THE BIG SCORE

„I’m never gonna go to war with you again!“

The Big Score (Chicago Cop) ~ USA 1983
Directed By: Fred Williamson

Detective Frank Hooks (Fred Williamson) vom Chicago P.D. lässt sich nichts gefallen. Freche Drogendealer bekommen schnell mal Saures von ihm, weshalb seine Vorgesetzten (u.a. Ed Lauter) auch nicht sonderlich gut auf Hooks zu sprechen sind. Als er und seine Partner den Pusher Goldy (Michael Dante) auf frischer Tat hochnehmen, kann Hooks zwar den flüchtenden Gangster stellen und erschießen, das Drogengeld von einer Million Dollar jedoch verschwindet während der Verfolgungsjagd. Man verdächtigt Hooks, den Zaster eingesackt zu haben und suspendiert ihn trotz aller Unschuldsbeteuerungen vom Dienst. Nachdem wiederum Goldys Boss Mayfield (Joe Spinell) von der Sache erfährt, setzt er seine Killer (Bruce Glover, Tony King) auf Hooks und dessen Frau (Nancy Wilson) an, was dem knüppelharten Bullen gar nicht schmeckt. Zudem muss Hooks‘ Partner und Freund Davis (John Saxon) dran glauben. Hooks geht auf eigene Rechnung gegen die Übeltäter vor…

Fred „The Hammer“ Williamsons (von ihm bis heute höchstpersönlich kultivierter) Nimbus als unentwegt Zigarre qualmender, ultracooler Handkantenausteiler vor der Kamera ist dermaßen prägend, dass man gern zu übersehen geneigt ist, dass er seit 1975 auch 17 1/2 Filme selbst inszenierte – die meisten davon natürlich mit sich in der Hauptrolle. Über die Regiequalitäten des Ex-Football-Cracks lässt sich gewiss streiten; nicht jedoch darüber, dass sein Gesamtwerk ein überaus stolzes Selbstbewusstsein und den unbeirrten Glaube in die eigenen Fähigkeiten aus jeder Pore schwitzt. Um Williamson herum bewegte sich zudem stets eine verlässliche Traube aus anderen Filmschaffenden, mit denen ihn auf steter Reziprozität beruhende Freund- und Partnerschaften verbanden – seien es seine Blaxploitation-Kollegen aus den frühen Siebzigern, diverse schillernde Figuren aus dem New Yorker Grindhouse-/Underground-Sektor, die italienischen Genremeister der Spätsiebziger und Achtziger oder, bis in die Gegenwart hinein, der ihn nach wie vor stets gern als Gastbonbon bemühende, internationale Regienachwuchs. So erklärt sich auch, warum ein sehr simpel gestrickte und gefertigte Arbeit wie „The Big Score“ bis in die Nebenrollen vor wohlgelittenen Namen strotzt, wo Andere möglicherweise nur unbekannte Kleinstdarsteller hätten engagieren können. Gewiss sind es vor allem jene vielen Lieblingsgesichter, die diesem achten Regiefilm Williamsons (wie einigen anderen von ihm sicherlich auch) sein spezielles Bukett verleihen und ihn trotz aller nachsehbaren Schwächen zu einem fröhlichen Hallo verhelfen. Plot und Dramaturgie straucheln unentwegt, es gibt zwei derbe Gewaltszenen um jeweils auseinanderfliegende Leiber, die, soviel lässt zumindest der sie betreffende, abrupt wirkende Schnitt vermuten, einige MPAA-Federn haben lassen dürften. Um diese doch sehr netten Ingredienzien wie um ein paar sympathisch-komisch angelegte Nebenparts (D’Urville Martin, James Spinks) herum kloppt sich der summa summarum spaßige „The Big Score“ seine eigene, kleine Nische ins Kinogemäuer und lässt sich darin von geneigteren Kunden noch immer lustvoll betrachten.

6/10

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