THE NAVY VS. THE NIGHT MONSTERS

„It’s hard to imagine. Carnivorous trees that move on their own roots.“

The Navy Vs. The Night Monsters (Verhängnisvolle Fracht) ~ USA 1966
Directed By: Michael A. Hoey

Ein aus der Antarktis kommendes Flugzeug mit prähistorischen Vegetationsproben an Bord steuert den Navy-Stützpunkt Gow Island im Südpazifik zur Zwischenlandung an. Einem unterbrochenen Notruf folgt eine Bruchladung auf der Insel und mit Ausnahme des katatonischen Piloten sind sämtliche Passagiere offenbar noch in der Luft von Bord gesprungen. Während die Pflanzenproben aufgetaut werden, sieht sich der stellvertretende Basiskommandant Brown (Anthony Eisley) bereits mit der Situation überfordert. Doch es kommt noch dicker: Die Bäumchen vom Südpol verwandeln sich in mannshohe Fressmaschinen, die einen besonderen Appetit auf Menschen entwickeln und in der Lage sind, sich eigenmächtig fortzubewegen…

Dieser eilends heruntergekurbelte Charmebolzen von einem Monsterfilm genießt in erlesenen Kreisen ein durchaus ansehnliches Renommee als Vorzeige-Schlock und bildet für jeden Freund billiger Gummikreaturen aus den fünfziger und sechziger Jahren gewissermaßen eine Pflichtveranstaltung. Der nominelle Regisseur und Autor Michael A. Hoey und seine (unkreditierten) Aushilfskräfte Jon Hall und Arthur C. Pierce lassen so ziemlich ziemlich kein einziges Don’t unberücksichtigt, das sich für eine Produktion wie diese nur befleißigen lässt, von statischen Bildern über den misslungenen Einsatz der DeLuxe-Kamera und die heillos überforderten Knallchargen (allen voran Busenwunder, Botoxschreck und Hobbywinzerin Mamie van Doren) nebst ihrer haarsträubenden Dialogzeilen bis hin zu den de facto alles andere als angsteinflößenden Baummonstern, vor denen jedes nicht vollends verblödete Opfer eigentlich problemlos im Spazierschritt fortlaufen könnte. Doch – wir wissen es alle leider nur zu gut – lässt die Panik im Angesicht tödlicher Gefahr einen mitunter zur Salzsäule erstarren. Zwischendrin gibt’s einen unerwarteten Goreeffekt, wenn einer der Soldaten seinen Arm abgerissen bekommt, dann ist es aber auch schon wieder vorbei mit jedweder Schrecknis. Am Ende kommt die Navy im Zuge einer gewaltig-pompös pronocierten Hurra-Aktion und macht den wandelnden Bäumen mit Napalm den Garaus. Die Pflanzenkreaturen nun als frühe Allegorie auf den im Unterholz lauernden Vietcong zu betrachten, wäre möglicherweise etwas weit hergeholt, dennoch drängen sich entsprechende Parallelen in Anbetracht des zeitgeschichtlichen Kontextes um die Entstehungszeit von „The Navy Vs. The Night Monsters“ zumindest unterschwellig auf.
Glücklicherweise erreicht der Spuk die 90-Minuten-Marke nicht ganz, so dass man sich gerade noch rechtzeitig entlassen wähnt. „Wähnt“, weil man zu diesem Zeitpunkt bereits selbst zum mehr oder minder willfährigen Opfer der Nachtmonster geworden ist. Sie kommen, um dich zu holen…

4/10

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