SAVAGE DOG

„For a man like him, revenge could be everything.“

Savage Dog ~ USA 2017
Directed By: Jesse V. Johnson

Indochina, 1959. Der frühere IRA-Terrorist Martin Tillman (Scott Adkins) sitzt infolge der Kriegswirren in einem hiesigen Gefängnis und wird von dessen Direktor, dem geflohenen Nazi Steiner (Vladimir Kulich) und seinen Helfershelfern, nur für illegal veranstaltete Faustkämpfe herausgelassen. Der Auftritt eines englischen Agenten (Matthew Marsden), der Tillmann sucht, macht Steiner jedoch nervös und er lässt den ohnehin bereits verlängert einsitzenden Tillman frei. Dieser freundet sich mit dem Kneipenbesitzer Valentine (Keith David) und dessen Ziehtochter Isabelle (Juju Chan) an. Steiner, nebenbei der tatsächliche Vater Isabelles, ist diese Konstellation ein Dorn im Auge. Er zwingt Tillman, wieder für ihn zu kämpfen. Obwohl der Ire sich widerwillig fügt, werden Valentine und Isabelle durch Steiners Leute ermordet. Der ebenfalls totgeglaubte Tillman kehrt aus dem Dschungel zurück und übt blutige Rache an sämtlichen Beteiligten…

Ein grandioser Rache-Actioner erwartet den Adkins-affinen Zuschauer mit dessen jüngstem Opus „Savage Dog“. Besonders gefällt die Kreativität, mit der sich Regisseur und Autor Johnson dem begrenzten Budget entgegenstemmt: er versetzt seine Geschichte kurzerhand knapp sechzig Jahre in die Vergangenheit und in den damaligen Schmelztiegel Vietnam, zwischen zwei Kriegen beileibe kein Ot für rechtschaffene Menschen und von Johnson zum Hort belasteter Außenseiter und Drecksäcke kultiviert. Hier stoßen unversehens Kriegsverbrecher auf flüchtige Terroristen, Altnazis auf Kriegsverbrecher, Glücksritter auf Spione. Adkins zu einem IRA-Mann auf Erlösungssuche zu machen, ist ein toller Einfall und gibt „Savage Dog“ die ideale Druckverstärkung. Die Kämpfe fallen, wie von dem kompakten Engländer gewohnt, heftig und skrupellos aus; im letzten Drittel, nachdem die Karten endgültig verteilt wurden, kommen dann auch die Ballermänner aus dem Sack. Als brachial zu Werke gehende Ein-Mann-Kampfmaschine mäht und hackt Tillman darin ohne zu zögern alles nieder, was sich nicht bei drei verkrochen hat, und hat insofern eine Menge zu tun. „Savage Dog“ erinnert insofern auf eine recht traditionsbewusste, durchaus genießerische Art an das amoralische Genrekino der achtziger Jahre, dies allerdings ohne seine aktuelle Herkunft mit aller Macht verleugnen zu wollen. Klasse.

8/10

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