THE SKELETON KEY

„Are you a superstitious person, Caroline?“ – „Not per se.“

The Skeleton Key (Der verbotene Schlüssel) ~ USA/D 2005
Directed By: Iain Softley

Die frustrierte Jung-Hospizschwester Caroline Ellis (Kate Hudson) nimmt eine private Stelle als Pflegerin des alten Ben Deveraux (John Hurt) an, der mit seiner ihn umsorgenden Gattin Violet (Gena Rowlands) in einem alten Herrenhaus in den Bayous von Louisana wohnt. Deveraux ist nach einem Schlaganfall beinahe komplett gelähmt und kann nicht mehr sprechen, dennoch hat Caroline das andauernde Gefühl, er versuche sich ihr verzweifelt mitzuteilen. Eine Sammlung merkwürdiger Fetischgegenstände, die sich hinter einer verschlossenen Tür auf dem Dachboden des Hauses befindet, verunsichert Caroline noch zusätzlich. Sie findet heraus, dass Violet offenbar an Hoodoo glaubt, eine unter den ehemaligen Sklaven praktizierte Art von Zauberei. Ist Ben möglicherweise von ihr verhext worden?

Das Interessanteste an „The Skeleton Key“ ist der Schauplatz Louisiana – die Südstaaten der USA mit ihren dampfenden, undurchdringlich scheinenden Sumpflandschaften, in denen man, auch ohne abergläubisch zu sein, alles Mögliche vermuten möchte, bietet stets eine dankbare Filmkulisse für alle möglichen Genres, im Horrorfilm allrdings insbesondere in Konnexion mit schwarzmagischem Hokuspokus. Jene folkloristisch geprägte Fetischzaubereien, auch Synkretismen genannt, kommen in den Regionen, die ehedem afrikanische Sklaven beherbergt haben, in ganz unterschiedlichen Ausprägungen vor, je nach Ursprungslokalität und vor allem im karibischen Raum. Voodoo mit ist dabei die bekannteste und berüchtigste jener Neureligionen, was sich bereits seit Jahrzehnten oftmals auch im Genre niederschlug. John Schlesinger grub schließlich für „The Believers“ die vor allem in Kuba kultivierte Santería aus, „The Skeleton Key“ nun setzt Hoodoo das längst überfällige Gattungs-Denkmal, wobei man darin mehr oder minder schweren Herzens auf Zombies und Ritualmorde verzichten muss. Nicht jedoch auf Zaubertränke und Seelenwanderung, denn die bilden gewissermaßen das Kerngehäuse der unerfreulichen Umtriebe in „The Skeleton Key“, binnen derer die ahnungslose Caroline eine gewichtigere Rolle spielt, als sie oder der Zuschauer zunächst annehmen kann.
Hier und da schleppt sich Softleys Inszenierung etwas über die Runden, wenn sich etwa im Mittelteil keinerlei narrativer Fortschritt einstellen mag und der Lösungsweg des für die Protagonistei enervierende Rätsels um das altehrwürdige Haus und seine beiden alten Bewohner sich gen Stillstand bewegt. Softley verliert sich dann etwas zu sehr in seinen scheinbar unvermeidbaren, Kate Hudson geltenden Anhimmeleien, wenn er die zugegebenermaßen attraktive Aktrice von allen Seiten und in ausnahmslos jeder Szene ins Bild setzen muss, als könne er nicht anders. Die Conclusio steht dann wieder in bester Schauertradition und holt den Karren nochmal aus dem Dreck.

6/10

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