SHOCK WAVES

„Get off my island!“

Shock Waves ~ USA 1977
Directed By: Ken Wiederhorn

Während eines kleinen Kreuzfahrt durch die Karibik werden die Mitreisenden zunächst Zeugen eines seltsamen Seebebens, woraufhin der Kompass seinen Dienst quittiert und das ohnehin marode Schiffchen vor einer unbekannten Insel auf eine Schlammbank läuft. Der nächtens verschwundene Kapitän (John Carradine) wird kurz darauf tot am Strand aufgefunden. Der Maat Keith (Luke Halpin) und die übrigen Passagiere schlagen sich bis zu einem feudalen, alten Gemäuer im Herzen der Insel durch, dessen einziger Bewohner, ein grantiger, alter Herr (Peter Cushing), ihnen bedeutet, „seine“ Insel schleunigst wieder zu verlassen. Der Grund für dessen Besorgnis wird bald ersichtlich: Der Gute war im Zweiten Weltkrieg Kommandant einer gefürchteten Sondereinheit der SS, die aus im Zuge von Naziexperimenten entstandenen Supersoldaten bestand. Jene sind entgegen der Annahme des Alten mitnichten vor der Insel ertrunken, sondern durch das Seebeben zu neuem Leben erwacht und gehen nun unbarmherzig auf alles los, was sich bewegt…

Ken Wiederhorns kurze Karriere als Regisseur währte nur vergleichsweise schmale sechzehn Jahre und brachte lediglich sieben Werke hervor, von denen immerhin ganze vier dem Horrorgenre zuzurechnen sind. „Shock Waves“, eine kostengünstige, kleine Indie-Produktion, markierte dabei sein etwas schmallippiges Debüt. Abseits von den anekdotenstiftenden Auftritten der wie stets sehenswerten Grandseigneurs Carradine und Cushing, deren Engagements zugleich einen Großteil des zur Verfügung stehenden Budgets verschlang, kann noch die hier erstmalig kreditierte Brooke Adams, nicht nur in jungen Jahren eine überaus aparte und vor allem auch darstellerisch sehr begüterte, charismatische Aktrice, die gleich danach von Terrence Malick „entdeckt“ wurde und hier final girl und Rahmenhalterin der Mär, einige Pluspunkte einfahren.
Darin erschöpfen sich die Qualitäten von „Shock Waves“ allerdings bereits weitgehend. Dabei erscheint die Idee um eine kleine Garnison untoter, entfesselter Sturmsoldaten arischer Provenienz gar nicht mal übel, zumal Wiederhorn hinsichtlich des Themas Nazi-Zombies heute ja gewissermaßen als Entrepreneur dasteht. Es hapert jedoch an der Umsetzung – insgesamt sechs etwas aufgeschwemmte, tote Heinos tauchen allenthalben aus irgendeiner Pfütze auf, schlurfen durchs Areal und erwürgen ihre sich zumeist gewohnt dämlich anstellenden Opfer. Dass man ihnen bloß die Brille von den verdörrten Augen reißen muss, um sie ein für allemal lahmzulegen, macht sie nicht eben bedrohlicher und so hat man sich mit dem Wenigen zu begnügen, was „Shock Waves“ an Erinnerungswertem auffährt.

5/10

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