THE LAST HORROR FILM

„Oh Vinny, you’re such a dreamer!“

The Last Horror Film (Love To Kill) ~ USA 1982
Directed By: David Winters

Vinny Durand (Joe Spinell) ist Taxifahrer in New York, leidenschaftlicher Filmfan und lebt bei seiner treusorgenden Mama (Filomena Spagnuolo). Außerdem ist er besessen davon, mit dem berühmten Horror-Starlet Jana Bates (Caroline Munro) einen eigenen Film zu inszenieren. Die große Chance, Jana für seine Idee zu begeistern, wittert er beim Filmfestival in Cannes, wo auch die schöne Scream Queen erwartet wird. Vinny reist kurzerhand an die Côte d’Azur und mischt sich unters Volk, Jana stets auf den Fersen. Doch zeitgleich mit Vinnys Ankunft beginnt ein irrer Serienkiller sein Tagwerk – steckt vielleicht doch mehr hinter Vinnys allseits belächelter Manie?

Mehr denn grundsymathischer Indie mit dem Herzen am goldrechten Fleck, der nachträglich ins Troma-Portfolio aufgenommen wurde, dort jedoch eigentlich nicht besonders gut hineinpasst. Der wie immer göttliche Joe Spinell und Caroline Munro, Biest und Schöne, begegneten sich hier abermals zu einem Stelldichein, wobei ihr ohnehin augenzwinkernd wirkender Status als Szene-Albtraumpaar sich hier noch zusätzlich durch die saftige Ironie des Scripts untermauert findet. Als Meta-Horrorfilm, der zudem mit dem Status des von der Kunst- undSzenewelt als drittklassig und schundig abgetanen Genres spielt, überzeugt „The Last Horror Film“ auch nach all den Jahren noch. Etliche guerillaartig entstandene Einblicke in und um die Cannes-Schickeria erweisen sich als kostbares Dokumentarmaterial; überall wird man etwa diverser Plakate und Aushänge zeitgenössischer Groß- („Mephisto“, „For Your Eyes Only“, „Chariots Of Fire“ etc. pp.) und Kleinproduktionen („Cannibal Holocaust“, „Possession“, „Horror Safari“ et. al.) oder sogar Stars (Isabelle Adjani, Marcello Mastroianni, Kris Kristofferson) gewahr. Spinell gibt sich ein paar Takte nach „Maniac“ wiederum redlich Mühe, den Publikumsverdacht hinsichtlich des Psychopathen auf seine Figur zu lenken, was infolge einschlägiger Vorerfahrung natürlich auch recht umweglos gelingt. Dass am Ende jedoch nicht seine Figur, sondern Janas Ex-Ehemann (Glenn Jacobson) sich als Bösewicht entpuppt und darüber hinaus das Ganze zuvor Gesehene als bereits fertiggestellter Film Vinnys vorgestellt wird, was Spinell und seine (auch tatsächliche) Mutter mit dem entspannten Konsum eines Joints „kommentieren“, entbietet einen grandiosen Kommentar aller am Film Beteiligten, den man auch als liebevoll gereckten Mittelfinger verstehen kann: „Wir beißen nicht. Wir wollen auch bloß ein bisschen Spaß haben.“
Toll!

9/10

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2 Gedanken zu “THE LAST HORROR FILM

  1. Mehr denn grundsymathischer Indie mit dem Herzen am goldrechten Fleck, der nachträglich ins Troma-Portfolio aufgenommen wurde, dort jedoch eigentlich nicht besonders gut hineinpasst.

    Das Schicksal teilt er ja mit SCREAMPLAY, an den mich dein Artikel auch sonst erinnert hat. Kennst Du den zufällig und kannst einen Vergleich ziehen?

    Hm, jetzt muss ich mal was loswerden. Ich hoffe, Du bist mir nicht böse, aber ich finde es dämlich, eine ganze Woche lang nichts zu veröffentlichen und dann 9 Artikel an einem Tag. Oder noch mehr – der Tag ist ja noch lang … :-Þ

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  2. Lieber Manfred,

    1.) Von „Screamplay“ habe ich bislang noch nie was gehört, nehme den Hinweis jedoch gern als Tipp zur Kenntnis 🙂 Einen Vergleich zu „The Last Horror Film“ kann ich insofern natürlich erst zu gegebener Zeit ziehen.
    2.) Ich bin dir nicht böse, weise das als optionale Kritik an meiner Textfrequenz jedoch sanft, aber entschieden zurück. Dass ich die Artikel so veröffentliche, wie ich’s manchmal tue, liegt nämlich schlicht daran, dass ich unter der Woche sehr involviert arbeite und mir dann Zeit und/oder Muße fehlen, abends noch etwas zu schreiben. Jetzt habe ich Ferien, da werde ich zumindest für zwei Wochen wieder sehr viel häufiger ans Werk gehen (können).

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