ROBIN AND THE 7 HOODS

„Oh boy! I’m a hood!“

Robin And The 7 Hoods (Sieben gegen Chicago) ~ USA 1964
Directed By: Gordon Douglas

Chicago zur Zeit der Prohibition. Nachdem der Emporkömmling Guy Gisborne (Peter Falk) die städtische Polizei in die Tasche gesteckt und dafür gesorgt hat, dass der alte Gangserpatriarch Big Jim Stevens (Edward G. Robinson) an seinem Geburtstag das Zeitliche segnet, schwingt er sich zum neuen Boss der Bosse auf und verlangt von sämtlichen Berufsgenossen saftige Gewinnbeteiligungen. Der Einzige, der sich weigert, mitzuspielen und Gisborne unverzagt entgegentritt, ist Big Jims Ziehson Robbo (Frank Sinatra). Zusammen mit seinen Leuten baut sich Robbo ein öffentliches Image als Wohltäter auf. Schließlich muss er nicht nur Gisborne Einhalt gebieten, sondern auch Big Jims machthungriger Tochter Marian (Barbara Rush)…

Zusammen mit Lewis Milestones zwei Jahre zuvor entstandenem „Ocean’s Eleven“ wohl DER große Rat-Pack-Film, der Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr. und Bing Crosby (im Zuge seines letzten Leinwandauftritts) bei dem zeigt, was die Herren mit am Besten konnten: Aus halbweltlichem Schmus eine locker-flockige Angelegenheit machen und dann darüber und dazu singen, tanzen und lachen.
Im Gegensatz zu Milestones Film ist „Robin And The 7 Hoods“ nun allerdings vor allem ein Musical mit ein paar wirklich schönen Gesangsnummern („My Kind Of Town“, „Mr. Booze“ und vor allem „Style“ zeigen die Vegas-Künstler in Bestform), das primär auf Äußerlichkeiten Wert legt. Dass das Ganze zudem als Gangster-Verballhornung der klassischen „Robin Hood“-Geschichten gedacht ist, gerät sehr rasch zur ignorierbaren Nebensache: Im Grunde erschöpfen sich die Analogien sowieso auf die Rollennamen der Mitspieler und die Tatsache, dass der (pseudo-)historische Guy von Gisbourne ebenso wie der im Film ein noch weitaus größerer Outlaw und Hundsfott war als sein Konkurrent Robin von Locksley.
Ansonsten konzentriert sich hier alles auf Manschetten und Gamaschen, gute Laune und flotte Rhythmen. Dabei ist die positiv anmutende Grundstimmung des Films in Wahrheit ebenso artifiziell wie seine gesamte Szenerie; die Dreharbeiten wurden nämlich von der Ermordung John F. Kennedys überschattet, von Sinatras Streit mit seinem vormaligen Freund und Kennedy-Schwager Peter Lawford, der wiederum auf einen abgesagten Besuch des Präsidenten bei Sinatra zurückging, sowie von der Entführung des damals 19-jährigen Frank Sinatra Jr.. Einige der am Film beteiligten Künstler äußerten im Nachhinein, dass die Fertigstellung und Veröffentlichung angesichts all dieser herben Störfaktoren einem Wunder gleichgekommen sei.

7/10

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