THE BELKO EXPERIMENT

„Whoever’s doing this, they’re having a little fun at our expense.“

The Belko Experiment ~ USA/COL 2016
Directed By: Greg McLean

Die Firma „Belko Industries“ beschäftigt in einem angelegenen Bürokomplex vor der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá einen größeren Stab von US-Angestellten. Mit Ausnahme der Tatsache, dass sämtliche der Mitarbeiter einen implantierten Chip im Kopf tragen, der, so versichert man, im Falle eines Kidnapping zur schnellen Wiederauffindung dient, verläuft nahezu jede Schicht dort eher zwischenfallsfrei und gepflegt langweilig. Bis das ganze Gebäude eines Tages hermetisch abgeriegelt wird und die Angestellten via Fernsprecher aufgefordert werden, sich gegenseitig zu töten, wenn sie nicht selbst sterben wollen. Tatsächlich entpuppen sich die eingesetzten Tracker als ferngesteuerte Minibomben und die Männer und Frauen als Opfer eines teuflischen Experiments, das es irgendwie zu überleben gilt. Bald bilden sich verfeindete Fraktionen und kaum jemand kann noch dem anderen trauen…

Nachdem der Australier Greg McLean sich primär durch seine beiden „Wolf Creek“-Filme empfohlen hat, durfte er mit seiner zweiten US-Produktion ein Script des umtriebigen Spaßvogels und Troma-Eleven James Gunn verfilmen, dessen simple Primässe um ein aus dem Ruder laufendes, höchst unethisches Sozialexperiment selbst auf den ersten Blick bereits den etwas faden Beigeschmack reiner Zweckmäßigkeit nicht verleugnen kann. Ähnlich wie die „Purge“-Reihe gibt „The Belko Experiment“ vor, dystopische, schwarzhumorige Gesellschaftssatire zu liefern, bietet stattdessen jedoch nicht wesentlich mehr feil denn immerhin recht kinetisch arrangierten Survivalhorror, der über seine kurze Distanz hinweg zumindest auf der rein affektiven Ebene recht gut funktioniert. Allerdings macht sich das hohle Fundament des Ganzen spätestens im letzten Erzähldrittel schmerzhaft bemerkbar, als der Plot zu dem bitteren Offenbarungseid gezwungen ist, keinerlei befriedigende Aufklärung für seine zuvor so spektakulär arrangierten Volten beibringen zu können: ein offenbar extrem entmenschlichter „Wissenschaftler“ (Gregg Henry) erklärt dem einzigen Überlebenden Mike Milch (John Gallagher Jr.), dass er soeben an einer unfreiwilligen Feldstudie zu menschlichem Verhalten in Extremsituationen teilgenommen hat. Nachdem Mike den sadistischen Sozialforscher und seinen Anhang ausgeschaltet hat, offenbart man uns noch, dass zeitgleich auf globaler Ebene etliche analoge Experimente stattfinden – ein Sequel war offensichtlich fester Bestandteil des Plans. Das nicht zu unterschätzende Missverhältnis zwischen Aktion und Entschlüsselung geht somit  in einen ziemlich schmerzhaften Spagat, an dessen oberem Ende schon der unvermeidliche Riss lauert. Daran ändert selbst die Mitwirkung der immer noch erfreulich gut aufgelegten Michael Rooker, ohnehin eher unter Gaststar-Status, und John C. McGinley als hundsföttischem Fiesling wenig. Mediokres Amüsement.

6/10

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