CANDYMAN: FAREWELL TO THE FLESH

„Break the mirror, break the curse.“

Candyman: Farewell To The Flesh (Candyman 2 – Die Blutrache) ~ USA/UK 1995
Directed By: Bill Condon

Einige Gewaltverbrechen in New Orleans laufen ganz nach dem Schema der berüchtigten Candyman-Morde in Chicago ab, für die man die damals verbrannte Helen Lyle verantwortlich machte. Wer also verbirgt sich hinter den aktuellen Bluttaten? Die junge Lehrerin Annie Tarrant (Kelly Rowan) glaubt den ermittelnden Polizisten nicht, die ihren in Untersuchungshaft befindlichen Bruder Ethan (William O’Leary) verdächtigen und spürt inmitten des Mardi Gras der Sache auf eigene Faust nach. Wie zu befürchten schließt sie bald Bekanntschaft mit dem dämonischen „Candyman“ Daniel Robitaille (Tony Todd) und muss darüber hinaus feststellen, dass dessen Interesse an ihr keinesfalls rein zufälliger Natur ist.

Die lyrische Atmosphäre von Bernard Roses Original, immerhin einer der schönsten Horrorfilme des gesamten Jahrzehnts, erreicht dieses erste Sequel leider nurmehr höchst selten. Zwar ist die Idee, den Candyman zu seinen lokalen, historischen und letztlich familiären Wurzeln zurückzuführen, im Grunde nicht zu verachten, omnipräsent bleibt jedoch die Frage, warum er sich nicht gleich seiner (illegitimen) Urenkelin annahm, sondern überhaupt erst einen Umweg über Chicago machen musste infolge seiner verzweifelten Suche nach einer Geliebten im Tode. Kelly Rowans Figur kann es infolge dessen nicht annähernd mit der von Virginia Madsen im Vorgänger so wunderbar tragisch und verletzlich gespielten Helen Lyle aufnehmen. Die, durch Tony Todd in seiner Lebensrolle verkörperte, Qualität des Mystischen bleibt zwar erhalten, verliert jedoch etwas an Bedrohlichkeit infolge seiner noch weiter ausformulierten (diesmal als Rückblende im Bild festgehaltenen) Genese. Der Candyman avanciert nun endgültig zu einem Dämonen mit einer durchaus akzeptablen Agenda, ein rächendes Relikt der Sklavenzeit, das nun aus dem Jenseits in form einst selbst formulierten Fluches zurückkehrt. Dies entledigt ihn eines wesentlichen Elements seiner im Vorgänger noch sehr viel offener umrissenen Ikonographie – seiner Rätselhaftigkeit nämlich. Die besten visuellen Ideen, darunter der verborgene, heidnische Schrein für den Candyman, werden erwartungsgemäß dem Erstling entlehnt. Condons Sequel ist nun etwas blutiger, enthält ein paar spektakuläre (Haken- und Bienen-)Morde und Effekte mehr und entspricht damit recht passgenau dem Gesetzt der allermeisten Fortsetzungen innerhalb der Gattung: Sensation anstelle von Substanz. Zwar spürt man hier noch immer den Einfluss von Clive Barkers finsterer Imagination, er wird jedoch merklich geringer.

5/10

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