ZANNA BIANCA

Zitat entfällt.

Zanna Bianca (Wolfsblut) ~ I/E/F 1973
Directed By: Lucio Fulci

Yukon zur Zeit des großen Goldrauschs: Das Schürferstädtchen Dawson leidet unter der Knute des despotischen Banditen Beauty Smith (John Steiner), der dafür sorgt, dass alle Funde der Claimbesitzer sofort in seinen Amüsierbetrieben landen. Ihm in die Quere kommen die beiden befreundeten Abenteurer Kurt (Raimund Harmstorf) und Jason (Franco Nero), die nicht nur den Mord an dem mit ihnen befreundeten Indianer Charlie (Daniel Martín) aufklären, sondern sich auch des treuen Schäferhundmischlings Wolfsblut annehmen, der Charlies Sohn Mitsah (Missaele) das Leben gerettet hat.

Überaus frei nach Jack Londons zugrunde liegendem Abenteuerstoff wurde hier verfahren, um ein wie es zu dieser Zeit üblich war, übernational-gemeinschaftliches Kinoprojekt zu stemmen, bei dem die Produktionsgelder aus allen möglichen Ländern kamen und schätzungsweise mindestens dreiundzwanzig verschiedene Sprachen zugleich am Set gesprochen wurden. Das hieraus zweifelsohne entstehende, heillose Chaos merkt man den Endresultaten stets nur selten an, was für die Routine und Professionalität spricht, mit der die Beteiligten regelmäßig zu Werke gegangen sein dürften. „Zanna Bianca“ (dessen Außenaufnahmen natürlich nicht in Nordwest-Kanada, sondern in Norwegen und Spanien entstanden), verfügt mit seiner Besetzung um Nero, Harmstorf, Steiner und darüberhinaus Virna Lisi, Carole André, Fernando Rey und Rik Battaglia also über ein kleines who’s who der damaligen Publikumslieblinge; deftige Auseinandersetzungen und ein schroffer, am harten Leben der Goldgräber orientierter Stil, der noch ein bisschen mit den letzten Euro-Western-Ausläufern liebäugelt, sorgten dafür, dass die angebliche „Familienfreundlichkeit“, die man einem London-Stoff ja irgendwie bereits gemeinhin unterstellt, mit obachtsvoller Vorsicht zu genießen war. Die Brunnemann-Synchro auf der anderen Seite lockerte mit ihren vertrauten, kleinen Flapsigkeiten die etwas dunkleren Momente des Films auf.
„Zanna Bianca“ wurde auch dank fortwährender TV-Einsätze ein schätzenswerter Achtungserfolg und vermutlich einer von Fulcis einträglichsten Filmen. Darüber, warum er in seiner Funktion als Regisseur, zumal etwa im Vergleich mit der direkten Vorgängerarbeit, dem Giallo „No Si Sevizia A Un Paperino“ bestenfalls eine verwässerte, dünne Signatur hinterlässt, bleibt mir heuer nur zu spekulieren bzw. durch das Fachpersonal zu erläutern. Vermutlich war er hier einfach zu sehr eingeschränkt durch Produktionsägide nebst Logistik und äußeren Bedingungen, um seine ganze ihm eigene, kreative Feuerkraft entfalten zu können.

6/10

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