WONDER WOMAN

„What I do is not up to you!“

Wonder Woman ~ USA/CN/HK/UK/I/CAN/NZ 2017
Directed By: Patty Jenkins

Die Amazone Diana (Gal Gadot) wächst auf der vom Rest der Welt abgeschotteten Insel Themyscira auf, deren Bewohnerinnen eine enge Verbindung zur griechischen Sagenwelt pflegen. Ihren ersten Mann bekommt Diana 1918 zu Gesicht, als der US-Pilot Steve Trevor (Chris Pine) durch Zufall vor ihrer Insel notwassert. Als die idealistische, friedliebende Diana von ihm erfährt, was sich soeben in der Außenwelt abspielt, entschließt sie sich in der Überzeugung, der Kriegsgott Ares sei für jene Schrecknisse verantwortlich, Trevor zu folgen und den mythologischen Unhold zu stellen. Bevor sie Ares tatsächlich gegenübersteht, hat Diana noch einige Abenteuer zu bestehen.

Mit „Wonder Woman“ geht DC in die vierte Filmrunde und liegt damit noch immer meilenweit hinter der Konkurrenz von Marvel zurück. Ob sich dahinter eine Strategie verbirgt, das Publikum nicht zu übersättigen, oder ob es schlicht der zurückhaltenderen Qualität der Resultate anzulasten ist, dass sie wesentlich geringer frequentiert zu Tage treten, mag Spekulationssache sein. „Wonder Woman“, um den ja wieder recht großes Trara veranstaltet wurde, von wegen „erster von einer Regisseurin inszenierter Superheldenfilm“ etc.pp. bewegt sich ziemlich eindeutig auf der von „Man Of Steel“ und „Batman V Superman“ vorgerodeten Schneise, den etwas schmalhirnigen „Suicide Squad“ eimal außen vorgelassen. Die Titel-Heroine, neben Superman und Batman seit jeher die Dritte im Bunde von DCs „Big Three“, hatte ihr aktuelles Debüt ja bereits inmitten der beiden alliierten Muskelprotze bei Zack Snyder gegeben und eine  dementsprechend sanft eingeleitete Kinogeburt. Innerhalb der Rahmenhandlung erhält sie von niemand Geringerem als dem alten Flederfuchs Bruce Wayne ein altes Foto aus dem Ersten Weltkrieg, das die seither um keinen Tag gealterte Heldin mit ihrem damaligen Galan Steve Trevor an der belgischen Front zeigt. Die hernach präsentierte origin wird also im Zuge einer Erinnerung abgespielt. Wonder Womans Herkunftsgeschichte ist im Rahmen ihrer Comic-Historie wohl so oft umgeschrieben und neu interpretiert worden wie die keiner anderen DC-Figur; mal ist sie aus einem Lehmklumpen heraus entstanden, dann wieder das Resultat eines schwachen, fleischlichen Moments, mal gibt es zwei Wonder Women (Dianas Mutter Hippolyta ist eigentlich ihre Vorgängerin). Was also eine wie auch immer geartete, direkte Anbindung an das gezeichnete Vorbild anbelangt, konnte der Film praktisch so gut wie nichts falsch machen. Die Idee, Diana erstmals vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs aktiv werden zu lassen ihr hernach gleich auch noch dessen Beendigung zuzuschreiben, erweist sich als durchaus charmant. Dass bei den betagteren Vertretern der Superheldenzunft auch historische Szenarien funktionieren, wissen wir bereits von „Captain America: The First Avenger“. Das Schützengrabengetümmel der Westfront bietet der Heldin allerlei rustikale Gelegenheiten, ihre noch nicht zur Gänze entdeckten Fähigkeiten auszuschöpfen und ordentlich kaiserliche Soldaten von der Platte zu putzen. Mir hat’s gefallen. Gal Gadot geht als nahezu perfekte Realinkarnation der schönen Amazone durch, Chris Pine erschien mir indes austauschbar. Subsummiert ist „Wonder Woman“ durchaus okay und phasenweise vergnüglich, wozu auch eine gepflegte Leichtigkeit im Umgang mit dem Sujet beiträgt. Dennoch freue ich für meinen Teil mich nach wie vor wesentlich mehr auf „Infinity War“ als auf den „Justice League“-Film…

