AVENGERS: ENDGAME

„Everything’s gonna work out exactly the way it’s supposed to.“

Avengers: Endgame ~ USA 2019
Directed By: Anthony Russo/Joe Russo

Nach Thanos‘ (Josh Brolin) das gesamte Universum in Mitleidenschaft ziehendem Sieg macht der gemeinsam mit Nebula (Karen Gillan) im All treibende Tony Stark (Robert Downey Jr.) sich zum Sterben bereit, wird jedoch in allerletzter Sekunde von der zur Hilfe eilenden Carol Danvers (Brie Larson) gerettet. Die nunmehr verbliebenen Avengers machen den wahnsinnigen Titanen auf seiner Zufluchtswelt ausfindig, nur um von ihm zu erfahren, dass dieser die Infinty-Steine nach der erfolgreichen Ausführung seiner Pläne samt und sonders zerstört hat. Der kurzgeschlossene Thor (Chris Hemsworth) enthauptet Thanos daraufhin.
Fünf Jahre später versuchen die Menschen der Erde noch immer verzweifelt, mit ihren Verlusten zurecht zu kommen und auch die Avengers haben sich sehr verändert. Tony und Pepper (Gwyneth Paltrow) haben geheiratet und leben mit ihrer kleinen Tochter (Lexi Rabe) abgeschieden auf dem Land. Steve Rogers (Chris Evans) betreibt unermüdliche Trauerarbeit für Kleingruppen, der aus dem Leim gegangene Thor entlädt seinen Frust in Alkohol und irdischem Slackertum. Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) kümmert sich gemeinsam mit den auf der Erde gestrandeten Rocket und Nebula sowie Jim Rhodes (Don Cheadle) und T’Challas (Chadwick Boseman) überlebender Kriegerin Okoye (Danai Gurira) um die internationale Sicherheit und sucht parallel dazu nach Clint Barton (Jeremy Renner), der sich nach dem Tod seiner kompletten Familie als global operierender Vigilant im Untergrund bewegt. Bruce Banner (Mark Ruffalo)  hat indes seine „Hulk“-Persönlichkeit gezähmt und sie zum festen Bestandteil seines menschlichen Wesens gemacht. Der erst nach all dieser Zeit aus der Quantenrealität zurückkehrende Scott Lang (Paul Rudd), dessen Aufenthalt in der Mikrowelt ihm wie fünf Stunden erschienen, sucht die Avengers auf und legt ihnen eine letzte Möglichkeit nahe, Thanos‘ Auslöschungen rückgängig zu machen: die Zeitreise. Der unter Behelf von Tony Starks Genie bald entwickelte Plan sieht vor, in Kleinteams zu jenen Punkten in der Vergangenheit zurückzugehen, an denen man der Infinity-Steine am Günstigsten habhaft werden kann. Doch lauern in der Vergangenheit auch Thanos und dessen ihm damals noch ergebene Tochter Nebula, die durch deren zukünftiges Pendant um die Pläne der Avengers erfahren und Gegenmaßnahmen ergreifen…

