THE GLASS KEY

„You’re gonna die laughing.“

The Glass Key (Der gläserne Schlüssel) ~ USA 1942
Directed By: Stuart Heisler

Mit etwas Besorgnis sieht Ed Beaumont (Alan Ladd), rechte Hand und bester Freund des gesellschaftlichen Emporkömmlings und Salonlöwen Paul Madvig (Brian Donlevy), wie sein Boss sich einerseits den Unterweltkönig Nick Varna (Joseph Calleia) zum Feind macht und andererseits eine ungesunde Beziehung zur Familie des Senators Ralph Henry (Moroni Olsen) pflegt. Während Madvig dem Senator buckelnd in den Hintern kriecht, hat er es auf dessen aparte Tochter Janet (Veronica Lake) abgesehen und möchte andererseits, das Henrys Sohn Taylor (Richard Denning), ein notorischer Spieler und Schuldenvogel, sich von der eigenen, kleinen Schwester Opal (Bonita Granville) fernhält, die mit Henry jr. anbendelt. Als Taylor Henry tot vor dem Haus seines Vaters aufgefunden wird, ist die Liste der Verdächtigen nicht kurz – Beaumont, der sich seinerseits ebenfalls in Janet verguckt hat, verdächtigt Madvig und gerät darüberhinaus in einen gewaltigen Streit mit ihm. Varnas Einladung, zu seiner Gang zu stoßen und Madvig zu verraten, lehnt Beaumont jedoch ab und wird daraufhin über mehrere Tage von Varnas Handlangern gefoltert. Nachdem er entkommen kann, macht Beaumont reinen Tisch.

Diese bereits zweite Verfilmung des gleichnamigen Romans binnen sieben Jahren dient, wie ich erst im Laufe der Betrachtung gewahr wurde, als inhaltlicher Haupteinfluss für das Coen-Meisterwerk „Miller’s Crossing“, eine der schönsten und vollendetsten Arbeiten der Brüder. Heislers „The Glass Key“ hat mir zugegebenermaßen bei Weitem sich so gut gefallen, dafür wirkte mir der Film in mehrerlei Hinsicht zu theatralisch, konstruiert und emotionsentledigt. Will sagen: Ich habe eine gewisse Form von „Herz“ vermisst, die gerade die ansonsten wunderbare Chemie zwischen dem Kurzzeit-Traumpaar Lake/Ladd üblicherweise präservierte. Zudem sitzt der Film in mehrfacher Hinsicht zwischen den Stühlen; allein die mangelnde Entscheidungsgewalt des Scripts, zwischen Donlevy und Ladd als optionalen Protagonisten wählen zu können (was meines Erachtens dringend erforderlich gewesen wäre, um eine klarere, persönliche Gewichtung zu erzielen), wirkt sich bereits spürbar hinderlich aus. William Bendix als sadistischen Killer mit doppeltem Dachschaden fand ich eher gruslig als lustig, so wie eigentlich das gesamte Figureninventar mir weder Zugang noch Schlupfwinkel gestattete. Dem Plot folgt man mit mäßiger Begeisterung. Die wie immer wunderschöne 1,51-Meter-Blondine Veronica Lake, damals gerade zwanzig und schon bald darauf eines der tragischen Beispiele für Hollywoods negativen Einfluss und seine zerstörerische Kraft, überstrahlt den gesamten Film und macht ihn erst sehenswert. Ansonsten wundert mich sein doch ziemlich überragender Leumund, zumal im Noir-Segment, etwas. Mir fallen da auf Anhieb zig schönere und erhebendere Exempel ein.

5/10

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3 Gedanken zu “THE GLASS KEY

  1. Neinnein, das meine ich schon so wie geschrieben. Ich hatte tatsächlich den Eindruck, Bendix‘ Figur solle als comic relief fungieren mit seinem eigenartigen Sprech und dem betont tumben Auftreten. Hardboiled-Humor eben. Das „gruslig“ steht dann auch eher für „gruslig daneben“ 🙂

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  2. Aha. Ich hatte „gruslig“ hier eher wie „furchteinflößend“ verstanden. Und Bendix war ja vom Typ her ohnehin für tumbe und/oder gewalttätige Typen prädestiniert und wurde in einigen seiner bekanntesten Filme so präsentiert, etwa in THE BLUE DAHLIA. Deshalb fand ich an seiner Rolle im GLASS KEY nichts außergewöhnlich. Allerdings habe ich nicht in Erinnerung, wie er da spricht.

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