AFTER DEATH

Zitat entfällt.

After Death (Das Böse ist wieder da – After Death) ~ I 1989
Directed By: Claudio Fragasso

Rund zwanzig Jahre, nachdem ein rachsüchtiger Voodoo-Priester (James Sampson) die Toten auf einer Karibik(?)-Insel zum Leben erweckt hat, um den Leukämie-Tod seiner Tochter zu ahnden, für den er eine Gruppe weißer Wissenschaftler verantwortlich macht, kehrt Jenny (Candice Daly), die einzig Überlebende von damals und ehedem noch ein kleines Mädchen (n.a.) auf das Eiland zurück. Auch die zufällig in ihrer Gesellschaft befindliche Gruppe von Vietnam-Veteranen, Söldnern und Glücksrittern können ihr nicht gegen die alsbald aufwallenden Zombie-Horden helfen, die ein ebenfalls die Insel bereisendes Trio durch das Verlesen einer Zauberformel zu unheiligem neuen Leben erweckt.

Claudio Fragasso, Freund, Kreativmündel und oftmaliger Kollaborateur des seligen Bruno Mattei, schaffte es sogar, die enthusiastische Albernheit, die sein Mentor oftmals walten ließ, mühelos in den Schatten zu stellen. Sein Selbstverständnis als Auteur und Künstler zeugt dabei bis heute von ungebrochenem Stolz und wird zudem stets flankiert von seiner tapferen Gattin, Gesinnungsgenossin und Hausautorin Rossella Drudi, die auch für „After Death“ frohgemut in die Schreibmaschinentasten langte.
Wie todesmutig nun „After Death“, der auch unter dem Titel „Oltre La Morte“ („Mehr als der Tod“) firmiert und der bei uns ferner gern als „Zombie IV“ vermarktet wurde, auf dem immerwährenden Grat zwischen inszenatorischem Anarchismus und hoffnungsloser Imbezilität herumhüpft, das kann aber ohnehin nur begreifen und nachvollziehen, wer den Mut aufbringt, diesen schier unglaublichen Film selbst einmal in Augenschein zu nehmen. Ringt man bereits bei dem Versuch, dem Plot so etwas wie Stringenz oder Kausalität abzutrutzen, erfolglos mit dem hehren Vokabular der Geistesräson, so offenbart sich in Anbetracht von Dramaturgie, Dialog (die deutsche Synchronfassung, die unter anderen immerhin mit Wolfgang Kühne und Michael Pan aufwartet, offenbart lieblichsten Schwachsinn) und, Himmel, hilf, rudimentärster Logik, erst der volle künstlerische Anarchismus Fragassos. Sämtliche der Untoten erinnern an Lepraopfer und sind in graue Lumpen gewandet, schlurfen bisweilen, können sich aber auch ebensogut grazil wie Ninjas bewegen, ballern und sogar dämlich dahersalbadern, dass es eine inkonsistente Lust ist. Die Besetzung schließlich, die diese einzigartig melangierte Versuchsanordnung aus Söldneraction und karibischem Zombiespuk, kongenial flankiert, reitet auch noch den letzten Rappen in den Stinkesumpf: Die Protagonistin Candice Daly, eine Kalifornierin, die mit nur 38 Jahren an polytoxischer Vergiftung verstarb, kann man nicht wirklich als Schauspielerin bezeichnen. Ihr Konterpart, der muskulöse Chuck Peyton, reüssierte ansonsten vorrangig unter dem Pseudonym Jeff Stryker in Schwulenpornos und verfügt über eine ähnlich mattierte Strahlkraft wie die Daly. Die eigentliche Schau bietet der tolle Nick Nicholson, eine Art Hippie mit Struppelbart, der ein wenig aussieht wie der kariöse Zwillingsbruder von Al Cliver. Wahres method acting, bleibt da nur festzuhalten. Kleine, stets mit viel Wiedersehensfreude empfangene Lieblinge wie Massimo Vanni, Ottaviano Dell’Acqua, Romano Puppo, Don „The Dragon“ Wilson und natürlich Jim Gaines vervollständigen die illustre Schar darbender Geschäftsaufstrebender, die die allseits und allzeit dräuende Entscheidungsfrage „Bullshit or not?“ für sich längst voller Selbstbewusstsein entschieden haben.
Träumschen.

5/10

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