L’ULTIMO GUERRIERO

Zitat entfällt.

L’Ultimo Guerriero (Rockit – Final Executor) ~ I 1984
Directed By: Romolo Guerrieri

Jahre nach dem nuklearen Holocaust teilt sich die Menschheit grob in zwei unterschiedliche Gesellschaftsstränge: die „Ausgestoßenen“ dienen einer privilegierten Oberschicht, die die Hoheit über Nahrungsmittel und Waffen genießt, als bloße Jagdbeute. Eines Tages landen auch der Kybernetiker Alan Tanner (William Mang) und seine Partnerin (Cinzia Bonfantini) unter jenen bedauernswerten Todgeweihten. Sie geraten in die Fänge der Jägerin Hydra (Marina Costa) und ihres Trosses. Alans Frau wird in seinem Beisein vergewaltigt und ermordet, er selbst später offenbar tot zurückgelassen. Doch der Ex-Polizist Sam (Woody Strode) findet ihn, pflegt ihn gesund und hilft ihm später, sich auf seine Blutrache gegen Hydra und den nicht minder sadistischen Erasmus (Harrison Muller) vorzubereiten.

Nomen est omen: Romolo Guerrieris tatsächlich letzte vollwertige Regiearbeit fällt unter die zeitgenössisch angesagten italienischen Endzeit-Plagiatsfilme im Gefolge vor allem von „Mad Max 2“, muss sich allerdings leider zu deren schwächeren Vertretern zählen lassen. Begründen muss man dies vor allem mit den überaus bescheidenen production values. Gewiss, die Italiener haben für ihre Genrewerke insbesondere nach der Ära der internationalen Co-Produktionen, sprich: in den achtziger Jahren, nie sonderliche viele Lire springen lassen, was den meisten im postapokalyptischen Milieu angesiedelten Action-/SciFi-Filmen anzusehen ist. „L’Ultimo Guerriero“ jedoch wirkt mit seinem sichtlich schmalen Budget wie eine bloße Abschreibungsproduktion. Wo ansonsten zumindest flott umgebaute Fahrzeuge, mäßig maskierte Mutanten und fantasievolle Kostüme zu Trümpfen wurden, hat Guerrieris Finale praktisch nichts von alledem zu bieten. Das Hauptmotiv variiert abermals „The Most Dangerous Game“, kleidet den Manhunt-Topos in dystopische Gewandung und kombiniert es mit einer Rachegeschichte. Das Script wähnt sich clever, wenn es den karg bewaffneten Helden am Ende mit einem Résistance-Kreuz zur Gegenwehr schreiten lässt und zieht als bombe surprise den langsam steif werdenden, aber immer würdevoll bleibenden Woody Strode aus dem Ärmel, der sich, mit runden siebzig Lenzen auf dem immer noch drahtigen Buckel, zu jener Zeit ja immer wieder für kleine Jobs in Italien hergab. Hier spielt er im Prinzip einen bärbeißigen Schleifer, der zweifelsohne Louis Gossett jr.s oscarprämierten Part aus „An Officer and A Gentleman“ entsprechen soll. Strodes Auftritte, in der deutschen Vertonung von Wolfgang Hess geziert, finden sich dann erwartungsgemäß auch mit den schönsten Momenten von „L’Ultimo Guerriero“ verbunden. An zig anderen Stellen hapert’s dann aber doch arg. Als Exploitation-Kracher nimmt sich das Ganze allzu brav und zurückhaltend aus; wenn Leute erschossen oder von Muller mit seinem Samurai-Schwert attackiert werden, geschieht das völlig unblutig und ohne jedwede Effektaufwendungen – man fällt einfach schreiend um. Vermutlich fehlten selbst für Kunstblut noch die Moneten. Wären die paar Nacktszenen nicht, bliebe eigentlich gar nichts, was „L’Ultimo Guerriero“ überhaupt noch ein gewisses Bahnhofskino-Odeur anhaften ließe.
So bleibt Guerrieris Abschiedsvorstellung selbst innerhalb seiner Kopistenentourage noch ein Produkt zweiter Wahl und historisch betrachtet unwesentlich mehr denn ein reines Komplettierungsobjekt.

4/10

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