BIOHAZARD

„You guys must be nuts.“

Biohazard ~ USA 1985
Directed By: Fred Olen Ray

Mittels des empathisch veranlagten, vollbusigen Mediums Lisa Martyn (Angelique Pettyjohn) gelingt es dem Wissenschaftler Dr. Williams (Art Payton), lebende und tote Materie herbeizuteleportieren. Das jüngste Experiment fördert einen Container außerirdischen Ursprungs zutage, dem alsbald ein kleinwüchsiges, mörderisches Alien (Christopher Ray) entspringt. Das Wesen zieht eine Blutspur quer durch die kalifornische Provinz, das Soldaten-Ass Mitchell Carter (William Faier) stets dicht auf den Fersen. Tatsächlich ist die Kreatur jedoch nicht der einzige Extraterrestrier in der Gegend…

Nach „Scalps“ hatte Fred Olen Ray dessen schmales Budget immerhin zur vierfachen Verfügung, konnte auf 35 mm drehen und den seinerzeit durch extremen Alkoholkonsum arg heruntergekommenen Aldo Ray für eine kleine Rolle als schimpfenden Offizier gewinnen. Ansonsten waren die Produktionsbedingungen nicht wesentlich besser; Ray, dessen trotz allem noch immer renommierter Name die Besetzungsliste anführt, erwies sich bei selbst nur drei vertraglichen Settagen als permanenter Risikofaktor und der monetäre Nachschub für die nach Tagessätzen bezahlten Cast- und Crewmitglieder ließ oftmals auf sich warten. So ganz aus der Guerillafilmer-Ecke katapultierte also auch „Biohazard“ Fred Olen Ray noch nicht heraus; diese Funktion erfüllten erst seine folgenden beiden Filme.
Im steifen Gummikostüm des kleinen Außerirdischen steckte Rays damals siebenjähriger Sohn Christopher – eine vornehmlich zeitökonomische Entscheidung, denn Ray war als alleinerziehender Vater für die Betreuung seines Filius verantwortlich.
„Biohazard“, dessen Fertigstellung in der Hauptsache wiederum dem stoischen Ehrgeiz seines Regisseurs zu verdanken ist, versteht sich zwar als Hommage an die billigen, kleinen Monsterfilme der fünfziger und sechziger Jahre, lässt andererseits aber auch keinerlei Zweifel daran, dass er sich seiner bescheidenen Konditionen jederzeit bewusst ist und daher zu gleichen Teilen der schlockigen Comedy zuspricht. Einzelne Szenen und Dialoge, vor allem die, in denen das Alien sich seine Opfer sucht, liebäugeln unzweideutig mit Groteske und absurdem Theater. Den Gipfel erreicht das Ganze dann im Finale, das nochmal einen komplett albernen (und dazu kongenial inszenierten) twist bereithält. Der mit einem wohlvernehmlichen „Cut!“ eineleitete Abspann, der, ähnlich wie bei Hal Needham, mit einer Zusammenstellung der schönsten bloopers unterlegt ist, lässt schließlich keinen Zweifel an Rays sympathisch-aufrichtiger Selbsteinschätzung und vor allem seinem goldigen Humor.
Eine vorsätzliche Gurke, ganz klar, dabei aber so schnuckelig wie ein ranziger Kuschelteddy.

4/10

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