Erwartungsgemäß endet diese „Phase 3“ des MCU nicht nur mit einem ausgedehnten Knall, sondern markiert weiterhin gewissermaßen einen Endpunkt der gesamten bisherigen MCU-Historie seit „Iron-Man“, in ihrer Gesamtheit auch als „Infinity-Saga“ bezeichnet. Zu diesem Zweck greift der Plot von „Avengers: Endgame“ geschickt zurück in die Ereigniswelten der zurückliegenden Abenteuer und stellt damit nochmals die größte narrative Stärke des MCU heraus, die ihre Kraft eben auch der nochmals sehr viel ausufernderen Konzeption der Comic-Welten verdankt: Die Verknüpfung inhaltlicher Details und Momente aus 21 Filmen in elf Jahren, einem gewaltigen, in der Geschichte des Kinos in dieser Form bislang einzigartigen Erbe. Die Sorge dafür, dass jene Brückenschläge sinnvoll und reibungslos ablaufen, wäre wiederum ein hervorzuhebendes Qualitätsmerkmal des MCU, dass sich spätestens mit „Endgame“ zu einem geschlossenen (wenngleich nicht abgeschlossenen), bunten Fresko ausweitet, das nunmehr, da es vollendet wurde, beinahe den Anschein einer seit Anbeginn minutiösen Planung hinterlässt.
Gewiss ist der Film zuvorderst ein direktes Sequel zu „Infinity War“, dessen brutales Finale ja bekanntermaßen ein großes Quantum an liebgewonnenem Figureninventar zu Staub zerfallen ließ und das weder die Fans noch die Avengers in solch „finiter“ Konsequenz auf sich sitzen lassen konnten. So geht nun „Endgame“ als zwangsläufig aufgefächerter Mehrakter in sein Endspiel: Nach der ersten Berappelung und der Rache an Thanos folgt  ein Zukunftssprung um fünf Jahre, die nur wenige Wunden zu heilen vermögen. Dank Scott Lang reifen dann die Pläne um einen doch noch optionalen Sieg über die Endgültigkeit des Schicksals. Mittels eines – wie könnte es anders sein – etwas wackeligen Zeitreiseplots reisen die Helden dann zu zwei bzw. drei Punkten in der Vergangenheit, um sich in den Besitz der Steine, nach wie vor klassische MacGuffins, zu bringen und stolpern dort natürlich über turbulente (New York) bis dramatische (Kosmos) Unwägbarkeiten. Es folgt die Mutter aller Superheldenschlachten, quasi ein filmgewordenes Gemälde von John Buscema, Jim Starlin, Ron Lim, George Pérez und Alan Davis in kombinierter Reinkultur, auf den Ruinen des von Thanos in Asche gelegten Avengers-Hauptquartiers. Die Gänsehäute überbieten sich, wenn nunmehr endlich sämtliche der bekannten (wiedererweckten) Heroinen und Heroen, inklusive einer gerüsteten Pepper Potts und einer wiederum im letzten Augenblick auftauchenden Captain Marvel, mitsamt ihren Armeen aus asgardianischen Walküren und Wakanda-Kriegern, um den neuen Infinity-Handschuh kämpfen und Thanos‘ Streitmacht eine herbe Schlappe zufügen. Leider versäumte man in diesem doch so naheliegenden Zusammenhang die Chance, die Defenders aus den Netflix-Serials zumindest für ein Cameo mit ins Boot zu holen – ein solcher hätte gewiss für (berechtigte) frenetische Ekstaseschreie zu sorgen vermocht. Bei mir zumindest. Natürlich gibt es in der Folge ein, um nicht zu sagen das große(s) Heldenopfer zu beklagen, dessen Trauerfeier und Auswirkungen den letzten, tränenschürenden Abschnitt des Films bestimmen. Die Wunden wollen geleckt sein, doch die Türen für die nächste, große Saga nebst den noch Aktiven und ihren Nachfolgern finden sich bereits leise und ganz wie nebenbei geöffnet.
Darüber, dass „Endgame“ zumindest für den Moment „Avatar“ als den bis dato erfolgreichsten Blockbuster abgelöst hat, mag ich, auch wenn es mich aus mehrerlei Gründen in Hochstimmung versetzt, keine weiteren, grübelnden Worte verlieren. Allein die Tatsache, das MCU infolge eines seiner schönsten Produkte weiterhin derart kassenstark und damit zukunftsgewappnet zu wähnen, genügt mir für den Moment. Ich für meinen Teil werde mit ganz viel aufrichtiger Liebe für das Erreichte und ebenso für das noch zu Erreichende am Ball bleiben. Bis hierher: Danke.

9/10

AVENGERS: INFINTY WAR

„You should have gone for the head.“

Avengers: Infinty War ~ USA 2018
Directed By: Anthony Russo/James Russo

Für seinen Infinity-Handschuh, der ihm vollbesetzt göttliche Allmacht verliehe und es ihm möglich machte, sein Vorhaben betreffs einer Sanierung des gesamten Universums zu realisieren, fehlen dem wahnsinnigen Titanen Thanos (Josh Brolin) noch vier der sechs Ewigkeitsjuwelen: Der Zeitstein, der im Besitz des Okkultisten Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist, der Gedankenstein, der dem Androiden Vision (Paul Bettany) seine menschliche Seele und damit zugleich seine Existenz verleiht, der Realitätsstein, den der außerirdische Artefaktesammler Collector (Benicio Del Toro) verwahrt und schließlich der Seelenstein, den der auf dem Planeten Vormir gestrandete Red Skull (Ross Marquand) unter Bewachung hält. Gemeinsam mit seinen Vasallen, der „Black Order“, den monströsen Outriders, und seiner mit jedem eroberten Stein anwachsenden Macht über Raum, Zeit und Realität, gelingt es Thanos, trotz der vereinten Gegenwehr der Avengers und der Guardians Of The Galaxy, sämtliche Juwelen in seinen Besitz zu bringen und seinen irrwitzigen Plan, die Hälfte aller Lebewesen des Kosmos zu beseitigen, um diesen vor sich selbst zu schützen, in die Tat umzusetzen.

