ANT-MAN AND THE WASP

„Hiya champ! How was school today?“

Ant-Man And The Wasp ~ USA 2018
Directed By: Peyton Reed

Zwei Jahre nach seinem Einsatz für Captain America in Deutschland neigt sich der regierungsverordnete Hausarrest des ehemaligen Diebes, jetzigen Sicherheitsexperten und dann eben noch als Ant-Man umtriebigen Superhelden Scott Lang (Paul Rudd) dem Ende entgegen. Als er eine traumartige Vision von Henry Pyms (Michael Douglas) in der Molekularwelt verschollenen Gattin Janet (Michelle Pfeiffer) empfängt, wendet sich Scott an Pym und dessen Tochter Hope (Evangeline Lilly). Diese sind überzeugt, dass Janet eine von ihm unbemerkte, geistige Brücke zu Scott bei seinem damaligen Kurzbesuch im Mikroversum aufgebaut hat und bitten ihn nunmehr um Hilfe, um Janet aus der Quantenebene zu befreien. Probleme bereitet ihnen dabei nicht nur der emsige FBI-Agent Woo (Randall Park), der Scott unbedingt einen Bewährungsfehler anhängen will, sondern zudem noch der mit Supertechnologie dealende Schwarzmarkthändler Sonny Burch (Walton Goggins) und die durch zellulare Phasenverschiebung zum Tode verurteilte Ava (Hannah John-Kamen), die sich durch eine Tunnelöffnung in die Mikrowelt Heilung verspricht.

Im MCU ist „Ant-Man“ Scott Lang bislang immer wieder als spaßige Nebenerscheinung der sich mit sehr viel globaleren, um nicht zu sagen: universelleren Angelegenheiten plagenden Avengers aufgetreten. Sein zweites, wiederum von Peyton Reed inszeniertes Solo-Abenteuer, hält sich fest an diese junge Tradition und gewährt dem geneigten Betrachter ein wiederum einen stark komödiantisch getünchten Superheldenfilm, der zudem beliebten Miniaturisierungsklassikern wie „Fantastic Voyage“ oder „Innerspace“ seine kenntnisreiche Reverenz erweist. Mit den sattsam etablierten, witzigen Elementen des Vorgängers, darunter natürlich Langs Ex-Familie mit Töchterchen Cassie (Abby Ryder Fortson) und seine drei Nerd-Kumpels (Michael Peña, T.I., David Dastmalchian), angereichert, entspannt sich eine ordentlich an Rasanz zunehmende, actionreiche Odyssee durch San Francisco und das Microverse, das in punkto Gagdichte nochmals durch Scotts mittlerweile auf Vergrößerung ausgeweitete Fähigkeiten profitiert und das mit halsbrecherischer Kinetik zu glänzen weiß. Dabei schafft es die Story diesmal sogar, auf einen ausgesprochen sinistren Bösewicht zu verzichten – zwar haben Lang und seine Gespielen allerlei Schwierigkeiten damit, ihre Widersacher an der Nase herumzuführen, auszutricksen und auszubooten, all dies geschieht jedoch mit einer stets fluffigen Unbekümmertheit, die die wie immer gänzend dargebotene F/X-Maschinerie instrumentalisiert und nicht umgekehrt.
Im Ergebnis macht das ein prächtig aufgelegtes, sonniges, dem Erstling nahezu ebenbürtig tolles Sequel, an dessen bravourös eingeflochtenem (Mid- und Postcredits-)Ende selbst die wegen angeblich mangelhafter Kontinuität murrenden Fans aufatmen können – der Thanos-Snap macht selbstverständlich auch vor Ant-Man und seinen Freunden nicht Halt (Scotts menschengroße Avatar-Ameise, nebenbei ein formidabler Jokus-Lieferant, ausgenommen). Im Gegenteil, sie werden demnächst, wenn es gilt, den Schaden wieder geradezurücken, umso dringender gebraucht werden. Auf dass ein gezielter Wespenstich des verrückten Titanen Hirn lahmlege! Ich freue mich drauf (wie üblich) drauf wie Oskar – was auch sonst?

8/10

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