¡THREE AMIGOS!

„Do you have anything here besides Mexican food?“

¡Three Amigos! (Drei Amigos!) ~ USA 1986
Directed By: John Landis

Im Jahre 1916 stattet der gemeine Bandit El Guapo (Alfonso Arau) dem kleinen mexikanischen Dorf Santo Poco regelmäßige Besuche ab, um die dort lebenden Bauern zu terrorisieren und zu berauben. Die Farmerstochter Carmen sucht daher nach ein paar Revolverhelden, die El Guapo vertreiben sollen. In der Kirche sieht sie einen Stummfilm mit den „Drei Amigos“ (Chevy Chase, Steve Martin, Martin Short) und schickt ihnen ein Telegramm nach Hollywood. Da die drei just von ihrem Studioboss Harry Flugleman (Joe Mantegna) gefeuert wurden, kommt ihnen der Auftrag, den sie irrtümlicherweise für ein reines Entertainment-Engagement halten, gerade recht. In Mexiko angekommen, bemerkt man jedoch bald, dass die hiesige Luft mit echtem Blei gesäumt ist und will sich zunächst klammheimlich aus dem Staub machen. Doch nach kurzen Bedenken wird den Amigos klar: Ihre heroische Integrität darf kein Leinwandmythos bleiben.

Das war noch John Landis at his best. Für seinen Metafilm, der im Gewand einer Klamaukgeschichte von der Geschichte des Kinos selbst erzählt und von der Vermischung von Realitätsebenen, scheute sich der Regisseur keineswegs, neben überdeutlich verkitschten Sequenzen auch echte Genredramaturgie zu befleißigen. „¡Three Amigos!“ arbeitet auf multiplen Ebenen für die Rezipientenschaft und mit ihr, erfordert gewissermaßen mediale Kompetenzen und landissches Humorverständnis zugleich. Der Westernfreund lauscht begeistert den Klängen Elmer Bernstein, seines Zeichens bereits Komponist der unsterblichen Melodien aus „The Magnificent Seven“ (das Hauptinspirationsreservoir für die „Amigos“), für den Anhänger gepflegter Neo-Satire gibt es ein paar Songs von Randy Newman, der auch am Drehbuch mitgearbeitet hat (seine einzige Arbeit auf diesem Sektor). Kombiniert mit der Improvisationskunst dreier SNL-Genies kann dabei nur eine Komödie von edelstem Blute herauskommen. Und Landis als Regisseur schließlich verstand es, ein lupenreines Metaartefakt über die Traumfabrik zu liefern, das sich zur selben Zeit nicht scheut, die zuweilen schmierenkomödiantischen Wurzeln seiner Gattung hemmungslos offenzulegen. Die Musicalszene in der Pseudowüste, in der die Amigos – in einem mickrigen Studio hockend – „Blue Shadows“ (aus Newmans Feder) zum Besten geben, umringt von Pappkakteen, diversen Prärietieren und einer beispiellosen Sonnenuntergangskulisse, gehört in Landis‘ persönlichen Regieolymp, bringt sie doch „¡Three Amigos!“ wahrscheinlich am Stringesten auf den Punkt. Meisterwerk, punktum!

10/10

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “¡THREE AMIGOS!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s