Dieses gewaltige filmlogistische Unterfangen, das gemeinsam mit seinem kommenden Nachfolger zugleich Höhepunkt und Abschluss der ersten, nunmehr dreizehn Jahre andauernden und zwanzig Kinofilme umfassenden MCU-Phase zugleich krönen und abschließen soll, erfüllt die vielerorts an es gestellte, hohe Erwartungshaltung durchaus behende. Die stille Prämisse, dass in dem Superhelden-Clash die meisten der bislang vorgestellten Charaktere ein Plätzchen bekommen, vermochten die Russo-Brüder, die zuvor bereits mit zwei „Captain America“-Filmen unter Beweis stellen konnten, dass sie derart herausfordernde Unternehmungen zu stemmen im Stande sind, weitgehend einzulösen. Da der jüngste „Ant-Man“-Film und die eigentliche MCU-Nr.-20 sich den Ereignissen in „Infinity War“ leider erst in den end credits untermengt, ist eben der Kontinuität geschuldet, hat allerdings zur Folge, dass Scott Lang und seine Freunde in diesem Film noch keinen Platz bekommen konnten. Umso bedauerlicher fand ich es, dass man nicht die sich bietende Chance genutzt und das street level der Web-Serials in „Infinity War“ berücksichtigt hat. Aber das bin nur ich. Wenn diese überkandierte, halluzinogene Wundertüte der Russos ein -vermeintliches – Problem hat, dann ist es ohnehin seine mehr oder weniger zwangsläufig in die Episodenhaftigkeit dividierende Struktur. Hätte sich überhaupt da noch eine weitere Ebene einflechten lassen, in der Netflix-Defenders räudige Monsteraliens vermöbeln? Der Film müsste dann mindestens noch eine halbe Stunde länger sein. Doch halt – genau so verfahren die klassischen Comics (und auf einem von denen basiert „Infinity War“ schließlich) ja auch: Kleinere Teamabspaltungen versuchen, Pars-Pro-Toto-Probleme an unterschiedlichen Orten zu lösen. So war das früher nunmal, als ausgeflippte, hippieeske Visionäre wie Jim Starlin noch ihre überbordende New-Age-Phantasie mit Superhelden-Universen kreuzen durften. Und wer dann noch bemängelt, dass der Film ja gar kein wirkliches Ende hat, sondern mittels eines cliffhangers auf seinen von Anfang an avisierten Nachfolger verweist, der hat sowieso nichts kapiert.
Ich habe als Filmfreund ja immer das – zugegebenermaßen leicht neurotisch angehauchte Problem, mich als ausgesprochener Liebhaber des MCU permanent rechtfertigen zu müssen; im Alltagsdialog, gegenüber Freunden, dem cinephilen Netzwerk auf Facebook, manchmal, in schwachen Momenten, sogar vor mir selbst. Wer das Kino liebt, der, so scheint mir, muss das MCU schon aus Prinzip belächeln, langweilig, einfallslos, infantil und dumm oder gar verwerflich finden, verachten, oder kurz: hassen. Es fällt selbst mir, dem Fels in der Brandung, tatsächlich leichter, gängige Negativattribute zu bfinden und aufzuzählen. Die Crux ist ja offensichtlich, immerhin walzt hier vor allem eine ungeheure Geldmaschinerie vor sich her, ein kommerzieller Fliegenvorhang, der der gesamten Mainstream-Kinolandschaft seinen unausweichlichen Stempel aufdrückt. Neue Franchises schießen überall wie Pilze aus dem Boden, auch andernorts werden Handlungsbögen gespannt, narrative Pseudo-Komplexitäten zwangsetabliert, die natürlich niemals auch nur annähernd den monströsen Background von sechs Jahrzehnten Comic- und, ja, Literaturhistorie aufwiegen könnten. Das kann kein „Star Trek“ und kein „Star Wars“ und auch nichts sonst. Und vor allem das DCEU versagt weiterhin kläglich und macht, zumindest, was seine ins Leere laufenden Bemühungen anbelangt, dem filmischen Ideenpool von Marvel das Wasser zu reichen, alles falsch, was man nur falsch machen kann. Das MCU jedoch stemmt sein Erbe ungebrochen weiter und gehört mit all seinen Ausläufern für mich, und jetzt apologisiere ich schon wieder fleißig, obwohl ich’s mir doch schenken wollte, weiterhin zum Schönsten, Strahlendsten und Erfreulichsten, was ich Zeit meines Lebens an filmischer Emission erleben durfte. Hier fühle ich mich immer wieder wie zu Hause und, was fast noch wichtiger ist, gut dort angekommen. Möge das MCU noch lange Bestand haben und weiterhin so bunte Blüten treiben. Ich werde mich ebenso tapfer an deren Liebreiz erfreuen, und wenn ich mich damit noch so wenig ernstgenommen fühlen muss.

