JEEPERS CREEPERS

„It has eaten too many hearts for its own to ever stop!“

Jeepers Creepers ~ USA 2001
Directed By: Victor Salva

Die Geschwister Trish (Gina Philips) und Darry Jenner (Justin Long) befinden sich auf dem Heimweg vom Spring Break, als ihnen mitten in der Einöde ein merkwürdiger, vor Rost starrender Lastwagen auffällt, dessen Fahrer sich höchst aggressiv verhält. Kurz darauf entdecken Trish und Darry das Gefährt in der Nähe einer alten Kirche, wo jemand etwas, das nach gefüllten Leichensäcken aussieht, in ein unterirdisches Gewölbe hinablässt. Dabei handelt es sich wiederu um den Fahrer des Lasters, der sich sogleich aufmacht, die Geschwister zu verfolgen. Es entbrennt ein Katz-und Maus-Spiel, im Zuge dessen Darry und Trish erfahren müssen, dass es sich bei ihrem Verfolger um den „Creeper“ (Jonathan Breck) handelt, ein Monster, dass sich immer wieder durch die Körperteile seiner Opfer erneuert und bei seiner Jagd vor nichts und niemandem zurückschreckt.

„Jeepers Creepers“ lief beinahe zeitgleich mit John Dahls ganz ähnlich gewebtem „Joy Ride“ in den Kinos, wobei sein Einspielergebnis das der wesentlich teureren Studioproduktion langfristig überflügeln konnte. Und tatsächlich erweist Salvas durchaus altmodisch angegangene Monstermär sich im Direktvergleich als der schönere und vor allem phantasievollere der beiden Filme. Hier wie dort geht es um die beiläufige, eher im Scherzhaften initiierte Entfesselung einer diabolischen Macht, die sich dann jeweils als mysteriöser Fahrer eines LKW entpuppt, der ein paar vormals gut aufgelegten, jungen Leuten das Leben schwermacht und deren unerbittliche Verfolgung mit offener Mordabsicht zu einem zunehmend harschen Höllenritt werden lässt. Gedanklicher Schirmherr dieses Motivs ist fraglos Spielbergs „Duel“, doch auch Robert Harmons „The Hitcher“ darf sich einer unübersehbaren, ideellen Patenschaft erfreuen. All diesen Werken gemein ist die genrefreudige Kultivierung der mehr oder weniger irrationalen Angst vor den endlos verlaufenden, ruralen Straßennetzen der USA, auf deren staubigen Meilen sich unfassbare Bedrohungen verbergen, die eine mögliche Begegnung mit sich nicht verzeihen wollen. „Jeepers Creepers“ formuliert seine diesbezüglich Sache da sogar besonders konsequent aus: Anlass zur Panik ist hier weder ein mörderischer Anhalter, noch ein psychopathischer Trucker, sondern eine dämonische Kreatur unbekannter Herkunft, die offenbar bereits seit langer Zeit die Gegend unsicher macht; eine inkarnierte Lagerfeuergeschichte sozusagen. Was den Creeper neben seiner ruhelosen Agenda umtreibt oder wo er herkommt, bleibt ein Mysterium. Wir erfahren lediglich, dass er in regelmäßigen Zeitabständen, nämlich alle 23 Jahre, für 23 Tage Jagd auf besonders angsterfüllte Opfer macht, um sie dann als Ersatzteillager für seinen verrottenden Körper zu missbrauchen. Dabei ist das Monster sehr hübsch gestaltet. Den LKW, Mantel und Hut nutzt es lediglich, um nicht gleich jedem aufzufallen, es verfügt nämlich über riesige Schwingen und hat gewisse Ähnlichkeit mit einer Kragenechse. Als sehr konsequent empfand ich, dass der Creeper seinen anfänglichen, filminternen und handelsüblichen Status als Hirngespinst überspannter Teenager rasch verliert und es im weiteren Verlauf sogar mit der State Police aufnimmt, was wiederum Anlass für reichlich spektakuläre Augenblicke mit sich bringt.

8/10

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