THE RANSOM

„What tribe do you belong to?“

The Ransom (Stadt in Angst) ~ USA 1977
Directed By: Richard Compton

Ein einsamer Erpresser (Paul Koslo) verkleidet sich als Indianer und erschießt mit einem High-Tech-Bogen Bürger einer Kleinstadt in Arizona. Damit will er auf die Enteignungspraktiken der hiesigen Banker und Unternehmer aufmerksam machen, jedoch auch hübsch eigennützig eine ordentliche Erpressungssumme einstreichen. Der reiche Grundbesitzer Whitaker (Stuart Whitman) lässt daraufhin den Söldner Nick McCormick (Oliver Reed) aus England einfliegen, um sich der Sache anzunehmen. Gemeinsam mit dem ortskundigen Rumtreiber Tracker (James Mitchum) versucht er, den Attentäter dingfest zu machen.

„The Ransom“, Richard Comptons vorletzter von sieben Filmen, bevor er dann auschließlich noch einzelne Episoden für TV-Serials anfertigte, ist dermaßen quasimodoesk verwachsen und verbaut, dass man all seine rezeptorische Kraft aufwänden muss, Stringenz, Struktur, oder auch nur das geringste bisschen Kausalität im Zelluloidwust zu erkennen. Ihre unbedingte Fernsehaffinität lässt Comptons Inszenierung trotz formaler Extravaganzen wie dem Einsatz des Scope-Formats oder hier und da bemühtem Weichzeichner bereits bestens durchschimmern, denn als Pilotfilm für ein am Ende nie existentes Serienformat hätte „The Ransom“ wenigstens etwas mehr Sinnstiftung beinhaltet. Sicher, irgendwo hinter (oder unter) dem ganzen, grotesken Blödsinn schlummert tatsächlich so etwas wie ein Plotskelett, – eine Synopse habe ich zum Beweis ja oben zustande gebracht -, nur, dass sich für den niemand bei Verstand interessiert. Illuster mit abgetakelten Ex-Stars besetzt, die ihr Alters- oder Alkoholiker-Auskommen in jenen Zeiten vor allem in Europa an Land zogen, lässt sich immerhin ein gefälliges Hallo vom Stapel, ansonsten bleibt aber alles vollkommen dull und egal. Am Lustigsten ist da noch, mit welcher Anti-Anstrengung Oliver Reed sich die ebenfalls am Wüstenset befindliche Deborah Raffin (die erstaunlicherweise genau dieselbe bescheuerte Riesenbrille trägt wie neun Jahre später in „Death Wish 3“) als Reporterin an Land und unmittelbar danach ins Bett zieht. Der Versuch, denn erotisch erfolgreichen McCormick auch in allen sonstigen Belangen zum glaubwürdigen Tausendsassa oder möglichen Serienhelden aufzuplustern, geht dann völlig in die Hose, zumal Reed sehr viel desinteressierter kaum hätte aufspielen mögen.
„The Ransom“, auch „Assault On Paradise“ oder „Maniac!… A Killer“ betitelt, eignet sich schlussendlich weniger als befriedigende Abendfüllung, denn vor allem als Hypnotikum, dem man sich ganz entspannt mit halb heruntergezogenen Jalousien ausliefern kann, bis einem irgendwann der Sabber vom Kinn tropft. Man kann es aber auch ebensogut bleiben lassen – Cinephilius, der alte Schutzpatron des Kinos, wird’s einem wohl vergelten.

3/10

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