LA MANSIÓN DE LA NIEBLA

Zitat entfällt.

La Mansión De La Niebla (Das Haus im Nebel) ~ E/I 1972
Directed By: Francisco Lara Polop

Mehrere motorisierte Reisende sind mit unterschiedlichen Zielen in einer winterlichen, ruralen Gegend unterwegs. Bald verirren sich nächtens alle von ihnen in einem nebligen Tal und landen schließlich im abgelegenen Hause von Martha Clinton (Evelyn Stewart). Deren Domizil ist gesäumt mit abschreckenden Gemälden, die offenbar noch von ihrer vor Jahren verstorbenen Tante stammen, einer Hexe. Auch Vampire sollen in der Gegend ihr Unwesen getrieben haben. Der junge Motorradfahrer Fred (Andrés Resino) und die Tramperin Laura (Lisa Leonardi) glauben, dass sich ein ganz anderes Geheimnis hinter den Mauern des Gebäudes verbirgt und recherchieren in den Kellegewölben. Derweil ereilt den nervösen Mr. Porter (Franco Fantasia) ein Herzinfarkt…

Polops Regiedebüt entstand zu einer Zeit, da es dem mediterranen Genrekino ganz allgemein und dem spanischen Horrorfilm im Speziellen noch gestattet war, zu florieren. Dementsprechend stammen einige der wesentlichsten und denkwürdigsten Gattungsbeiträge aus jener Ära, so auch „La Mansión De La Niebla“. Dieser gibt sich zunächst den Anstrich eines übernatürlich kontextualisierten Gruselstücks mit Geistern und Vampiren, die nach den Berichten der Hauseignerin Mrs. Clinton (in der deutschen Synchronfassung mit stoischer Betonung der zweiten Namenssilbe) die Wiedergänger ihrer überreifen, toten Tante und deren Chauffeurs (José Luis Velasco) sein sollen. Wie so oft entpuppt sich der ganze, großarrangierte Mummenschanz bald als Miniverschwörung, deren einziges Ziel es ist, die reiche Elsa (Analía Gadé), der ihr gieriger Gatte Ernest (Alberto Dalbés) schon seit längerem überdrüssig ist, in den Wahnsinn zu treiben, auf dass der sinistre Ränkeschmied sich ihrer entledigen kann und der Weg zu ihrem Vermögen frei ist. Dummerweise bahnen sich – wie so oft – einige unbekannte Variablen ihren Weg in die Umsetzung des teuflischen Plans; zum einen drei ungeplante, weitere Gäste, zum anderen ein altes Trauma Elsas, dass aus einem tiefverwurzelten Hass gegen ihren verstorbenen Vater (George Rigaud) resultiert und sich im Finale in einem bösen Amoklauf Bahn bricht.
Polops Einflüsse, darunter Hammer, Bava und Aldrich, sind kaum zu übersehen und können auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass „La Mansión De La Niebla“ trotz immer wieder aufblitzender hübscher inszenatorischer Einfälle an einer umfänglichen Einfalt und dümmlichen Dialogen leidet, die eine tiefere Involvierung des Zuschauers ins Geschehen frontal torpedieren. Was bleibt, ist der Charme des Zeitkolorits und das Schmunzeln über das ebenso naive wie tapfere Selbstverständnis des Films, das seine latente Ironie zu einer zutiefst unfreiwilligen werden lässt.

5/10

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