7 FACES OF DR. LAO

„I’m alive, and being alive is fantastic!“

7 Faces Of Dr. Lao (Der mysteriöse Dr. Lao) ~ USA 1964
Directed By: George Pal

Kurz nach der Jahrhundertwende: Das Städtchen Abalone in Arizona steht ohne es zu merken zur Gänze unter der Knute des rücksichtslosen Geschäftsmanns Clint Stark (Arthur O’Connell), der mit allen Mitteln versucht, die Bewohner zum günstigen Verkauf ihrer Grundstücke zu veranlassen, um Abalone für die bald durchziehende Eisenbahn attraktiv zu machen. Einzig der Zeitungsredakteur Ed Cunningham (John Ericson) und seine heimlich Angebetete, die verwitwete Lehrerin Angela Benedict (Barbara Eden), lassen sich von Starks eigennützigen Versprechungen nicht einlullen. Da kommt der Zirkus der uralten Chinesen Dr. Lao (Tony Randall) nach Abalone. Dabei handelt es sich keineswegs um einen gewöhnlichen Manegenzirkus, sondern um ein Panoptikum legendärer Sagenkreaturen, darunter der Zauberer Merlin, die Medusa und der Gott Pan. Jene Kreaturen führen den Leuten von Abalone durchweg ihre Fehler und Versäumnisse vor Augen, mit jeweils bahnbrechenden Effekten. Am Ende erkennen die Menschen, unter ihnen sogar Clint Stark, dass sich der Erhalt des zuvor so emsig Aufgebauten lohnt.

George Pals letztes Werk „7 Faces Of Dr. Lao“ ist, so abgedroschen diese Phrase anmuten mag, kein Film wie viele andere, au contraire: Er kreuzt auf ebenso kluge wie amüsante Weise Facetten der Disney-Real (bzw. Mix-)Filme mit typischen Westernmotiven und ausladender Fantasy zu einem übergebührlich engagierten, philanthropischen Kinostück, von dem es vor allem verwundert, dass sich bis heute niemand ein offensichtliches Remake bzw. eine Neuadaption des Romans von Charles G. Finney gewagt hat. Vielleicht hat man hier ausnahmsweise einmal den nötigen Respekt vor der unwiederbringlichen Stop-Motion-Magie und der sophistischen Originalität des Ursprungswerks, um es mittels auswechselbarer Computereffekte beliebig zu machen.
Star des Ganzen ist natürlich Tony Randall, der in (angeblich) siebenfacher Maskerade durch den Film tanzt, was jedoch nicht ganz der Wahrheit entspricht: Der schnurrbärtigen Riesenschlange (mit O’Connells Gesicht) leiht er im Original lediglich die Stimme und unter dem pelzigen Yeti-Kostüm steckt Peter, der muskulöse Sohn des Regisseurs. Absolut zentral ist aber ohnehin natürlich Randalls Interpretation der Titelfigur, die hinter der dringend notwendigen „Abalone Redemption“ steckt. Nicht nur, dass er (freilich unter steter Zuhilfenahme seine kleinen Mythen-Menagerie) den Bürgern des Städtchens ihre Unzulänglichkeiten und geheimen Wahrheiten offenlegt und auch noch die letzten, unverbesserlichen villains (Royal Dano, John Doucette) aus der Stadt jagt, sorgt er zudem für die längst überfällige Romanze zwischen Ed und Angela und spendiert Angelas kleinem Sohn Mike (Kevin Tate) das Abenteuer seines Lebens. Am Ende haben alle ihre Lektion erhalten (und gelernt), allen voran der geneigte Zuschauer, der mit „7 Faces Of Dr. Lao“ einem tadellosen Stück filmischer Herzlichkeit beiwohnen durfte.

9/10

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