DELIRIA

Zitat entfällt.

Deliria (Aquarius – Theater des Todes) ~ I 1987
Directed By: Michele Soavi

Wege eines verstauchten Knöchels verschwindet Alicia (Barbara Cupisti) kurz von ihrer ohnehin enervierenden Theaterprobe und sucht ambulante Hilfe im nächstgelegenen Krankenhaus. Dieses erweist sich als psychiatrische Klinik, in dem der wahnsinnige Mörder Irving Wallace (Clain Parker) einsitzt. Als Wallace Alicia sieht, bricht er aus und folgt ihr bis zum Theater, wo er Alicias Freundin Betty (Ulrike Schwerk) tötet. Regisseur Peter Collins (David Brandon) wittert sogleich kräftige Publicity für sein Stück und nötigt seine Besetzung, trotz des Mordes weiterzuproben, nachdem er den Schlüssel zur Haupttür wohlweislich hat verstecken lassen. Doch Wallace ist bereits im Gebäude und schlachtet die Anwesenden nach und nach ab.

Bretter, die den Tod bedeuten: „Deliria“, dessen Einworttitel sich fraglos an den nicht minder einprägsamen des Kollegen Dario Argento orientiert, markiert einen schicken Slasher-Giallo von Michele Soavi, der sich anfangs etwas zu viel Mühe gibt, sein ohnehin bloß der Verwurstung dienendes Ensemble vorzustellen und entsprechend gemächlich in die Gänge kommt, dann jedoch profund Gas gibt. Als der unter einer prächtigen (von Giovanni Lombardo Radice geklauten) Eulenmaske verborgene Mörder (als solcher von dem stattlichen George Eastman in Aktion gehalten) einmal Blut geleckt hat, gibt es für ihn kein Halten mehr – mit Drillbohrer, Kettensäge und Axt fordert er seinen Tribut bis hin zum final girl, das die ganze Chose psychisch immerhin halbwegs unbeschadet übersteht und sogar noch ein Post-Finale am nächsten, sonnigen Morgen zu meistern hat (Hausmeister Willys in der Folge mantraartig vorgetragener Text eignet sich gut für Saufspiele: „Right between the eyes…“).  Auch wenn die visuelle Finesse eines Maestro Argento trotz offenkundiger Inspiration auch über den Filmtitel hinaus vielleicht nicht ganz erreicht wird, bietet „Deliria“ zeitgenössisch-amtliches italienisches Horrorkino ohne redundantes Getöse, dessen hermetischer Schauplatz sich für einen Slasher trefflich ausnimmt und von Soavi, der diese spezielle Genre-Spielart ohnehin beherrscht, gekonnt genutzt wird.

7/10

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