MURDER MOST FOUL

„It may irritate you, Inspector, but sometimes women have superior minds. You’ll simply have to accept it.“

Murder Most Foul (Vier Frauen und ein Mord) ~ UK 1964
Directed By: George Pollock

Als einzige von zwölf Geschworenen weigert sich Miss Marple (Margaret Rutherford), die Schuld des wegen Mordes an der Bardame Margaret McGinty angeklagten James Bentley anzuerkennen. Sie glaubt vielmehr, dass die McGinty einen Unbekannten erpresst hat und dieser sich ihrer auf gewaltvolle Weise entledigte. Die Spur führt zu einer Gruppe von Theaterschauspielern, die unter deren Leiter Driffold Cosgood (Ron Moody) im Nachbarstädtchen auftritt. Miss Marple erschleicht sich als Nachwuchs-Actrice Zutritt zu dem Ensemble und hat bald ebenso mehrere Verdächtige im Blick wie weitere Leichen am Hals, ganz zum Unwohlsein ihres etwas kurzsichtigen Rivalen Inspector Craddock (Charles Tingwell).

Ihr dritter Fall führte die unverwüstliche Margaret Rutherford als noch unverwüstlichere Amateurdetektivin Miss Jane Marple in die Welt des Theaters. Gemeinsam mit dem ihr in Freud und Leid zugetanen, ein wenig trottelig angehauchten Alt-Junggesellen Jim Stringer (Stringer Davis, im wahren Leben Rutherfords Ehegatte) hat sie es wie üblich mit einem in der Lektüre kriminalistischer Unterhaltungsliteratur hochbewanderten Täter zu tun, der sich ausgebufftester Methoden bedient, um seine Spuren zu verwischen.
Dass George Pollocks inszenatorische Herangehensweise bei seiner Fertigung der insgesamt vier Miss-Marple-Filme nicht nur extrem homogen war, sondern zudem auch die gesamte Nomenklatur der Fälle sich stets verblüffend ähnelte, schadete der Qualität der kleinen Reihe nicht im Mindesten. Gut, die ersten beiden Abenteuer „Murder She Said“ und „Murder At The Gallop“ nehmen sich jeweils noch ein klein wenig schöner aus, was allerdings weniger der narrativen Ver- und Abwicklung der Fälle geschuldet ist, sondern vielmehr deren Schauplätzen (altehrwürdiges Landgut bzw. Gestüt) und Nebenbesetzungen mit grandiosen Darstellern wie James Robertson Justice, Arthur Kennedy, Robert Morley oder Flora Robson, die allesamt für eine Art zusätzlichen Goldhauch sorgten. Ansonsten bleibt alles im gewohnten Rahmen und strikt dem einmal etablierten Fünfakter verpflichtet: Erster Mord nebst Involvierung Miss Marples / polizeiermittlungswidrige Erkenntnis Miss Marples über das wahre Tatmotiv / Pseudoengagement  Miss Marples in einem jeweils überschaubaren Mikrokosmos aus Hauptverdächtigen nebst garantiert unverdächtigem Patriarchen / gezielte Untersuchung sowie Einkreisung des/der TäterIn unjd schließlich eine wohlweislich gestellte Falle mitsamt der Überführung. Dabei ist Agatha Christies Vorlage eigentlich ein Poirot-Fall, was man jedoch dank des wie gewohnt cleveren Drehbuchs zu keiner Sekunde bemerkt und ohnehin bei einer späteren Adaption im Rahmen der TV-Serie mit David Suchet quasi wieder berichtigt wurde.

8/10

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