7/10

TREASURE OF THE GOLDEN CONDOR

„This time I’ll stay!“

Treasure Of The Golden Condor (Im Reiche des goldenen Condor) ~ USA 1953
Directed By: Delmer Daves

Frankreich im 18. Jahrhundert: Nachdem ihm sein Geburtsrecht als unehelicher Sproß eines Adligen aberkannt wurde, verlebt Jean-Paul von St. Malo (Jerry Hunter) die ersten Jahre seines Lebens bei seinem Großvater mütterlicherseits, einem armen Büchsenmacher (Walter Hampden), bis ihn sein raffgieriger Onkel Edouard (George Macready) auf das Familiengut holt und Jean-Paul dort als Stallknecht arbeiten lässt. Dennoch wächst er zu einem kräftigen Klassenfeind (Cornel Wilde) heran, der sich nichts gefallen lässt. Die Liebe zu seiner Cousine Marie (Anne Bancroft) wird von Edouard schließlich entdeckt und Jean-Paul fürchterlich verprügelt und nebst seinem Großvater an die Justiz verraten. Auf Rache sinnend, erhält Jean-Paul seine Chance, als er den alten Schatzsucher MacDougal (Finlay Currie) kennenlernt, der hinter einem alten Maya-Schatz in Tikal her ist. Jean-Paul schließt sich MacDougal und seiner Tochter (Constance Smith) an, um gemeinsam mit ihnen in Guatemala nach dem Schatz zu suchen. Nach einer abenteuerlichen Odyssee kehrt Jean-Paul in cognito in die alte Heimat zurück, versichert sich der Sympathien des Advokaten Dondel (Leo G. Carroll) und bereitet sich darauf vor, sich sein Eigentum zurückzuholen.

Als hauseigene Remake eines elf Jahre älteren Fox-Abenteuerklassikers mit Tyrone Power, nebst allerdings historisch und regional verändertem Setting begeistert „Treasure Of The Golden Condor“ das jung gebliebene Technicolorherz, dass es eine Art hat. In diesem von Delmer Daves ausladend und ausnehmend schön gefertigten Meisterstück gibt es tatsächlich nichts, was nicht stimmte, bis hin zum letzten i-Tüpfelchen. Seien es die erwartungsgemäß herrlichen Kostüme und Kulissen, die zur damaligen Zeit seltene, aber umso lohnenswertere Entscheidung, Außenszenen vor Ort zu drehen, die Fabulierlust der im Grunde hausbackenen, stark von Dumas beeinflussten Rache-Story oder schlicht Daves‘ verlässliches Erzähltalent: Es passt einfach. Von den Darstellern ganz zu schweigen; Cornel Wilde als Held ging immer, George Macready als Bösewicht nicht minder; Finlay Currie als alter Zausel bürgte stets für hohe darstellerische Qualität bis in die Nebenrollen, Leo G. Carroll als verschrobener, zunächst recht undurchsichtiger Rechtsgelehrter; Constance Smith als ebenso schöne wie intelligente Heroine ist toll, Anne Bancroft als intrigante Aristokratenschlampe noch toller. Der Plot schlägt viele Wendungen, so, dass es sich als immens vorteilhaft erweist, wenn man möglichst wenig über den Inhalt weiß und der Geschichte somit umso gebannter folgt.
Richtig, richtig schön. Ernsthaft.

9/10

MACISTE, L’UOMO PIÙ FORTE DEL MONDO

Zitat entfällt.

