CEDAR RAPIDS

„Degenerate? I love it, that’s me!“

Cedar Rapids (Willkommen in Cedar Rapids) ~ USA 2011
Directed By: Miguel Arteta

Versicherungsvertreter Tim Lippe (Ed Helms) ist in seinem ganzen Leben noch nie aus seiner Kleinstadt herausgekommen. Jetzt soll er urplötzlich, infolge des unfälligen Ablebens seines Kollegen Lemke (Thomas Lennon), dessen alljährliche Reise zum Vertreterkongress in Cedar Rapids, Iowa, übernehmen, um der Firma wie gewohnt den dort verliehenen „Two Diamonds“-Award zu sichern, das absolute Prunkstück der lokalen Versicherer. Das Zusammensein vor Ort mit denteils etwas exzentrischen Berufskollegen Ziegler (John C. Reilly), Ostrowski-Fox (Anne Heche) und Wilkes (Isiah Whitlock Jr) sorgt für unerwartete Erweckungsmomente bei Tim…

Manche Filme, und das ist immer wieder ein wenig traurig, sind schlicht egal. Sie geben einem nichts, lassen einen gänzlich unberührt zurück, sind auf ganzer Nulllinie einfach bloß bieder, grau und medioker und, und das ist eigentlich das Schlimmste – es ist schlichtweg egal, ob man sie gesehen hat, weil sie nichts zu bieten haben. „Cedar Rapids“ ist so ein Film. Er ist keinesfalls schlecht, sondern einfach nur auf ganzer Linie und rundum egal. Man sieht ihn und beginnt unweigerlich immer wieder, die Perspektive auf unendlich zu stellen, so wie bei den 3-D-Gemälden damals in den Neunzigern. Nur, dass da eben nicht auf einmal eine Horde Elefanten vor einem auftaucht. Die Bildausschnitt bleibt verschwommen, zumal man den Scharfblick gar nicht benötigt. Denn was da vor einem passiert, ist unwesentlich, beherbergt nichts, was einem wohl oder gar weh täte. Es gibt ein, zwei Szenen, die sind zum Schmunzeln. Das war’s. Die agierenden Personen, sogar, und das kommt einem kleinen Verbrechen gleich, John C. Reilly, sind Durchschnittsmenschen, das Script berichtet vom Durchschnitt, die Inszenierung ist durchschnittlich. Da reißt auch das ach so wilde (wenn es zum Thema Rausch kommt jedoch scheinbar unerlässliche) Element Crystal Meth nichts raus. Es passiert ja doch nichts. Was interessiert mich die Scheiß-Normalität, wenn ich mich auf filmische Entdeckungsreise begebe? Tatsächlich haftet „Cedar Rapids“ sogar ein subtiles, zutiefst depressives Element an, eine fraglos unfreiwllig kreierte, beinahe kafkaeske Ebene. Man möchte von all dem, was da passiert, lieber gar nichts wissen, so durchschnittlich und uninteressant ist es, am wenigsten von dem armen Schwein Tim Lippe. Der lebt ja gar nicht richtig.
Nur aufgrund dieser Zeilen werde ich in drei, vier Jahren überhaupt noch wissen, dass ich das Ding jemals gesehen habe. Erinnern können werde ich mich nicht. Woran auch? War da was? Häh?

4/10

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