9/10

THOR: RAGNAROK

„I have to get off this planet!“

Thor: Ragnarok (Thor – Tag der Entscheidung) ~ USA 2017
Directed By: Taika Waititi

Nach den Ereignissen um den mordenden Roboter Ultron und einer längeren, erfolglosen Suche nach den Infinity-Steinen kann der Donnergott Thor (Chris Hemsworth) den Feuerdämon Surtur besiegen. Derweil hat der altersmüde Odin (Anthony Hopkins) Asgard verlassen und Thors intriganter Halbbruder Loki (Tom Hiddleston) unerkannt die Identität des Göttervaters angenommen. Nach der Klärung der Situation verabschiedet sich Odin von seinen Söhnen gen Walhalla, derweil sein ältestes Kind, die aus ihrer Gefangenschaft entkommene Todesgöttin Hela (Cate Blanchett), nachdrücklich ankündigt, dass künftig sie über Asgard herrschen wird. Zuvor entledigt sie sich ihrer beiden Brüder, die auf Sakaar landen, dem derzeitigen Aufenthaltsort des „Grandmaster“ (Jeff Goldblum), einer der kosmischen Entitäten, der nichts mehr liebt als Schaukämpfe. Als sein derzeitiger Champion entpuppt sich der mittlerweile seit zwei Jahren pausenlos im monströsen Körper des Hulk gefangene Bruce Banner (Mark Ruffalo). Nach einem für Thor desaströs endenden Kampf in der Arena gelingt es dem Donnergott, Banners menschliches Ich zurückzuholen und gemeinsam mit ihm und der zwischenzeitlich abtrünnigen Walküre (Tessa Thompson) nach Asgard zu entkommen, um Hela ein für allemal zu stellen.

„Thor: Ragnarok“ nimmt denselben Weg wie James Gunns „Guardians Of The Galaxy“-Filme und wählt zur Dargabe seiner epischen Geschichte den Weg selbstironischer Comedy, gepaart mit gewaltigen, knallbunten, bewusst effektüberladenen Bildern und nostalgischen Pulp-/Camp-Elementen, die im Golden und Silver Age der Comics fußen und diesen liebevoll-komische Reminiszenz erweisen. Wie zuvor bereits „Captain America: Civil War“ fokussiert sich der Film trotz eindeutiger Namensgebung keinesfalls mehr allein auf die Titelfigur, sondern versteht sich, ganz im Sinne des event movies, das er eben ist, als Mash-Up – Dr. Strange (Benedict Cumberbatch) liefert sich einen gepflegt redundanten Auftritt als Suchshelfer auf der Spur des verschollenen Göttervaters und auch das bislang offene, weitere Schicksal des Hulk klärt sich. Der grüne Goliath ist nun endlich seiner aus den klassischen Comics berüchtigten, artikel- und präpositionslosen Rudimentärsprache mächtig, was allerlei komische Anlässe zu Konflikten mit dem unterdessen seiner Zauselmähne entledigten Donnergotts bietet. Neue Charaktere wie die Walküre (im verjährten Print noch der Inbegriff arisch-nordischer Wagnerismen, jetzt Hollywoods neuer Farbenfreude gemäß eine afro-asische, saufende Rotzamazone), der verräterische Ase Skurge (Karl Urban) oder der superliebe, steinerne Gladiator Korg (mit der Stimme des Regisseurs „angereichert“ ein klarer Rekrutierungsfall für die Guardians) sorgen für frische Impulse. Led Zeppelins Wikingerstück „Immigrant Song“ erklingen zu lassen, ist ein etwas offensichtlicher, aber immer noch toller Einfall, der es jedoch als einmalig bemühtes Bonmot getan hätte.
Waititi kennt man nunmehr als einen sympathische Filmemacher mit wohlfeilem Humor, dessen Engagement ausgerechnet für einen „Thor“-Film man allerdings gut und gern zwischen den Kreativpolen „eklektisch“ und „widersinnig“ anordnen möchte. Göttliche Grandezza, pompöses Superheldenspektakel und fiebriges Pathos gehen bei erwartungsgemäß ihm auf Nulllinie. Nicht jedem Anhänger meternster, nordischer Sagen wird das munden. Wenn dann noch Jeff Goldblum den dereinst blauhäutigen, stets respekteinflößenden, kosmischen Schachspieler Grandmaster (der eigentlich in einer Liga mit Giganten wie dem Beobachter oder Galactus spielt) zu einem seiner ihm eigenen Exalthiert gemäß interpretierten, wirren, etwas tuckig angehauchtenen Flitter-Alien ummodelt, dann gilt es abermals, umzudenken.
Vom „alten“ Thor und seinem ihn geleitenden, umfangreichen Mythologiepool heißt es ferner radikal Abschied nehmen. Die drei Freunde Hogun (Tadanobu Asano), Fandral (Zachary Levy) und Volstagg (Ray Stevenson) werden flugs und ohne großes Aufheben aus den neun Welten getilgt, für Anthony Hopkins gibt es einen kaum minder überhasteten Abschied um am Ende geht auch Asgard selbst infolge der lang gefürchtete, göttliche Apokalypse verlustig, seine letzten überlebenden Exilanten auf großer Sternentour in großem Raumschiff. Ragnarök findet zu böser Letzt also tatsächlich noch statt, ein weiterer heroischer Verlust auf dem Weg zum in Kürze stattfindenden, alles involvierenden Infinty War. Ob und inwieweit die neue MCU-Spaßigkeit diesem noch adäquat zu Gesicht stehen wird, bleibt fürs Erste abzuwarten.