Maciste, L’Uomo Più Forte Del Mondo (Maciste und die Königin der Nacht) ~ I 1961
Directed By: Antonio Leonviola

Der Muskelmann Maciste (Mark Forest) gerät in Konflikt mit den zum Leben ohne Sonne verdammten Maulwurfsmenschen, die das Volk des ermordeten König Khur (Nando Tamberlani) versklaven, um es in ihrem unterirdischen Reich Juwelen abbauen zu lassen. Zusammen mit seinem neuen Kumpel Bango (Paul Wynter) lässt auch Maciste sich gefangennehmen und lernt mit Halis Mojab (Moira Orfei) die rachsüchtige, missgünstige Königin der Maulwurfsmenschen kennen. Diese würde den properen Maciste am Liebsten vom Fleck weg heiraten, doch jener erweht sich tapfer aller Avancen durch das böse Luder.

Neben Herkules brachte es der Muskelheld Maciste im Peplum der sechziger Jahre auf die meisten Serieneinträge. Wikipedia listet immerhin ganze 25. Dabei handelte es sich im Prinzip bloß um eine fix herbeigewunschene Wiederbelebung: In den zehner und zwanziger Jahren hatte der Bodybuilder Bartolomeo Pagano den Maciste bereits 26 Male gegeben. Der ursprünglich als karthagische Held konzipierte, bärenstarke Protz hatte im Vergleich zu Herkules dabei den Vorteil, nicht auf einen singulären, mythologischen Background festgelegt zu sein. Maciste turnte stattdessen munter durch Epochen und Regionen, war mal im alten Rom aktiv, dann im Schottland des 17. Jahrhunderts, nur um dann einem ägyptischen Pharao beizustehen oder in Spanien gegen Zorro anzutreten. In „Maciste, L’Uomo Più Forte Del Mondo“ war es an Fünffach-Maciste (und damit Silbermedaillen-Gewinner nach Kirk Morris), an unbestimmtem Ort und zu unbestimmter Zeit den Kampf gegen ein albino-artiges, unterirdisches Völkchen aufzunehmen, das, ganz seiner grottigen Herkunft entsprechend, nur Übles im Sinn hat. Dabei steht Forest ein nicht minder gut ausgestatter, dunkelhäutiger Recke namens Bango zur Seite, der in der deutschen Synchronisation mit dümmlichem Bamse-Olumbe-Dialekt „angereichert“ wurde, wohl, um seine Urwaldherkunft zu unterstreichen. Überhaupt wird viel von „Rassen“ und deren Differenzen parliert; zugleich lässt sich ein mehr oder minder diffuses, homoerotisches Element , wie es dem Peplum häufig ohnedies innewohnte, unter den beiden Raubritterkreuzen nicht hinfortleugnen. In ideologischer Hinsicht gibt es also einiges an tumbem Gekaspere, wobei Forest, der die Stimme von Hansjörg Felmy bekam, allein durch diesen Umstand gleich nur noch halb so blöd wirkt. Ist aber auch egal: Kämpfe gegen einen Affenmenschen im Kostüm und gegen ein paar Löwen sowie eine bombastische Kraftprobe machen Vieles an Unbill wieder wett und diesen Maciste zu einem Musterexempel seiner leicht debilen Zunft. Dass die billig edierte deutsche DVD eine abartig-asynchrone Synchrontonspur aufweist, halte ich nebenbei an dieser Stelle für meine warnungsvolle Mitteilungspflicht.

6/10

CAPTAIN KIDD

„I accuse this man of piracy and murder!“ – „Was ever a gentleman that misfortunate?“

Captain Kidd (Unter schwarzer Flagge) ~ USA 1945
Directed By: Rowland V. Lee

England, 1699. Der feiste Piratenkapitän William Kidd (Charles Laughton) kehrt, nachdem er im Indischen Ozean eine Galeone gekapert und die Beute vergraben hat, nach London zurück, um dem Monarchen William III (Henry Daniell) das Unschuldslämmchen vorzuspielen und sich ein offizielles Kommando im Namen der Krone zu ergaunern. Für Kidd, der sich während der kommenden Reise nach Madagaskar, von wo aus er das Diplomatenschiff „Quedagh Merchant“ zurück eskortieren soll, seiner früheren Genossen zu entledigen plant, läuft zunächst alles nach Plan. Doch unter den angeheuerten Galgenstricken findet sich auch ein geheimnisvoller, junger Mann namens Adam Mercy (Randolph Scott), der ganz eigene Ziele zu verfolgen scheint…

