DEEPSTAR SIX

„It’s not just a job, it’s an adventure!“

DeepStar Six ~ USA 1989
Directed By: Sean S. Cunningham

Die elfköpfige Besatzung der submaritimen Navy-Station „DeepStar“, die unterseeische Plätze für Raketenabschussrampen finden und aufbereiten soll, gerät in die Bredouille, als sie in eine Höhle vorstößt, in der ein prähistorisches Monster lauert. Die ebenso hungrige wie wendige Kreatur kann entkommen, demoliert sukzessive die Maschinen und lebenserhaltenden Systeme und arbeitet sich langsam zur Hauptbasis der ihm ausgelieferten Männer und Frauen vor…

„DeepStar Six“ bildete gewissermaßen den weitesten Vorstoß des ehemaligen „Friday The 13th“-Regisseurs Sean S. Cunningham in massenkompatiblere Gefilde, bevor er sich weitgehend aufs Produzieren verlagerte. Wenngleich der von der damals just im Reüssieren begriffenen Firma „Carolco“ der beiden Immigranten Mario Kassar und Andrew Vajna hergestellte Film am Ende noch immer lupenreines Genrekino abgibt, konnte Cunningham weder zuvor noch danach je über ein vergleichbar hohes Budget verfügen. Entsprechend professionell gestaltet sich die Form von „DeepStar Six“, der sich immerhin des historischen Renommees erfreut, das erste Lichtspiel in einer ihm nachfolgenden, kleinen Welle phantastischer Unterwasser-Geschichten darzustellen. Ein recht amtliches Ensemble und Mac Ahlberg als dp sicherten unter anderem die professionelle Präsentation des Ganzen und sogar Harry Manfredini, dem hier ausnahmsweise anstelle eines einzelnen Synthesizers ein ganzes Orchester zur Verfügung stand, klingt plötzlich wie ein „richtiger“ Hollywood-Komponist. Die große Schwäche liegt derweil beim Look des – glücklicherweise recht selten auftretenden – Monsters, das als Zentralobjekt und Motor des gesamten Films immerhin einen sehr prominenten Status innehat. Das Vieh (ein „Anthropode“, wie Marius Weyers einmal höchst wissenschaftlich-kompetent in den Raum wirft) wirkt keineswegs so behende und bedrohlich, wie der Plot es dem Publikum weiszumachen trachtet, und tatsächlich sterben die meisten der Opfer gar nicht durch direkte Interaktion mit der Kreatur, sondern durch Unfälle und andere Missgeschicke.
Dennoch gefällt mir „DeepStar Six“ nicht zuletzt als Relikt seiner Zeit noch immer recht gut – er ist auf seine etwas naive Weise durchaus spannend, straight und wirkt zudem stets aufrichtig sowie beseelt von der Lust, seinem Publikum etwas Handfestes zu liefern. Das ist schon weitaus mehr, als man von vielem anderen (auch zeitgenössischem) Zelluloidausstoß behaupten kann.

7/10

NIGHT SCREAMS

„I no longer feel that social interaction will be harmful…“

Night Screams (Nacht des Grauens) ~ USA 1987
Directed By: Allen Plone

Während das eigentlich schwer unzufriedene Football-Nachwuchs-Talent David (Joseph Paul Manno) mit seinen Freunden im feudalen Haus der Eltern eine dufte Fete steigen lässt, kommt es zu mancherlei Unpässlichkeiten: Nicht nur, dass zwei psychotische Knastausbrecher und Killer sich den häuslichen Keller als Versteck ausgesucht haben, treibt auch noch ein weiterer irrer Serienmörder sein Unwesen und knöpft sich einen Partygast nach dem anderen vor. Ist es gar David selbst, der hier durchdreht? Immerhin hat seine Mom (Beth Lewis) vergessen, ihm rechtzeitig seine Tabletten zuzustecken…

Allen Plone, in Anbetracht seiner sonstigen kreativen Errungenschaften offenbar großer Fan der Disco-Götter Earth, Wind & Fire, brachte es nach „Night Screams“ noch auf zwei weitere Spielfilme als Regisseur, bevor er sich vermutlich entschloss, das entsprechende Feld dann doch lieber inspirierteren Schaffensgenossen zu überlassen.
Bei „Night Screams“ handelt es sich um einen topologisch zunächst unauffälligen Slasher, dessen einzig spezifisches Handlungsmoment darin besteht, der Geschichte ein Duo brutaler Knackis hinzuzusetzen, deren ursprüngliche Einführung und späteren Einsatz der Film dann aber wieder weitestgehend umschifft respektive vergisst. Vielmehr gefällt sich Plone darin, sein Werk durch eine ausnehmend wirre Inszenierung stark unübersichtlich zu gestalten. Möglicherweise wollte er auf diese Weise auch bloß die eigene Lustlosigkeit verschleiern, denn ‚lustlos‘ ist wohl das „Night Screams“ am gerechtesten werdende Prädikat. Der Film ist vor allem hässlich, fahl und schwunglos; nahezu jede/r der sicht- und unsichtbar Beteiligten hinterlässt den Eindruck, als glaube sie / er erst gar nicht an das Projekt oder dessen möglichen Erfolg. Selbst die Musik einer sich flott wähnenden Clubband (n.n.) dröhnt blass und austauschbar. Die konservische Verwendung einzelner Szenen aus „Graduation Day“ und aus einem älteren John-Holmes-Porno, die jeweils von filminternen Videoguckern goutiert werden, besitzt wohl ausschließlich eine – geflissentlich formuliert ominöse – Dehnungsfunktion. Das wiederum hoffnungslos undurchsichtig „aufgelöste“ Ende macht den ganzen Driss erwartungsgemäß nicht besser; selbst die meisten kills kommen öde und lahm um die Ecke.
Eine Veranstaltung, die man getrost aussparen kann.

3/10