7/10

WINDTALKERS

„You think too much.“ – „First time I’ve ever been accused of that.“

Windtalkers ~ USA 2002
Directed By: John Woo

Nachdem Corporal Joe Enders (Nicolas Cage) als Squad Leader auf den Solomon Islands wegen sturer Befehlstreue die Aufreibung seiner gesamten Einheit mitverantwortet, landet er verletzt und traumatisiert in einem Veteranen-Hospital. Doch die herbeigesehnte, zweite Chance wartet bereits: Enders soll an einer Spezialoperation im Pazifik teilnehmen, in deren Zuge Navajo-Indianer Funksprüche per Geheimcode übermitteln, die für den Feind undecodierbar sind. Enders wird der Navajo Ben Yahzee (Adam Beach) überantwortet, ein lebenslustiger Familienvater, der seinem Kriegseinsatz so naiv und frohgemut entgegensieht wie viele frisch angeworbene Jungsoldaten; Bens Stammespartner und väterlicher Freund Charlie Whitehorse (Roger Willie) steht unter dem Schutz von Enders‘ Regimentskollegen Henderson (Christian Slater). Zu Enders‘ und Hendersons Aufgabenbereich gehört es auch, die Navajo auf keinen Fall in die Hände der Japaner fallen zu lassen und sie gegebenfalls vorher zu töten. Während der Schlacht um die Insel Saipan erleben die Soldaten dann die Hölle auf Stelzen.

„Windtalkers“, auch der grundsätzlich zu bevorzugende, um zwanzig Minuten erweiterte Director’s Cut, macht es einem nicht leicht, ihn zu mögen. Wie nach seinem Fortgang nach Hollywood üblich, versucht John Woo, der authentischen Geschichte um die Navajo Code Talkers das ihm übliche Pathos um Freundschaft und Ehre, Schuld und Sühne zu verarbeiten und nutzt dazu die bewährten Mittel um exzessive Zeitlupeneinsätze, schmerzverzerrte Männergesichter etc. pp.. Was in seinen Hong-Kong-Produktionen der achtziger Jahre noch seine Berechtigung hatte und sich dem übrigen Filmfluss seiner Gangster- und Killer-Epen anpasste, hinterlässt bereits bei „Face/Off“ und auch bei „M:I-2“ (wovon mir vor allem Ersterer bei der letzten Betrachtung mittelschwer zugesetzt hat; mit Zweiterem konnte ich im Zuge der letzten „Mission: Impossible“-Gesamtrückschau zumindest meinen Frieden machen), keinen unbedingt positiven Eindruck mehr. Dabei erreicht Woos akute Sehnsucht nach der Inszenierung von heroic bloodshed und tränentriefender Männerliebe in „Windtalkers“ ihren finalen, amerikanischen Höhepunkt – nach einer weiteren, letzten Hollywood-Produktion ging er wieder zurück nach Asien. Nicolas Cage ist erneut erste Wahl als rigoroser Schmalztopfträger und interpretiert jene von ihm höchstpersönlich formvollendete Mixtur aus schuldbewusstem Trauerkloß und lebensmüden Beinaheirrsinn wie eben nur er das kann. Enders‘ Beziehung zu dem Navajo Ben Yahzee gestaltet sich – kontrastiert von der zwischen Henderson und Whitehorse, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit gemeinsam Musik machen – zunehmend komplex und kann am Ende natürlich nur darin ihre conclusio finden, dass er sich für das zwischenzeitlich selbst kurz vom Kriegswahn angenagte Unschuldslamm opfert. Dass Woo ganz allgemein ohnehin eher mit dem propagandistisch gefärbten US-Kriegsfilm der vierziger und fünfziger Jahre liebäugelt, sei ihm in diesem Zusammenhang verziehen.
Deutlich interessanter ist da der unfassbare, pyrotechnische Aufwand. „Windtalkers“ holt den Artillerie- und Infanteriekrieg im Pazifik wohl tatsächlich so feuerverliebt vor die Kamera wie keine Konkurrenzproduktion; was hier in die Luft gesprengt und an Munition verballert wird, das sucht verzweifelt seinesgleichen und findet es nicht. Ich schätze, zumindest in dieser Hinsicht verbleibt Woos Film als bis heute beispiellos und lädt nach wie vor zu ungläubigem Staunen ein. Ob man dabei dem kindlichen Hang zum Explosionsvoyeurismus nachgeben oder bloß den Kopf schütteln soll angesichts der Abermillionen von Dollars, die da vielgestalt ins Bild gesetzt in Rauch und Flammen aufgehen, das muss man mit sich selbst ausmachen. So oder so steht fest: Als anachronistischer, aus vielerlei Blickwinkeln betrachtet seltsam inadäquat wirkender, bildgewaltiger Kriegsfilm ist „Windtalkers“ zumindest das: einzigartig.