Mit den großen Piratenfilmen von Warner und MGM hält diese kleine, von Rowland V. Lee inszenierte Produktion nicht ganz Schritt, zumal es sich auch im Nachhinein noch ungewöhnlich ausnimmt, dass das Werk nach seinem Bösewicht benannt ist, der vom Script zudem deutlich prominenter behandelt wird als der vergleichsweise blasse Held. Randolph Scott, der üblicherweise nicht umsonst dutzende Male auf den wortkargen, seelengequälten Westerner besetzt wurde, fehlen tatsächlich die gebotene Flamboyanz und der Glamour eines Tyrone Power oder Errol Flynn, um es mit einem darstellerischen Kaliber vom Schlage des zwischen wohlfeiler Ironie und Diabolik changierendem Charles Laughtons aufnehmen zu können. Mit genießerischer Boshaftigkeit führt er als historisch höchst unakkurater Captain Kidd seine Todesbuch wie eine intime To-do-Liste, wobei er immer wieder genüsslich alte Namen durchstreicht und neue hinzuträgt. Große Kaper- und Fechtszenen bleiben indes eher Mangelgut, obschon Laughton trotz seiner etwas benachteiligten Physis ein paar eindrucksvolle Finten vollführen darf.
Insgesamt ein durchaus spaßiges, kleines Genrestück, das als Pausenfüller zwischen zwei Flynns durchaus amtlich reinläuft.

7/10

PONY SOLDIER

„Stop it! I listened long enough! Pony soldier tells truth!“

Pony Soldier (Der rote Reiter) ~ USA 1952
Directed By: Joseph M. Newman

Westkanada, 1876: Nachdem ein paar streitsüchtige Cree-Indianer unter dem Renegaten Konah (Cameron Mitchell) die Grenze übertreten, eine weiße Siedlerfamilie überfallen und deren Tochter (Penny Edwards) und Scout (Robert Horton) als Geiseln genommen haben, nimmt sich der noch recht unerfahrene Mountie Duncan MacDonald (Tyrone Power) der Sache an. Gemeinsam mit dem bauernschlauen Halb-Blackfoot Natyo Smith (Thomas Gomez) reitet MacDonald ins Dorf der Cree und gewinnt unter zähen Verhandlungen nicht nur das Vertrauen des Häuptlings Standing Bear (Stuart Randall), sondern gleich noch einen Adoptivsohn (Anthony Numkena).

Ein harmloser, aber schön bunter Abenteuerwestern, in dem Fox-Star Tyrone Power abermals als wackerer Recke zu glänzen wusste. Regisseur Newman sorgte sich indes mehr um eine spannendeund amüsante Dramaturgie denn um eine ernsthaft humanistische Bestandsaufnahme der Beziehung zwischen Rot und Weiß. Zwar sickert immer mal wieder durch, dass die Cree ja schon irgendwie auch im Recht sind, wenn sie sich darüber monieren, dass sie urplötzlich Staatsgrenzen daran hindern sollen, dort zu leben und zu jagen, wie sie möchten; wenn der aufrechte Mountie dann allerdings von der „großen Mutter Königin“ zu erzählen beginnt, deren Gesetze, Anordnungen und Wünsche doch bitteschön alle zu respektieren hätten, auch (und besonders) die Indianer, dann verblassen die positiven Ansätze auch wieder ziemlich schnell. Erwähnenswert wären noch Thomas Gomez, als gemütlich-ängstlicher, aber keinesfalls schwerfälliger Mestize, der wohl die darstellerische Löwenleistung des Films erbringt und natürlich der tolle Trick, mit dem MacDonald den Häuptling endgültig „überzeugt“, sich seinen Überredungskünsten zu fügen: Gerade als es einmal kritisch wird, erscheint am Horizont die Fata Morgana eines Flussdampfers, die den Cree natürlich mächtig Schiss macht. Hier wird dann einmal mehr“zivilisatorische Überlegenheit“, wie in etwas angejährten Hollywood-Abenteuern eben üblich, zum Meister Breithans verklärt.

