SANDOKAN, LA TIGRE DI MOMPRACEM

Zitat entfällt.

Sandokan, La Tigre Di Mompracem (Sandokan) ~ I/F/E 1963
Directed By: Umberto Lenzi

Malaysia im 19. Jahrhundert. Während die Briten ihre Kolonialherrschaft auf der Halbinsel mit eiserner Härte durchsetzen, schwelt unter den geknechteten Ureinwohnern das Verlangen nach Widerstand. Der ursprünglich aus adligem Hause stammende Pirat Sandokan (Steve Reeves) arbeitet mit wenigen engen Vertrauten und Guerilla-Methoden gegen die arroganten Eroberer, allen voran gegen den bösen Lord Guillonk (Leo Anchóriz), der droht, Sandokans Vater hinrichten zu lassen. Im Gegenzug entführt Sandokan Guillonks Nichte Mary Ann (Geneviève Grad), die sich bald in den stattlichen Malayen verliebt. Als Sandokan schließlich vom Tode seines Vaters erfährt, stellt er sich Guillonk.

Der Amerikaner Steve Reeves zählte zur Entstehungsperiode von „Sandokan, La Tigre Di Mompracem“, einem von mehreren Filmen, die Umbert Lenzi um diese Zeit im südostasiatischen Raum herstellte, zu den beliebtesten und kassenträchtigsten Stars in Europa. Nachdem ihm der ersehnte Erfolg in den Staaten verwehrt geblieben war, versuchte Reeves wie viele andere US-Schauspieler auch, sein Glück in Cinecittà, wo seine beeindruckende Bodybuilder-Physis und sein allgemein gutes Aussehen sich als hinlängliche Attribute erwiesen, um doch noch eine stattliche, wenn auch vergleichsweise kurzfristige Karriere hinzulegen. Während Reeves zunächst vornehmlich gewaltige Muskelhelden in Pepla spielte, also dem, was die Italiener in den fünfziger und sechziger Jahren in rauen Mengen als oftmals mit Fantasy-Elementen bestückte, vor antiker Kulisse spielende Sandalenfilme produzierten, ließ man ihn bald auch in anderen Abenteurerrollen auftreten, so eben als besonders mannhaften „Sandokan“, ursprünglich ein beliebter Romanheld aus der Feder des aus Verona stammenden Trivialliteraten Emilio Salgari. Die Abenteuer Sandokans, eines edlen, malayischen Rebellen im Widerstreit gegen die englischen Kolonialbesatzer, waren noch mehrfach Stoff für Verfilmungen, am populärsten im Rahmen einer von Sergio Sollima inszenierten TV-Mini-Serie aus den Siebzigern, die den Inder Kabir Bedi in der Titelrolle zum Star machte.
Lenzis Film, der noch eine direkte Fortsetzung nach sich zog, ist indes noch richtig pures Leinwandspektakel, breit, bunt und mit dem Anspruch, der übermächtigen Konkurrenz aus Übersee zu trotzen. Wie viel Budget der Produktion zur Verfügung stand, weiß ich nicht, aber zumindest das doch recht hohe Statistenkontingent, die hübschen Kostüme und Interieurs, bezeugen eine Zeit im italienischen Kino, in der noch Geld im Fluss war. So naiv und verspielt „Sandokan“ sich auch ausnehmen mag, es macht viel Freude, ihm beizuwohnen. Alles wirkt auf eine beinahe erhabene Weise von klassizistischem Abenteuer und veritablem Edelmut beseelt, Eindrücke also, die ein Film wie dieser ganz gezielt zu hinterlassen beabsichtigt. Insofern ist die entsprechende Mission absolut geglückt. Fein!

8/10

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