GETTING EVEN

„Don’t mess with Texas!“

Getting Even (Inferno USA) ~ USA 1986
Directed By: Dwight H. Little

Leslie „Tag“ Taggar (Edward Albert), Lebemann, Abenteurer, Superagent, Philanthrop und Besitzer eines großen Chemie-Konzerns in Dallas, stiehlt zusammen mit ein paar Kumpels im Zuge eines waghalsigen Kommando-Unternehmens ein hochpotentes Nervengas aus einem Labor der Sowjets in Afghanistan. Zurück daheim soll seine Ex-Freundin Paige Starson (Audrey Landers), die für das FBI arbeitet, vor Ort dafür Sorge tragen, dass das Gas zügig analysiert und vor allem ein entsprechendes Gegenmittel entwickelt wird. Taggars Hauptkonkurrent, der Rancher und Pferdenarr King Kenderson (Joe Don Baker), bekommt indes Wind von dem erbeuteten Kampfstoff und lässt ihn aus Taggars Labor stehlen. Ein schieflaufender Laborversuch kostet Kendersons Geliebte Molly (Caroline Williams) das Leben, woraufhin diesem eine Sicherung durchbrennt: Er erpresst die Stadt Dallas um einen Millionenbetrag. Nur Taggar kann die Kastanien noch aus dem Feuer holen…

Eine weitere, kleine Action-Preziose aus den besonders gattungsbezogen auch nach Jahrzehnten noch so illuster schillernden Achtzigern ist Dwight H. Littles „Getting Even“. Was möglicherweise als Startschuss für ein folgendes Franchise um den omipotenten Superhelden Tag Taggar geplant war, konnte sich jedoch bereits mit seiner Premiere lediglich eines Schattendaseins rühmen und blieb bis heute eine kleine Genre-Apokryphe. Dabei hat „Getting Even“, den ich als Video-Kid einst besonders liebte, doch alles, was es braucht – angefangen mit einer völlig erdlosen Over-the-Top-Präambel rund um das gestohlene Kampfgas aus sowjetischer Manufaktur über die Charakterisierung des Helden, einer Art besonders unehelichem Bastard aus Rambo, Magnum und Bond, der Nichts nicht kann und dessen von Joe Don Baker gespielter Nemesis (der stets Erfreuen hervorrufende Akteur übte hier offenkundig bereits für seinen Folge-Part als halbirrer Waffenhändler Whitaker im Dalton-007 „The Living Daylights“) zusehends die Nadeln von der Tanne fallen – durchweg selbstverschuldet, wie anzumerken bleibt.
Die Darsteller, allen voran der sich nicht allein infolge seiner ungeheuer aufplusternde Edward Albert (dem leider kein hohes Alter vergönnt war), sind durch die Bank mit geradezu kindlicher Spielfreude dabei und passen sich damit kongenial der nicht minder überlebensgroßen Inszenierung Littles an, die in symbiotischer Vereinigung mit der bombastischen Musik Christopher Youngs vorgibt, wesentlich monumentaler zu sein, als sie letzten Endes ausfällt. Dennoch muss man dem Film – so dulle er sich phasenweise tatsächlich ausnehmen mag – zugute halten, dass er bei all seiner naiven Fabulierlust einfach ganz viel ansteckende Freude bereitet, die seine launige Münchener Synchronisation nochmals unterstreicht. Leider ist die deutsche VHS-Fassung, auch in ein, zwei anscheinend unappteitlichen Details, merklich gekürzt. Ich hoffe, dass sich bald irgendein tapferes Label der Sache annimmt und diese klaffende Lücke in meinem Digitalregal adäquat zu füllen vermag.

7/10

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