7/10

IL RITORNO DI ZANNA BIANCA

Zitat entfällt.

Il Ritorno Di Zanna Bianca (Die Teufelsschlucht der wilden Wölfe) ~ I/F/BRD 1974
Directed By: Luci Fulci

Einige Zeit nach seinem ersten Abenteuer in Yukon kehrt der Autor Jason Scott (Franco Nero) zusammen mit seinem Freund Kurt Jansen (Raimund Harmstorf) zurück in den kanadischen Westen. Ihre alte Freundin Schwester Evangelina (Virna Lisi) hat um Hilfe gerufen, weil der schurkische Beauty Smith (John Steiner) wieder aufgetaucht ist. Er nennt sich jetzt Charles Forth, tut so als sei er gelähmt und hat einen Regierungsbeamten (Renato De Carmine) in der Tasche. Außerdem ist er für den Tod des Indianerjungen Mitsah (Missaele) verantwortlich. Auch der treue Wolfsblut ist wieder da. Er hat in dem kleinen Bill (Renato Cestiè) und seinem Großvater, dem alten Goldgräber John Tarwater (Harry Carey Jr.) neue Freunde gefunden. Gemeinsam muss man sich nicht nur des Intrigen spinnenden Beauty Smith erwehren, sondern zudem noch des gierigen Harvey (Werner Pochath), der ganz eigene Pläne verfolgt.

Ein rundes Jahr nach der erfolgreich gelaufenen, freien London-Adaption „Zanna Bianca“ machte sich Maestro Fulci an die erste Fortsetzung (es gab dann noch zwei weitere, eilends nachgeschobene qualitativ jedoch jeweils abfallende Rip-Offs von Tonino Ricci und Alfonso Brescia), für die er den Großteil der Besetzung des Erstlings wieder zusammentrommeln konnte. Der zuvor noch prominent in Szene gesetzte Mitsah muss gleich zu Beginn den tragischen Heldentod sterben und auch John Steiners Rolle innerhalb des etwas unübersichtlichen Geschehens bleibt leider halbwegs diffus, während sich der in den ersten drei Filmvierten noch etwas mysteriös durch die verschneite Gegend schleichende Werner Pochath als finaler Gegner um die motivatorische Goldjagd hervortut. Obschon es mit dem Rotzbengel Renato Cestiè wiederum eine kindliche Identifikationsfigur für jüngere Zuschauer gibt (der in der deutschen Synchronfassung von dem jungen Oliver „Justus Jonas“ Rohrbeck gesprochen wird), fällt das Sequel bezüglich Grundstimmung und Atmosphäre insgesamt merklich düsterer aus; es gibt eine Menge mehr Leichen und am Ende, als Pochath von einem scharfkufigen Hundeschlitten überrollt wird, sogar noch einen typischen Flutschi-Gore-Effekt. Sehr gut gefällt abermals die illustre Darstellerriege: Mit dem Engagement von Ford-Veteran und Westernlegende Harry Carey Jr. als ebenso besorgtem wie zauseligem Seniorschürfer gelang der Produktion ein mittelmäßiger Coup, dazu gibt es noch die schnieke Hannelore Elsner als frustrierte Mountie-Gattin und Steiners Bösewicht verfallene femme fatale.
Zwar wirkt das Gesamtauftreten von „Il Ritorno Di Zanna Bianca“ infolge eines etwas tentakulös zusammengeklöppelten Scripts nicht ganz so konzis wie das des Vorgängers, dafür erreicht er jedoch ähnliche Qualitäten in der Einzelwertung, was ihn insgesamt zu einem würdigen, nahezu ebenbürtigen Nachfolger macht. Zweifellos ein Verdienst der Regie, wie ich meinen möchte.

