WHO’S HARRY CRUMB?

„You don’t know anything about this case, do you?“

Who’s Harry Crumb? (Wer ist Harry Crumb?) ~ USA/CA 1989
Directed By: Paul Flaherty

Leider verfügt Privatdetektiv Harry Crumb (John Candy) mit Ausnahme geschickter In-Cognito-Verkleidungen nicht ganz über die brillanten, deduktiven Fähigkeiten seiner Ahnherren, die einst die renommierte Detektei „Crumb & Crumb“ aufgebaut haben. Darum sitzt er auch in einer abgeschlagenen Außenfiliale des Hauptbüros in Los Angeles, dessen Vorsitzender Eliot Draisen (Jeffrey Jones) Harry eines Tages ganz bewusst „zur Hilfe“ ruft, um einen Kidnapping-Fall zu lösen, hinter dessen Einfädelung Draisen selbst steckt. Er hat die ältere Tochter (Reneé Colman) des Millionärs Downing (Barry Corbin) entführt. Mit dem Lösegeld will er seine alte Flamme Helen (Annie Potts) zurückerobern, die ihrerseits jetzt Downings zweite Frau ist und ihn ermorden will, um an das beträchtliche Erbteil zu gelangen. Zu Draisens Zufriedenheit erweist sich Harry rasch als viel zu dämlich, um auch nur eine der sich ihm bietenden Spuren korrekt zu interpretieren…

Es gibt ein paar wirklich witzige Stellen in „Who’s Harry Crumb?“ und John Candy müht sich nach Kräften, die auf seinen Schultern lastenden Erwartungen nicht zu enttäuschen. Leider jedoch praktiziert Flahertys Film die in den Spätachtzigern und Frühneunzigern praktisch permanent durchexerzierte Unart, ein erfolgreiches Konzept einfach aufzugreifen und ohne allzu umständliche Modifikationen einfach dreist wiederzuverwerten. In diesem Falle sind es sogar gleich zwei eindeutige Vorbilder, nach denen fech geschielt wurde: Zum Ersten, und besonders offensichtlich, Michael Ritchies „Fletch“, der Candys Kollegen Chevy Chase als investigativ tätigen Verkleidungskünstler vorwies und zum Zweiten „The Naked Gun“ des Trios ZAZ, in dem der vertrottelte Polizist Frank Drebbin (Leslie Nielsen) voll von satter Selbstsicherheit in jedes sich bietende Fettnäpfchen trat und dessen anarchischen Slapstick-Humor, wenngleich in sehr viel klobigerer und augenfälligerer Manier, auch „Harry Crumb“ immer wieder kultiviert. Eine Szene, in der sich ein aggressiver Aquariumsfisch am Finger des Ermittlers festbeißt, wurde sogar annähernd exakt kopiert. Dennoch langt es wie eingangs erwähnt noch immer auch für einige brauchbare Gags, zu denen vor allem Candys (dramaturgisch herrlich unnütze) Sitzung auf einem Fitness-Fahrrad gehört. Da ist man dann zwischenzeitlich sogar kurz hinreichend großmütig, den Flinkfingern aus der Scriptschmiede ihre umtriebigen Unverschämtheiten nachzusehen.

6/10

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