RED MOUNTAIN

„Unbelievable! A betrayer!“

Red Mountain (Die Hölle der roten Berge) ~ USA 1951
Directed By: William Dieterle

Colorado, 1865: Während der Sezessionskrieg in den letzten Zügen liegt, versucht der marodierende General William Quantrill (John Ireland), durch Paktschließungen mit Indianerhäuptlingen Boden für die fast bezwungene Südstaatenarmee gut zu machen. Der als ausgezeichneter Stratege geltende Captain Sherwood (Alan Ladd) soll in der Prärie zu Quantrill und seinen Leuten stoßen. Doch der unschuldig wegen Mordes am Bankier Braden (Dan White) verurteilte Goldsucher Lane Waldron (Arthur Kennedy) und seine Braut Chris (Lizabeth Scott) kommen Sherwood in die Quere, zumal dieser als tatsächlicher, wenngleich im Recht befindlicher Mörder sich für Waldron verantwortlich fühlt. Sherwood muss zu seinem ideologischen Leidwesen bald feststellen, dass Quantrill längst ein fanatischer Despot geworden ist, dem seine verqueren Ziele über alles gehen und der längst jedweden Blick für humane Gerechtigkeit eingebüßt hat. Zumal er sich längst in Chris verliebt hat, stellt sich Sherwood gegen die eigenen Leute…

William Dieterles – sieht man von seiner Aushilfsarbeit an King Vidors „Duel In The Sun“ ab – einziger Western (mit einigen von John Farrow inszenierten Sequenzen) lässt es bedauerlich erscheinen, dass der gebürtige Ludwigshafener nicht umtriebiger war in diesem Genre. Sein visuelles Gespür für Landschaften, für Technicolor und auch jenes für die teils widerstreitenden Beziehungen der Charaktere zueinander (das man insbesondere aus seinen vielen Biographien der dreißiger und vierziger Jahre kennt) entpuppen sich als hervorragender Zugewinn für das Sujet des Bürgerkriegswestern „Red Mountain“. Einmal mehr kreist dieser um den historischen William Quantrill, einen geächteten Konföderierten-Offizier, der sich an die Spitze einer relativ lose organisierten Gruppe von bushwackers setzte und paramilitärische Einsätze gegen die Union mit teils etlichen Zivilopfern leitete. Bezüglich der möglichen Authentizität der in „Red Mountain“ geschilderten Ereignisse darf man getrost von blühender Phantasie ausgehen: Weder dürfte Quantrill geplant haben, Indianerstämme unter dem Südstaatenbanner und gegen Lincoln zu vereinigen, noch hat Alan Ladd ihn auf dem Gewissen: Quantrill starb dort, wo er vornehmlich wirkte: In Kentucky, nachdem er mit seinen Männern in einen Hinterhalt der Blauröcke geraten war und von einem Unionssoldaten eine Kugel in den Rücken bekommen hatte. „Red Mountain“ schmückt das Ganze freilich sehr viel abenteuerlicher aus, was aber gar nicht stört. Wohl aber, zumindest etwas, die Tatsache, dass Ladd am Ende mit Lauren-Bacall-Lookalike Lizabeth Scott weiterziehen darf, nachdem sie ihren eigentlichen Galan Arthur Kennedy abgesägt hat und dieser den Heldentod sterben musste. Der gerechtigkeitsliebende Romantiker in mir kann derlei Wendungen einfach nicht leicht verdauen. Aber im Ernst: schöner Film.

8/10

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