DEMON WIND

„You don’t own that property.“

Demon Wind (Tanz der Dämonen) ~ USA 1990
Directed By: Charles Philip Moore

Nachdem Cory (Eric Larson) Zeuge vom Suizid seines erst just wiedergefundenen Vaters (Jake Jacobson) wurde, will er dessen Herkunft ergründen, was ihn und neun seiner Freunde zu einer verlassenen Provinzfarm führt, auf der Corys Dad einst geboren wurde und auf der sich zu Depressionszeiten höchst Mysteriöses abgespielt haben muss. Gleich bei der Ankunft werden die jungen Leute mit dem Übersinnlichen konfrontiert: Die Autos springen nicht mehr an, ein merkwürdiger Nebel lässt sie nicht mehr fort. Bald tauchen gräslich entstellte Dämonen auf, deren oberster Boss (C.D.J. Koko), niemand Geringerer als der Sohn des Satans, Cory ans Leder will. Doch dieser verfügt zum Glück über das alte Tagebuch seiner Großmutter (Elizabeth Ince), in dem sich einige hilfreiche Zaubersprüche verbergen…

Aua. Ich darf ohne Umschweife zugeben, „Demon Wind“ vor allem deshalb angeschaut zu haben, weil er (blamablerweise) noch immer zu den legendären §-131-Filmen zählt, jenen „verdienten“ Werken also, die den im StGB verankerten Verdacht der medialen Gewaltverherrlichung erfüllen und daher in Deutschland nicht (mehr) öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen. Einen anderen Grund kann es, soviel darf ich nach erfüllter Mission gleich vorwegschicken, allerdings auch nicht geben. Charles Philip Moores Regiedebüt muss sich am Ende nämlich bloß einen Vorwurf gefallen lassen: Den der allumfassenden Debilität. Was man den Mann lassen muss: Er hat sein gewiss ehrgeiziges Ziel, einen etwas deftigeren Indie-Horrorfilm im Stil von „The Evil Dead“ zu drehen, immerhin in die Tat umsetzen können; die grundsätzlich einmal vorhandene Ambitioniertheit des Projekts spiegelt sich dabei vor allem in den schleimigen, latextriefenden Masken der sprücheklopfenden, zombieesken Höllenwesen wider. Leider hat Moore jedoch vergessen, dass ein wirklich nachhaltiger Gattungsvertreter etwas mehr benötigt als eine hübsche, werbewirksame Fotostrecke in der Fangoria; im günstigen Fall sollte wahlweise eine spannende bis bedrohliche Atmosphäre evoziert , das Element des Übernatürlichen auf zumindest halbwegs ausgereiftem Fundament platziert werden und die Darsteller vielleicht zu etwas mehr imstande sein denn träge durch die kargen Kulissen zu tapern und ihre sinnentleerten Dialoge gelangweilt herunterzurasseln. Kameraarbeit, Szenengestaltung und Montage sind eine einzige Vollkatastrophe und sorgen dafür, dass niemals auch nur der Eindruck veritablen Tempos entsteht, und wenn in Nahaufnahme der dreihundertachtundsechzigste karobehemdete Dämonenwanst explodiert und sein gelbes Kunstblut verspritzt, dann wird die Wanduhr zum besten Freund des leidgeprüften Rezipienten. „Demon Wind“ ist somit nicht nur unbehende, strunzdumm und lächerlich und sieht scheiße aus; er ermangelt als letztes probates Element möglicher Ehrenrettung auch noch jeglichen Anflug glaubhaft vorgetragener Selbstironie. Und wenn Cory sich am Ende dann noch selbst in einen „guten Dämon“ verwandelt, um dem ziegenbeinigen Obermotz gegenüberzutreten, dann ist endgültig der Ofen aus. Dass „Tanz der Dämonen“ bei uns sogar ein Kinoeinsatz zuteil wurde, erscheint nunmehr unglaublich.
Aua zum Quadrat.

3/10

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