6/10

SPOTLIGHT

„Which story do you want us to write?“

Spotlight ~ USA 2015
Directed By: Tom McCarthy

Im Sommer 2001 kommt Marty Baron (Liev Schreiber) als neuer Herausgeber zur Tageszeitung „The Boston Globe“. Mit Barons Engagement beginnt zugleich ein frischer Wind durch die Redaktionsräume des ehrwürdigen, aber recht affirmativ arbeitenden Traditionsblattes zu wehen. Ein quasi beiläufig erschienener Artikel der Kolumnistin Sacha Pfeifer (Rachel McAdams) erregt dabei seine besondere Aufmerksamkeit: In dieser geht es nämlich um den Anwalt Mitchell Garabedian (Stanley Tucci), der vor Gericht Opfer sexuellen Missbrauchs katholischer Geistlicher vertritt und darüberhinaus schwere Anschuldigungen gegen Kardinal Law (Len Cariou) erhebt. Jener weiß angeblich seit Jahren von den Übergriffen seiner Untergebenen und ignoriert oder vertuscht diese sorgsam. Für Baron, der nicht gebürtig aus dem erzkatholischen Massachusetts stammt, bedarf dieses Faktum dringlichst weiterer Aufklärungsarbeit. Die „Spotlight“-Redaktion unter Walter Robinson (Michael Keaton) beginnt ihrer Recherchen und fördert Ungeheuerliches zutage…

Soviel vorweg: Der diesjährige Oscar-Gewinner „Spotlight“ ist sicherlich ein guter, thematisch auf der korrekten Seite verortbarer Film, aber keiner, den ich als ‚bahnbrechend‘ bezeichnen möchte. Im Prinzip vollführt er nämlich wenig Anderes als die Reaktivierung eines in Hollywood seit Dekaden etablierten Drama-Subgenres – das des journalistisch und/oder juristisch geprägten „Enthüllungsfilms“ nach oftmals authentischen Vorbildern. Regisseure wie Sidney Lumet oder Alan J. Pakula haben entsprechende Werke in Form von „All The President’s Men“ und „The Verdict“ bereits vor dreißig bis vierzig Jahren zu einem Perfektionsmaß angehoben, das ohnehin nicht mehr überboten werden kann. Zumindest zur Form, die ohnehin relativ strenge Maßgaben verlangt, ist in dieser Filmgattung ergo längst alles gesagt. Nicht jedoch zum Inhalt – bei weitem nicht, denn dass die Lenker dieser Welt tagtäglich und zu jeder Sekunde übelste Schweinereien begehen oder sich anderweitig ethisch oder materiell korrumpieren lassen, gehört zum Wesen des Menschen und ihrem Machtstreben. Das Böse ist immer und überall; so wird es bleiben und damit legitimiert sich auch ein möglicherweise vorschnell als „überkommen“ abgeurteilter Film wie „Spotlight“. Denn spannend und mitreißend ist die investigative, mit Leib und Seele vollführte Arbeit des dem Zuschauer vorgestellten Reporterteams (das sich neben Keaton, Schreiber und McAdams noch durch Mark Ruffalo ergänzt findet), allemal. Zumal sich ein Widernis reexerziert findet, das die hinsichtlich ihrer Existenzberechtigungs- und ihrer globalen Einfluss-Relation groteskesten, unnnötigsten und überflüssigsten Menschheitsinstitution von allen, nämlich der katholischen Kirche, sich in ihrer viel zu langen Historie geleistet hat – den sexuellen Missbrauch ihr anvertrauter Kinder und Jugendlicher. Keinem Argument, auch dem von den im Vergleich zur klerikalen Gesamtheit wenigen Instinktübermannten, denen ihr Zölibat in den verstaubten Schwanz gestiegen ist und die sich daher „vergessen“ haben oder das von den Amtsmissbrauchern, die es ja in jeder Machtposition gibt, kann oder darf man Geltung zusprechen. Jedes verletzte Kind, jede an- oder zerrissene Seele, die ein – zudem in spezifischer Vertrauensposition befindlicher – Talarträger zu verantworten hat, ist genau Eine/s zuviel. Insbesondere dort, wo die angebliche Trennung von Kirche und Staat sich längst aufgeweicht hat, dort, wo die Leute noch naiv genug sind, zu glauben, dass ein schwarzer Rock und eine sanfte Stimme notwendigerweise mit humanistischer Integrität einhergehen. Insofern hat ein Film wie „Spotlight“, der genau dieses Thema in aller gebotenen, sensiblen Weise verhandelt, bereits seine dialektische Existenzberechtigung. Dass die Kirche nicht nur in Anbetracht ihrer Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit all ihrem ihr strukturell innewohnenden Hierarchismus ein für allemal abgeschafft gehört, eine solch radikale Forderung formuliert McCarthy nicht. Aber er impliziert sie zumindest. Und damit hat er mich ganz auf seiner Seite.

