I SAW WHAT YOU DID

„I saw what you did and I know who you are.“

I Saw What You Did (Es geschah um 8 Uhr 30) ~ USA 1965
Directed By: William Castle

Die zwei gelangweilten Provinzteenagerinnen Libby (Andi Garrett) und Kit (Sara Lane) treffen sich eines Abends bei Kit, deren Eltern (Leif Erickson, Patricia Breslin) bei einem Geschäftsfreund (Douglas Evans) zu Gast sind. Gemeinsam mit Kits kleiner Schwester Tess (Sharyl Locke) vertreibt man sich die Zeit mit Scherzanrufen bei willkürlich ausgesuchten „Opfern“ aus dem Telefonbuch. Die eingangs zitierte Formel wird dabei gebetsmühlenartig wiederholt – mit unterschiedlichsten Effekten. Nach einiger Zeit gerät das Prankster-Trio jedoch an den buchstäblich Falschen: Der wahnsinnige Steve Marak (John Ireland) hat nämlich just seine Frau (Joyce Meadows) ermordet, deren Leiche entsorgt und fühlt sich nun zu Unrecht ertappt. Während auch Maraks Nachbarin (Joan Crawford) in tödlicher Gefahr schwebt, versucht der Killer, die Identität der Anruferin herauszubekommen – mit Erfolg…

William Castles sieben Jahre zuvor mit „Macabre“ abgejizzter Gimmick-/Drive-In-Cinema-Stern begann bereits zu sinken, als „I Saw What You Did“ debütierte. Die Gründe dafür erscheinen in Anbetracht des Films als einigermaßen nachvollziehbar. Was basierend auf der inhaltlichen Grundprämisse einen hübschen Terror- oder Suspense-Stoff hätte abgeben mögen, arrangiert Castle infolge seines latenten Bedürfnisses, ein primär junges Publikum anzusprechen, nämlich zu einem relativ seichten Teeniekrimi um, der mit fluffigem Score (Van Alexander) und einem einer schwarzpädagogischen Warngeschichte für Kleinkinder entsprungenen Bösewicht hausiert. Die die Besetzungsspitze anführende Pepsi-Witwe Joan Crawford spielt in ihrem zweiten und letzten Castle-Engagement eine fast vollkommen redundante Nebenrolle als knitterige Nebenbuhlerin, die mit ihrer aufdringlichen Art den Messermörder John Ireland eine Spur zu intensiv reizt und ihn damit gleich mal zum Serienkiller werden lässt. Ansonsten legt „I Saw What You Did“ allzu viel Fokussierung auf die Abengestaltung der zwei unreifen Backfische und ihrem noch rotzigeren Schützling, was beinahe jede Spannungsavance zunichte macht. Ganz possierlich wird es dann immerhin noch zum Finale hin, wenn Ireland wegen eines dummen Zufalls doch noch seinem Blutdrang nachgibt und die beiden Schwestern attackiert.
Als mentale Frühform des späteren slasher movie – ein fehlgeleiteter Streich resultiert in tödlicher Gefahr – bekleidet der durchweg auf dem Universal Backlot gefilmte „I Saw What You Did“ immerhin einen kleinen filmhistorischen Status, ohne jedoch das Zeug zum veritablen Klassiker aufzuweisen. Castle light.

5/10

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