X-MEN: APOCALYPSE

„Thank you for letting me in.“

X-Men: Apocalypse ~ USA 2016
Directed By: Bryan Singer

Zu Beginn der achtziger Jahre wird der Ur-Mutant En Sabah Nur (Oscar Isaac) aus seinem vermeintlichen, tiefen Grab in Ägypten befreit und findet eine mitten im Kalten Krieg befindliche Welt vor, in der Mutanten eine untergeordnete Rolle spielen und die, davon ist er überzeugt, seiner klaren Führungslinie bedarf. Zur erfolgreichen Umsetzung seiner Pläne braucht er, wie in der biblischen Apokalypse angekündigt, vier Helfer, die er in Ororo Munroe (Alexandra Shipp), Psylocke (Olivia Munn), Angel (Ben Hardy) und dem in Polen untergetauchten Erik Lehnsherr (Michael Fassbender), der just seine Familie durch einen Zwischenfall mit den Behörden verloren hat, findet. Nachdem En Sabah Nur sämtliche Atomwaffen der Erde vernichtet hat, lässt er Charles Xavier (James McAvoy) entführen, mit dessen Geist er sich verbinden will. Lehnsherr soll mit seinen Kräften derweil die gesamte Erde aus den Fugen bringen. Unter der Führung von Raven „Mystique“ Darkholme (Jennifer Lawrence) bricht eine kleine Gruppe von Nachwuchs-X-Men auf, En Sabah Nurs Pläne aufzuhalten.

„X-Men: Apocalypse“ ist der sechste nominelle „X-Men“-Film, der neunte in Fox‘ Marvel-Mutanten-Universum spielende und der vierte, den Bryan Singer inszenierte. „Apocalypse“ liegt auf einer Linie mit den letzten beiden Beiträgen zur Reihe, also „First Class“ und „Days Of Future Past“, mit denen er so etwas wie eine zweite Trilogie bildet, deren Hauptfunktion vornehmlich darin besteht, die erste Generation der mittlerweile überalterten Darsteller abzulösen. Konnte ja damals, anno 99, keiner ahnen, wie lange sich das Ganze über die Runden würde retten können. In diesem Zuge konnte sogleich noch eine Alternativrealität installiert werden, die infolge der im direkten Vorgänger veränderten Zeitlinie entstand und so neue Abenteuer der verjüngten Protagonisten zeigen kann – mit dem geringfügigen Einschnitt, dass diese nunmehr rund dreißig Jahre in die Vergangenheit zurückführen müssen. Nicht immer werden die diversen Stolpersteinchen, die das Franchise sich durch seine verschwurbelten Storys selbst legt, logisch sinnvoll umschifft, das wurde schon besonders bei „Days Of Future Past“ deutlich. Und auch mit diesem jüngsten Serieneintrag beweisen die Kino-„X-Men“, dass hier schon seit Längerem wenig mehr denn – immerhin auf höchstem technischen Niveau befindliches – Affektkino geschaffen wird. So schindludert man diesmal munter mit der Angel-Figur, die mit ihrer Comic-Inkarnation Warren Worthington III offenbar nichts gemein hat. Dennoch mag ich „Apocalypse“ ebensowenig wie den übrigen Filmen ernstlich böse sein. In allzu charmanter Art werden die meisten der Charaktere, die man ja nun schon sein Leben lang kennt, immer wieder aufs Neue hervorgezaubert und laden doch gerade wegen aller Kinetik, Lautstärke und Bildgewalt regelmäßig dazu ein, sich ihren überlangen Geschichten zu widmen. Der im Print mehr als gewaltige En Sabah Nur schrumpft hier zwar etwas zusammen, es ist andererseits aber schön, dass die X-Men sich ausnahmsweise auch einmal gegen ein übermächtiges Wesen zu verbünden haben, als immer wieder gegen Magneto oder menschliche Gegner wie Sebastian Shaw, Bolivar Trask oder William Stryker. Im nächsten Film wären dann mal die Shi’Ar an der Reihe und es könnte Richtung Weltall gehen, wenn dies die Reichweite ihres neu erbeuteten Blackbird gestattet. Ich bin natürlich dabei.

7/10

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