BATTLE OF BRITAIN

„We are not asking for anything. Europe is ours, we can walk into Britain whenever we like.“

Battle Of Britain (Luftschlacht über England) ~ UK 1969
Directed By: Guy Hamilton

Spätsommer 1940: Nach dem Einmarsch in Belgien und Frankreich hat Hitler die Einnahme der britischen Insel im Auge. Mit Reichsmarschall Göring (Hein Riess), Chef der deutschen Luftwaffe, schickt er einen überaus siegesgewissen Adjutanten an die französische Atlantikküste, um von dort aus die aus der Luft geplante Eroberung Großbritanniens zu überwachen. Doch bei der hiesigen Bevölkerung Churchills „No Appeasement“-Politik  ist seit der Evakuierung von Dünkirchen überaus populär: Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit und etlicher anfänglicher Verluste schlägt die Royal Air Force die Attacken der Deutschen vehement und immer erfolgreicher zurück. Nachdem die Wehrmacht ihre Luftangriffe im Zuge des „Blitz“ auf London konzentriert, können sich die verbleibenden Kräfte auf den nunmehr von den Attacken vernachlässigten Luftwaffenstützpunkten sammeln und Großbritanniens drohende Okkupation endgültig und erfolgreich verhindern.

Vor allem das psychologische Moment der britischen Gegenwehr, an der auch kanadische, tschechoslowakische und polnische Piloten beteiligt waren, stellte sich im Nachhinein als eminent kriegsentscheidend heraus: Nach dem mit dem Dritten Reich geschlossenen Waffenstillstand Frankreichs und Hitlers weiterem unermüdlichen Vordringen Richtung Süden und Osten war man angstvoll geneigt, dem Diktator selbst noch die Eroberung des gesamten Globus zuzutrauen. Die internationale Erkenntnis, derzufolge man sich dem Reich nicht nur im Hinblick auf einen drohenden Einmarsch entgegenzustellen, sondern es zudem noch an empfindlichen Stellen zu treffen vermochte, ist der Entschlossenheit Churchills und der geschlossenen Gegenwehr der R.A.F. zu verdanken. Fraglos musste auch zu diesem Thema ein prestigeträchtiges, nunmehr als klassisch zu bezeichnendes Kinomonument entstehen, das, wie eine Menge nicht minder qualitätsbewusster, aber doch weit weniger teurer Vorgänger unter britischer Produktionsägide entstand. Nun haben Kriegsfilme, die sich mit Luftkämpfen befassen, es aus rein dramaturgischer Perspektive nicht eben leicht. Technik, Logistik und auf die Fliegerei begrenzte Schauwerte stehen im Vordergrund; für die Kunst des Schauspielens, und handele es sich um noch eine so beeindruckende Ansammlung allerbester Akteure wie hier, bleibt nur allzuwenig Platz. Mit diesem Problem hat „Battle Of Britain“ zu kämpfen wie kein anderer mir bekannter Gattungsvertreter. Wie üblich strotzt die Besetzungsliste vor großen Namen und Stars, doch welchen Wert haben selbst noch die familiärsten Gesichtszüge, wenn nurmehr die Augenpartie sichtbar ist? Hinzu kommt die Notwendigkeit der Ereignisraffung, denn die Luftscharmützel zogen sich über mehrere Monate hinweg. Das Interesse an den – fraglos grandios inszenierten – Fliegerszenen muss da zwangsläufig erlahmen. Immerhin bewahrt der Film einen hübschen, unaufdringlichen Humor und passgenaues understatement. Jene wunderbare, unübertreffliche Szene etwa, in der Edward Fox nach einem erzwungenen Ausstieg mit dem Fallschirm mitten ins Treibhaus einer Vorstadtvilla rauscht und ihm der umtriebige Junge des Hauses daraufhin eine von Papas Zigaretten kredenzt, beweist als eine von mehreren und bei aller ansonsten rechtzufertigenden Mäkelei, dass Hamiltons Film grundsätzlich das Herz am rechten Fleck hat.

7/10

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