THE GREEN SLIME

„The only answer is to blast that thing out of the sky.“

The Green Slime (Monster aus dem All) ~ J/USA 1968
Directed By: Kinji Fukasaku

In der Zukunft gehören Weltraumreisen längst zum Alltag der Menschen. Zu Forschungszwecken errichtete Raumstationen  wie „Gamma-3“ schweben im Orbit unseres Planeten und beherbergen viele Mitarbeiter. Als sich ein riesiger Asteroid der Erde nähert, erwägt man, diesen mit Wasserstoffbomben zu sprengen. Für den Job zieht man den erfahrenen Commander Jack Rankin (Robert Horton) hinzu. Dieser fliegt via Zwischenstation auf Gamma-3, die von Vince Elliott (Richard Jaeckel), seinem alten Freund und späteren Liebesrivalen um die Gunst der schönen Ärztin Lisa Benson (Luciana Paluzzi) befehligt wird, mit einer Rakete dem Asteroiden entgegen und macht das Ding wie geplant unschädlich. Ohne es zu bemerken, schleppt einer der mitgereisten Astronauten ein paar außerirdische, grüne Sporen mit an Bord von Gamma 3, die sich rasend schnell zu einem glubschäugigen, mannshohen Tentakelmonster entwickeln, das ebenso rasch identische Ableger bekommt.  Mit normalen Feuerwaffen kann man den Biestern nicht beikommen und jede Verletzung bringt wieder ein neues Monster hervor. Es bleibt nur eine Lösung, um die Menschheit zu retten: Gamma-3 muss evakuiert und gesprengt werden…

Unter japanischer Ägide entstandener Monsterheuler mit amerikanischer Besetzung. Freude an ihm machen vor allem die psychedelisch swingenden Spätsechziger-Marotten, die sich unter anderem in den flotten Sounds von Charles Fox manifestieren. Auf Gamma-3 wird nämlich nicht nur geforscht, sondern auch zu schmissigen Beats das Tanzbein geschwungen. Hinsichtlich seiner utopistischen Implikationen und auch in Bezug auf seine militaristischen Jubelsänge ist „The Green Slime“ indes ähnlich doof wie seine zyklopischen Tentakelviecher: Mit Robert Horton als Jack Rankin stellt man uns einen selbstherrlichen, strikt hierarchisch orientierten Kommisskopf als Helden vor, der in grenzenloser Weise von sich selbst überzeugt ist und keine Gelegenheit auslässt, seinen früheren Kumpel vorzuführen und ihm die Verlobte abspenstig zu machen. Ein Kotzbrocken als primärer Sympathieträger, das birgt schon ein gewisses Risiko in sich. Glücklicherweise nimmt Rankin soldatische Pflichterfüllung und Aufopferung ebenso wichtig wie sein selbstauferlegtes Amt als Freundschaftssau, so dass er ganz im Sinne irdisch-abendländischer Imperialismuskultur sämtliche der zugegebenermaßen hässlichen Aliens von der Platte putzt, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass diese möglicherweise gar keine offenen kriegerischen Absichten hegen, sondern ganz einfach ein unglückseliges Völkchen parasitärer Monstren sind, die man eben schon aufgrund ihres subästhetischen Äußeren umgehend zu entsorgen hat.
Ich will nicht soweit gehen, dahinter faschistoide Implikationen zu wittern, dafür ist „The Green Slime“ dann doch zu amüsant, zu lustig und zu unschuldig. Aber wirkliche Ehre macht er seiner just zur selben Zeit mit wirklich großer Filmkunst liebäugelnden Gattung auch nicht unbedingt.

5/10

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