ARRIVAL

„Non-zero sum game.“

Arrival ~ USA 2016
Directed By: Denis Villeneuve

Nachdem Außerirdische mit zwölf anscheinend baugleichen, annähernd eiförmigen Schiffen auf der Erde gelandet sind, stehen die führenden Nationen zunächst vor dem großen Problem der Kommunikationsaufnahme. Die geheimnisvollen Wesen aus dem All pflegen sich nämlich anders als wir mittels Rauchzeichen zu verständigen. Nachdem die Linguistikexpertin Louise Banks (Amy Adams) und der Physiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) vom Militär rekrutiert wurden, das in Montana gelandete Raumschiff nebst seiner Insassen zu untersuchen, beginnt ein langwieriger Prozess des Verstehenlernens. Da neben der Verständigung vor allem auch die Intentionen der Extraterrestrier mysteriös bleiben, fangen bald die ersten großen Nationen an, in Panik zu verfallen und die Landungen als kriegerische Provokation zu interpretieren. Man beginnt, mit Atomwaffen gegen die Aliens mobil zu machen, bis Louise den rettenden Einfall hat.

Nach seinem monumentalen Drogenkriegsthriller „Sicario“ und in Anbetracht des Bekanntwerdens der nahezu unstemmbaren Aufgabe, für das kommende „Blade Runner“-Sequel verantwortlich zu zeichnen, war ich dann doch ziemlich gespannt auf Denis Villeneuves „Arrival“. Die kürzlich erfolgte Betrachtung des Films fiel dann eher ernüchternd aus – hier kredenzt der mittlerweile hoch gehandelte Kanadier uns seine von eher larmoyant-trägem pacing geprägten Neuinterpretation zweier beleumundeter Genreklassiker, sprich: „The Day The Earth Stood Still“ und „Close Encounters Of The Third Kind“. Aus ersterem findet sich das Motiv der infolge multipler innerer Konflikte am Rande der Selbstzerstörung tänzelnden Erde wieder und der damit einhergenden, unmissverständlichen Warnung von „außerhalb“ (wobei die Mahnung an die Menschheit sich weniger durch gezielte Aufmerksamkeitslenkung durch die Außerirdischen ergibt, sondern schlicht durch deren enigmatische Anwesenheit bei uns); aus zweiterem der private, innere Konflikt der Protagonistin, die das einstige „Aussteigen“ von Richard Dreyfuss‘ Figur Roy Neary quasi uminterpretiert zu einem bewussten „Einstieg“ in eine sorgenvolle Zukunft. Der Clou von Eric Heisserers Script bzw. Ted Chiangs zugrunde liegender Story und damit das, was „Arrival“ abseits seiner sonstigen Eigenschaften eine spezifische Qualität verleiht, liegt freilich in der Entschlüsselung der Wahrnehmungsweise der Fremden: Durch sie, respektive durch Louise Banks‘ Bemühungen lernen wir Menschen nämlich das vierdimensionale Denken, also die Fähigkeit, jedwedes biographische Ereignis unabhängig von dem „Wann“ nach Belieben immer wieder durchleben zu können, was uns zwangsläufig auf eine wesentlich höhere interstellare Entwicklungsstufe hievt sowie ein ungleich bewussteres Durchdenken von Entscheidungen und Alternativen ermöglicht. Dass diesem ja durchaus hübschen philosophischen Ansatz allerdings ein eher langwieriges, inszenatorisch natürlich sauberes, aber eher emotionsentledigtes, fahlbildriges Tamtam nebst diffusen Eso-Anleihen vorausgeht, das empfand ich vor allem rückblickend als eher redundant. Wobei ich andererseits auch nicht festzustellen vermochte, wie man’s denn viel besser hätte machen mögen.

7/10

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