LA LEGGENDA DI ENEA

Zitat entfällt.

La Leggenda Di Enea (Äneas – Held aus Troja) ~ I/F/YU 1962
Directed By: Giorgio Venturini

Sieben Jahre nach dem Tode seiner geliebten Krëusa, der Flucht aus dem von den Spartanern niedergebrannten Troja und einer anschließenden, entbehrungsreichen Odyssee landet Aeneas (Steve Reeves) mit seinen Leuten in Latium, wo er eine neue Heimat errichten will. Während der Segen des regierenden Königs Latinus (Mario Ferrari) ihm sicher ist, sieht der machthungrige Despot Turnus (Gianni Garko) in Aeneas einen lästigen Konkurrenten, den es flugs zu vertreiben gilt. Doch Aeneas‘ Pläne stehen bereits auf festem Boden und so bedarf es einiger Intrigen des bösen Turnus, sich der Neuankömmlinge zu entledigen. Der nachfolgende Konflikt kostet Aeneas viele Verbündete, doch beschert er ihm zugleich die Liebe einer neuen Zukünftigen, Latinus‘ Tochter Lavinia (Carla Marlier). Schließlich gelingt es Aeneas mithilfe der Etrusker, die feindlichen Heere zu vernichten und Turnus im Zweikampf zu besiegen. Der Grundstein für seine erste Stadt Lavinium kann gelegt werden.

Obschon das Sequel zu Giorgio Ferronis „La Guerra Di Troia“ sich augenscheinlich noch etwas kostengünstiger als der Vorgänger ausnimmt, die Kulissen (so etwa Aeneas‘ Ansiedlung, die aus ein paar notdürftig zusammengekloppten Holzverschlägen und einem ziemlich albernen Wehrzaun besteht) noch ein wenig billiger erscheinen und eine geringere Anzahl an Komparsen zur Verfügung stand, ist „La Leggenda Di Enea“ der eindeutig schönere Film der beiden. Steve Reeves rückt als Titelheld weiter ins Zentrum und spielt – freilich wieder mit derselben neckischen Bartfrisur ausgestattet – tatsächlich um Einiges dedizierter denn im Original; mit der aparten Carla Marlier steht ihm eine ausgesprochen reizende Gespielin zur Seite und mit Gianni Garko ein hervorragender, seine Diabolik genüsslich ausspielender Antagonist gegenüber. Vor allem Venturinis Regiekunst ist es jedoch, die „La Leggenda Di Enea“ zugleich zu einem der schönsten Reeves-Filme und damit folglich zugleich auch zu einem der schönsten mir bekannten Pepla macht: Der Mann bewies hier ein ausgezeichnetes Gespür für die Inszenierung von Schauplätzen, Räumen und Atmosphäre; allein die finale Konfrontation zwischen Aeneas und Turnus, die die beiden Kontrahenten auf ihren Streitwagen unter anderem durch ein pollengesäumtes Wäldchen führt, weit eine geradezu poetische visuelle Qualität auf und steckt jeden Aufzug aus Ferronis Film locker in die Tasche. Witzige trivia: Der zehnjährige Charles Band, dessen zu jener Zeit in Italien weilende Vater Albert an Script und Produktion mitwerkelte, spielt (unkreditiert) Aeneas‘ Sohnemann Ascanius.
Da die den Brückenlag zwischen griechischer und römischer Mythologie wagende Aeneas-Sage über einige Generationsumwege schließlich zu dessen Nachkommen Romulus und Remus führt, bietet sich der gleichnamige Film von Sergio Corbucci, der eigentlich noch vor „La Leggenda Di Enea“ entstanden ist, bestens zur weiteren Beschau an. Dem werde ich unlängst Rechnung tragen müssen.

8/10

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