HOUDINI

„People aren’t going to stand in line and watch me pull rabbits out of a hat!“

Houdini ~ USA 1953
Directed By: George Marshall

New York in den 1890ern: Der kleine Vaudeville-Magier Harry Houdini (Tony Curtis) lernt die Schülerin Bess Rahner (Janet Leigh) kennen und verliebst sich Hals über Kopf in sie. Nach ihrer Hochzeit besteht Bess darauf, dass Harry sich einen bodenständigen Job sucht, doch seine ganze Leidenschaft gehört der Zauberei und seinem Spezialfach, der Entfeselungskunst. Schließlich lässt sich Bess überreden, eine Passage nach Europa zu buchen, wo die Houdinis zu gefeierten Stars werden. Zurück in den Staaten gelingt es Harry, seinen Ruhm endlich auch auf das heimische Territorium auszuweiten.

Weniger als Biopic ist diese Abhandlung von Harry Houdinis Karrierejahren sehenswert, denn als schönes Kinostück vor historischem Ambiente. Herrlicher Technocolor-Einsatz, die Beschreibung der turbulenten Eheromanze der Houdinis (mitsamt realer Anbindung durch das tatsächliche Ehepaar Curtis in seinem ersten gemeinsamen von fünf Filmen) und die Liebeserklärung an die schillernde Parallelwelt der Sideshows, Vaudeville und Varietés machen „Houdini“ zu einem Paradestück binnen Hollywoods klassischer Studio-Produktion. Ebenso apodiktisch zeigt Marshalls Film allerdings auf, wie dessen Dramaturgien periodische Authentizität zu beugen und passend zu machen pflegten; Einige der berühmtesten Tricks Houdinis, wie etwa seine erstmalige Befreiung aus einer Zwangsjacke oder seine groß vorangekündigte Flucht aus einem Gefängnis von Scotland Yard werden in kurzepisodischen Abrissen gezeigt. „Houdini“ wird immer dann am Besten, wenn er die Liebäugelei des Illusionisten mit dem Übernatürlichen beschreibt, etwa, wenn er von dem zurückgezogen lebenden, deutschen Magier Johann Von Schweger hört, der angeblich verbotene Grenzen überschritten haben soll. Von „Entmaterialisierung“ ist da die Rede, einer paranormalen Technik, von der misstrauische Zeitgenossen behaupten, dass auch Houdini von ihr Gebrauch gemacht habe. So ist auch die Andienung von Von Schwegers seltsamem Faktotum Otto (Torin Thatcher), der nach dem Tode seines früheren Herrn ungefragt bei Houdini anfängt, hübsch unheimlich in Szene gesetzt. Houdinis höchst irdisch bedingten Tod infolge einer verschleppten Blinddarmentzündung erlebt man indes nicht mit, wenngleich gegen Ende entsprechende Andeutungen fallen.
Insgesamt ein sehr liebenswerter, fideler Film, dem man seine Produktion durch George Pal durchaus anmerkt.

8/10

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s