etwas triefiger Symbolik gleich mehrfach ausformuliert, Weg von der „anderen Seite des Berges“ zurück anzutreten, sprich, seiner kriminellen Karriere zu entsagen. Natürlich gelingt ihm das nach einigen Irrungen und Wirrungen, die unter anderem eine zünftige Kneipenschlägerei beinhalten, auch und er darf am Ende das Mädchen ehelichen und seinen Kumpel, den von Scott gespielten Sheriff, stolz grienend zurücklassen, derweil Nitro und Onkel Willie vorübergehend einfahren, um ihre „kleinen“ Sünden abzubüßen. Und selbst daraus macht dieser abgesehen von seinen kleinen, filmhistorischen Besonderheiten leicht angestaubte Oldtimer noch einen Jokus.

7/10

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