6/10

KONG: SKULL ISLAND

„You don’t go into someone’s house and start dropping bombs, unless you’re picking a fight.“

Kong: Skull Island ~ USA 2017
Directed By: Jordan Vogt-Roberts

1973: Der Regierungsangestellte Bill Randa (John Goodman) und sein Adlatus Houston Brooks (Corey Hawkins) sind davon überzeugt, dass die Erde von zahlreichen, bislang unentdeckt gebliebenen Monstern übersät ist. Er bewegt Senator Willis (Richard Jenkins) dazu, ihm eine Expedition zu der im Südpazifik liegenden Insel „Skull Island“ zu finanzieren, die unter militärischer Schützenhilfe stattfinden soll. Lt. Colonel Preston Packard (Samuel L. Jackson), der den sich zum Debakel entwickelnden Vietnamkrieg nicht verwinden kann und seine Helikopter-Einheit unterstützen Randa ebenso wie der britische Fährtenleser James Conrad (Tom Hiddleston), die Photographin Mason Weaver (Brie Larson) und einige weitere Wissenschaftler. Nachdem man Skull Island erreicht hat und sogleich mit einem Granatenteppich eindeckt, tritt prompt der Herrscher der Insel, der Riesengorilla Kong, auf den Plan und dezimiert die Invasoren um gut die Hälfte. Auf sich gestellt müssen sich nun mehrere voneinander isolierte Teams durch das überaus lebensfeindliche Terrain schlagen. Kong ist nämlich bei weitem nicht das einzige und schon gar nicht das garstigste Ungeheuer auf Skull Island…

Die Produktionsgesellschaft Legendary Pictures ist ja derzeit besonders umtriebig hinsichtlich der Fortführung ihres „MonsterVerse“-Franchise, dessen erster Beitrag Gareth Edwards‘ „Godzilla“-Reboot markiert. Nach dem Vorbild des MCU gibt es zunächst einige scheinbar voneinander unabhängige Filme, die jedoch in derselben continuity angesiedelt ist, um dann zu einem vorläufig-klimaktischen, großen Mash-up zusammengefügt zu werden. Als zwangsläufig zu wertende Sprosse jener Leiter zum sukzessiv avisierten Gipfel geht „Kong: Skull Island“ völlig in Ordnung, ebenso wie überhaupt als amtlicher CGI-Monsterfilm. Man muss sich das Ganze in etwa so vorstellen wie den klassischen Trip von Fay Wray, Robert Armstrong und Bruce Cabot nach Skull Island und ihren anschließenden Aufenthalt auf der von monströsen Urviechern übersäten Insel plus einer Menge pyrotechnischer Schauwerte und Ballereien, minus der Romanze zwischen Megaprimat und weißer Frau nebst tragischem Ausgang in New York. Kong mag Brie Larson zwar, ein libidinöses Interesse geht diesmal jedoch nicht von ihm aus. Dazu ist er auch viel zu beschäftigt, immerhin muss er nicht nur gegen einen Riesenkalamaren und einen übellaunigen Samuel L. Jackson antreten, sondern zudem noch gegen eine gigantische Ekelechse mit zwei Läufen, langem Schwanz und Knochenschädel, die ihrer umfassenden Sippschaft gemäß, offenbar von Natur aus böse ist. Es rummst und kracht also ordentlich, Regie-Nachwüchsler Jordan Vogt-Roberts versäumt es glücklicherweise jedoch nicht, seinem Spektakel mit einem regelmäßig-kräftigen Herzschlag zu versehen und somit die übliche Gefahr der allermeisten Effektspektakel, sich über die Demonstration von Machbarkeiten hinaus selbst zu vergessen, weitgehend einkreist. Der Abschluss um John C. Reillys finale Heimkehr, die sehr charmant als Super-8-Film vor dem Abspann läuft, lässt es dann sogar noch einmal regelrecht eklektisch menscheln. Eine runde Sache, das.

7/10