TROG

„Trog! Give me the ball!“

Trog (Das Ungeheuer) ~ UK 1970
Directed By: Freddie Francis

Bei der Erforschung einer unterirdischen Höhle stoßen drei junge Wissenschaftler (David Griffin, John Hamill, Geoffrey Case) auf einen Steinzeitmenschen (Joe Cornelius), der vor lauter Angst erstmal einen von ihnen erschlägt. Für die Anthropologin Dr. Brockton (Joan Crawford) ein gefundenes Fressen, erhofft sie sich doch, in dem auf wundersame Weise die Jahrtausende überdauertem Wesen das fehlende Glied in der Entwicklung zwischen Affe und Mensch gefunden zu haben. Sie kerkert „Trog“, wie sie den Höhlenmenschen kurz und sinnig tauft, in ihrem Labor ein und bringt ihm als Erstes bei, Kinderspielzeug aufzuziehen. Ganz und gar nicht lustig findet der Bauunternehmer und Kreationist Sam Murdock (Michael Gough) die jüngste Entwicklung und setzt alles daran, die „dämonische Kreatur“ erschießen zu lassen. Als Murdock schließlich selbst mit der Brechstange loszieht, bricht Trog aus und zieht eine blutige Spur hinter sich her…

„Trog“ gliedert sich ziemlich vortrefflich ein in die unikale Welle jener Brithorror-Filme, die nach dem sukzessiven Einbrechen der vormaligen Erfolge von Hammer und Amicus weg vom kostümbewährten, periodischen und hin zum modernen Grusel strebten; in denen eher die swingende Gegenwart ins Zentrum rückte und die vor allem heißestens mit glühendem camp liebzuäugeln pflegten. Allein die Verpflichtung Joan Crawfords, jener berüchtigten grande dame Hollywoods, die zuletzt bereits mehrfach in Gattungsfilmen, darunter einigen ausgewiesenen hag horrors aufgetreten war, spricht Bände. „Trog“ bildete ihr letztes Film-Engagement und noch immer scheint bezeichnend, wie sehr sich die alternde Diva um ein möglichst frisches Aussehen und den perfekten Sitz von Frisur und Kleidung gesorgt haben muss. Was man hat, weiß man ferner infolge Michael Goughs Beteiligung – ein weiterer elementarer Name der englischen Genre-Historie. Wie zumeist sonst  ist er auch hier als sadistischer Fiesling zu sehen, der den Troglodyten nur deshalb abgrundtief hasst, weil er eben da ist und schließlich mit einer Eisenstange auf ihn los geht. Nicht nur geht diese Attacke zu Goughs äußersten Ungunsten aus, er bringt Trog dadurch auch noch so sehr in Rage, dass er gleich noch ein paar mehr Leute erledigt, die seinen Weg durch das beschauliche Kleinstädtchen in Berkshire kreuzen.
Überhaupt nimmt sich stark an „King Kong“ orientierte Story [statt Fay Wray klaut das Monster gegen Ende ein formatgerechteres, kleines, blondes Mädchen (Chloe Franks)] ziemlich ominös aus: Zwar haut der (recht mittelmäßig maskierte) Höhlenmensch jeden rigoros kaputt, der ihm blöd kommt, andererseits versucht der Film mit der Crawford als stolzer Agentin unentwegt, Akzeptanz und Sympathie für den ja bloß seinen Instinkten gehorchenden Genossen zu evozieren. Dennoch berserkert Trog immer bunter, mit einem Opfer spielt er sogar „Leatherface in der Kühlkammer“. Man weiß am Ende gar nicht mehr, wohin denn nun. Eine völlig bananige Sequenz gewährt uns noch Einblick in Trogs visualisiertes, „evolutionäres Gedächtnis“, das ein paar aus Irwin Allens „The Animal World“ stammende Stop-Motion-Saurier zeigt, die erst gegeneinander kämpfen, um dann bei einem fetten Vulkanausbruch Hops zu gehen. Wie das zusammenpassen und was das überhaupt alles soll – die Frage aller Fragen. Als Schulfilm jedenfalls taugt „Trog“ eher weniger. Macht aber alles nix, denn hinreichend Vergnügen, Abwechslung, Spaß und Freude findet hier bei aller möglichen Verwirrung ein jeder, der sich für mindestens eines der oben aufgezählten Elemente erwärmt.

5/10

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