THE CITY UNDER THE SEA

„On the surface, you’d dry out like a worm on a stone in the hot sun!“

The City Under The Sea (Stadt im Meer) ~ UK 1965
Directed By: Jacques Tourneur

Die Küste von Cornwall, im frühen 20. Jahrhundert. Durch Zufall entdeckt der Ingenieur Ben Harris (Tab Hunter) eine Verbindung vom zum Hotel umfunktionierten, stattlichen Herrenhaus Tregillis zu einer unterseeischen Stadt. Diese wird von dem über 150 Jahre alten Captain Sir Hugh (Vincent Price) und seiner ehemaligen Schmugglergang bevölkert. Sir Hugh hat ferner Kontakt zu den dort ansässigen Kiemenmenschen aufgenommen, möglicherweise Überbleibsel des legendären Atlantis. Hugh und seine Leute können zwar innerhalb ihres Reichs nicht altern, würden aber bei der Berührung mit Sonnenlicht rapide zerfallen. Prekärerweise bedroht ein von stündlichem Ausbruch bedrohter Vulkan die weitere Existenz der uralten Schmuggler. Zudem hat Sir Hugh sich in die schöne Tregillis-Erbin Jill (Susan Hart) verkuckt, die seiner damaligen Frau zum Verwechseln ähnlich sieht. Zusammen mit dem exzentrischen Maler Tufnell-Jones (David Tomlinson) müht sich Ben, Sues und ihre eigenen Leben vor dem wahnsinnig gewordenen Sir Hugh zu retten.

Eingebettet in einige von Price aus dem Off gesprochene Verse aus Poes Gedicht „The City In The Sea“ war dieser von der AIP coproduzierte Fantasyfilm gedacht als eine lose Fortführung des just mit „The Tomb Of Ligeia“ finalisierten Poe-Zyklus von Roger Corman. Mit Vincent Price in der Hauptrolle, Daniel Haller als Produzent und Jacques Tourneur als Regisseur fand sich zudem ein in Fragen der Phantastik überaus bewandertes Trio zusammen, das eigentlich für ein unumschweifiges Gelingen  von „The City Beneath The Sea“ hätte stehen müssen. Konflikte zwischen Haller und seinem englischen Pendant George Willoughby, die vor allem infolge einiger unabgesprochener Scriptänderungen zustande gekommen sein sollen, sorgten jedoch für mancherlei Inkohärenzen, die dem Film sein finales, konfuses Antlitz bescherten. Tatsächlich hat „The City Beneath The Sea“ nunmehr weit weniger mit Cormans lyrischen Poe-Adaptionen gemein denn mit den beiden Verne-Verfilmungen „20,000 Leagues Under The Sea“ und „Journey To The Center Of The Earth“, aus denen jeweils budgetgerechte Elemente übernommen wurden: Der wahnsinnige Untersee-Despot allen voran, der mehr oder weniger freiwillige Vorstoß in unerforschte Erdestiefen, die hübsch periodisch entworfenen Taucheranzüge, sogar höchst spezifische Details wie ein lustiges Federvieh als Sidekick (in „Journey“ war dies bekanntlich Hansens freche Gans Gertrud, hier ist es Tufnell-Jones‘ unverwüstlicher Gockel Harold). Dass sich diese ja eigentlich vielversprechenden Elemente in einer zunehmend abstruser vor sich her torkelnden Narration, die teilweise nur sehr schwer mit der Erzählzeit Trab hält, merkwürdig redundante Nebencharaktere wie den verkalkten Reverend Ives (John Le Mesurier) ausspuckt und vor allem die flott designten Kiemenmenschen hoffnungslos verschenkt, verlieren, bricht Tourneurs Film zwar nicht vollends das Genick, macht ihn aber zu etwas deutlich Schwächerem als er es eigentlich zu sein verdient hätte.

5/10

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