8/10

AVENGERS: AGE OF ULTRON

„Nothing makes sense.“

Avengers: Age Of Ultron ~ USA 2015
Directed By: Joss Whedon

Nachdem die Avengers in dem osteuropäischen Kleinstaat Sokovia den „Hydra“-Kopf Baron von Strucker (Thomas Kretschmann) in seiner Festung ausfindig gemacht, besiegt haben und ihm Lokis magisches Zepter abgenommen haben, erwachsen ihnen in den Zwillingen Wanda (Elizabeth Olsen) und Pietro Maximoff (Aaron Taylor-Johnson) zwei gefährliche neue Feinde. Genetisch durch von Struckers Menschenexperimente verändert, besitzt Wanda gewaltige telepathische und telekinetische Kräfte, derweil Pietro über Supergeschwindigkeit verfügt. Eine von Wanda über Tony Stark (Robert Downey Jr.) ausgeschüttete Vision vom Ende der Welt lässt den eigenwilligen Wissenschaftler mithilfe des eroberten Zepters an einer neuen, künstlichen Intelligenz arbeiten, die im ausgereiften Zustand als Friedensbewahrer über die gesamte Erde wachen soll. Doch es kommt zu einer Fehlfunktion und „Ultron“ macht sich selbstständig. Wie weiland Frankensteins Monster sieht der wahnsinnige Android in seinem Schöpfer die persönliche Nemesis und in der Menschheit in ihrem gegenwärtigen Zustand die größte Bedrohung des Planeten. Ein erster Schlag Ultrons mithilfe der sich auf seine Seite schlagenden Maximoffs entfesselt den Hulk, der beinahe eine ganze afrikanische Stadt zerstört und bringt die Avengers an den Rand der Teamauflösung. Mithilfe Nick Furys (Samuel L. Jackson) jedoch rauft man sich wieder zusammen. Unerwartete Unterstützug kommt durch den disintegriert geglaubten Computer Jarvis, der als Android Vision (Paul Bettany) wieder aufersteht und die beiden Zwillinge, die, nachdem sie Ultrons wahre Pläne durchschaut  haben, zu den Avengers stoßen. Jetzt heißt es gemeinsam die Welt zu retten, den Ultrons teulischer Plan sieht vor, die gesamte menschliche Existenz zu vernichten.

