THE SHEEPMAN

„I just got tired of kicking cows around. You know how dumb they are.“

The Sheepman (In Colorado ist der Teufel los) ~ USA 1958
Directed By: George Marshall

Der Schafzüchter Jason Sweet (Glenn Ford) will eine der gigantischen Grünflächen in Colorado nutzen, um sich dort mit seinen Tieren anzusiedeln. Da die Gegend von Rinderbaronen beherrscht wird, allen voran dem „Colonel“ (Leslie Nielsen), einem üblen Hochstapler und alten Bekannten Sweets, ist man dem Neuankömmling alles andere als wohlgesonnen. Als sich Sweet von jedweder noch so schäbigen Aktion, ihn loszuwerden, nicht vertreiben lässt, entscheidet sich der Colonel für die gewalttätige Methode und setzt drei Killer auf ihn an. Sweet muss zur Waffe greifen – und darin ist er Meister.

Als schöner und sehr gescheiter Metawestern mit komödiantischen Zügen lässt sich Marshalls „The Sheepman“ an, den man ein wenig als inoffizielles Sequel seines fast zwanzig Jahre zuvor entstandenen „Destry Rides Again“ erachten darf. Die Ausgangssituationen ähneln sich frappant: Ein schelmischer, etwas eulenspiegelhafter Held kommt in eine von schlichten Bewohnern und langjährigem Filz überlagerte Kleinstadt im Westen und erhöht die Anzahl der intelligenten Einwohner damit auf drei – gibt es doch außer ihm noch einen cleveren Bösewicht, der das tumbe Völkchen brav unter seiner Knute hält und eine schöne Frau, die sich sogleich für den künftigen Ordnungsbringer zu interessieren beginnt. Allerdings holt „The Sheepman“ noch ein Stück weiter aus. Wie ein erfahrener Westernleser (oder -gucker) weiß Jason Sweet ohne besondere Vorstudien genau, mit was und wem er es in seinen erwählten Gefilden zu tun haben wird. Er haut als Erstes die bauernschlauen Geschäftsleute übers Ohr und lässt sich dann sogleich den hiesigen Krawallmacher (Mickey Shaughnessey) vorführen, um diesem eine heißohrige Lektion zu erteilen. Im Folgenden führt er seine Revolverkünste vor, um hernach unter allgemeinem Geraune mit seinen Schafzuchtsplänen herauszurücken. Dass daraufhin der lokale, selbsternannte Patriarch auf ihn aufmerksam wird und ihn unter Druck zu setzen versucht, gehorcht selbstredend nicht minder den Genregesetzen, ebensowenig wie die Tatsache, dass man sich bereits von frühers her kennt, und gewiss nicht im Guten. Die attraktive Dame wird hier von der damals noch besonders bezaubernden Shirley MacLaine gespielt, wahrscheinlich die natürlichste und erfrischendste Aktrice, die Hollywood um jene Zeit das Privileg hatte, zu beschäftigen. Gerade ihr verschmitztes Spiel ist es, das „The Sheepman“ nochmal zusätzlich Fahrt verleiht, wobei auch Glenn Ford als durchsetzungsfähiger, sympathischer Dickkopf und Leslie Nielsen als öliges, feiges Ekel wundervoll sind. Dass Marshall am Ende dann doch noch die Abzweigung zu den Gattungswurzeln nimmt und Jason Sweets Sechsschüsser sprechen lässt, erweist sich als profunde Entscheidung, denn ein allzu komödiantisches Ende, etwa mit einem geteerten und gefederten Colonel, hätte keinen wirklich probaten Schlussstrich ergeben. So aber ist der Weg frei für Glenn und Shirley, die man gern noch öfter zusammen gesehen hätte.

9/10

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