Nachdem die Marvel-Verfilmungen und insbesondere die bei Disney lagernden, von Kevin Feige produzierten „MCU“-Abenteuer sich in der Regel großen Zuspruchs erfreuen durften, scheint der regelmäßig auftretende Enthusiasmus jetzt langsam abzuflauen. Josh Tranks „Fantastic Four“ gar wird so gnadenlos niedergemacht wie wohl schon seit Jahren keine Produktion dieser finanziellen Größenordnung mehr. In ihrer Gesamtheit insgesamt eine dennoch erwartungsgemäße Entwicklung; der Effekt des bahnbrechend neuen Blockbustersegments verflüchtigt sich zusehends, die Massen finden sich peu à peu übersättigt und verlangen nach Abwechslung und Alternativreizen. Die Konzeption, die Marvel jedoch vorschwebt, nämlich die Transponierung ihres gewaltigen Comic-Universums mit Tausenden von ausgearbeiteten Charakteren und dekadenlanger Historie auf das Medium Film und somit gleichermaßen heraus aus dem Ghetto der vergleichsweise wenigen Eingeweihten und hinein in das popkulturelle Massengeschehen, verlangt a priori eine gleichsam hochfrequentierte Schlagzahl an Filmen. Mont für Monat veröffentlicht Marvel Entertainment seit Jahrzehnten eine Schlagzahl von um die 50 Hefttiteln mitsamt diversen Crossovern, wechselseitigen Querverweisen, Reboots, Alternativrealitäten und Auswirkungen aufeinander, von den unregelmäßig erscheinenden graphic novels und Miniserien gar nicht zu reden. Eine solche Komplexität auch nur annähernd im Film zu erreichen, ist, zumal mit fetten Dollarnoten anstelle von Pupillen, unmöglich und selbst der noch immer gegenwärtige Versuch, eine halbwegs ebenbürtige Intertextualität im Film zu erreichen, scheint immer lautere, kritische Stimmen zu evozieren. Ein bereits etwas älteres, durchaus diskussionswürdiges Interview mit Alan Moore, der die Gesamtentwicklung im Superheldengenre, dem er selbst immerhin mancherlei Meriten verdankt, unerwartet pessimistisch beurteilt, spricht Bände. Wenn Superhelden und ihr kulturmedialer Einflussbereich überhaupt jemals im Pantheon der Hochintelligenzia angekommen sind, dann bittet man sie jetzt langsam, aber sehr bestimmt wieder zurück vor die Tür. Und ich prophezeie: die Massen werden folgen, das Kinophänomen in spätestens zehn Jahren (die Marvel- und DC-Schedules betreiben momentan cineastische Planungen bis 2028 bzw. 2020) möglicherweise bereits in rauchenden in Trümmern liegen. Wegen Übersättigung geschlossen – man kennt das.
Nun zu mir. Ich bin glücklicherweise nicht der einzige, der prinzipiell erstmal jeden (auch bloß angekündigten) Superheldenfilm mit offenen Armen erwartet und damit wohl tatsächlich einer jener Typen, die Moore als hoffnungslos regressiv und alarmierend gesellschaftskatastrophal denunziert. Muss ich mir deswegen Sorgen machen? Ich glaube kaum. Vielleicht sollte Alan Moore auch einfach bloß seine Dope-Connection wechseln und sich über relevantere „global issues“ den zottigen Kopf zerbrechen. So, jetzt war ich auch mal kurz reaktionär. Tut mir leid, gern geschehen.
Wenn man im MCU auf dem Laufenden bleiben möchte, ist man mehr oder gezwungen, jeden erscheinenden Film konzentriert zu studieren, das beweist jetzt auch „Age Of Ultron“. Das Figuren-Inventar wird nochmals deutlich erweitert, die „Infinity-Steine“ spielen wiederum eine bedeutsame Rolle, Thor muss sich auf „Ragnarök“ vorbereiten, zwischen Bruce Banner (Mark Ruffalo) und Natascha Romanov (Scarlett Johansson) entspannt sich eine zarte Beziehung, der Hulk verschwindet vorübergehend, Quicksilver muss sich just nach seiner Einführung gleich wieder heldenhaft opfern (sein „X-Men“-Pendant darf demnächst derweil weiterkreuchen) und Thanos macht nochmals den Abspann unsicher. Alles weist auf ein „noch größeres Spiel“ hin, dessen Drahtzieher unschwer zu erraten sein dürfte.
Doch halt: „Avengers: Age Of Ultron“ steht ja auch noch in einer mäßig bedeutenden Nebenfunktion als solitärer Film da, stimmt ja. In dieser Funktion, soviel ehrliche Kritik darf gestattet sein, reicht er an den Vorgänger nicht heran. Dieser besaß allerdings auch noch den unduplizierbaren Originalitätseffekt, als erste, große Kinoproduktion ein echtes „Super-Superheldentam“ zu liefern, der mithin zwangsläufig ausbleiben muss. Ein wenig unübersichtlich mutet der Film hier und da durch seine Präsentation zig verschiedener Baustellen an, von denen mehrere offen bleiben; der zentralafrikanische Staat Wakanda wird wie nebenbei eingeführt, der Schurke Klaw taucht auf, Stellan Skarsgård muss sich damit begnügen, verheizt zu werden. Um derlei Abrisshaftigkeiten zu vermeiden, hätte der Filmwahlweise eine gute dreiviertel Stunde Erzählzeit mehr benötigt (man liest jetzt schon von einem deutlich längeren „Assembly Cut“) oder etwas mehr restriktiver Ökonomie bedurft. Zudem erweist sich die sich in der narrativen Schlüssigkeit äußernde Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Kinobaustellen Disney / Fox (Sony entfällt jetzt jawohl zumindest) als zunehmendes Ärgernis. Jetzt müssen wir also zwei Maximoff-Geschwister-Paare akzeptieren, einmal (in ihrer adäquaten Comicform) als Mutanten, einmal als Teammitglieder der Avengers, die von Rechtswegen her mit ihrer korrekten Herkunftsgeschichte, den „X-Men“ und ihrem ordentlichen Vater Magneto nichts zu tun haben dürfen, weil die Marvel-Mutanten bei einem anderen Studio beheimatet sind. Sowas regt mich wirklich auf und tangiert den zehnjährigen fanboy in mir. Der ganze Rest, die luzide, filmische Unperfektion von „Age Of Ultron“ und das ganze Palaver um die Monetenscheffelei und Ausleierung des MCU kann mir gestohlen bleiben. Der Realität gewordene Traum, die gezeichneten Helden aus Kindertagen zum Leben erwacht bzw. erweckt zu sehen, steht alldem nach wie vor weit über.
…assemble!

8/10