L’HOMME DE RIO

Zitat entfällt.

L’Homme De Rio (Abenteuer in Rio) ~ F/I 1964
Directed By: Philippe de Broca

So hat sich der Gefreite Adrien Dufourquet (Jean-Paul Belmondo) seinen einwöchigen Heimurlaub nicht vorgestellt: Anstatt wie geplant mit seiner geliebten Agnès (Françoise Dorléac) herumzuturteln, findet er sich unversehens in einem filmreifen Abenteuer wieder, das den Raub wertvoller maltekischer Statuetten, einen riesigen Schatz sowie ein Doppel-Kidnapping beinhaltet und ihn nach Rio verschlägt.

In „L’Homme De Rio“ und dessen Quasi-Nachfolger „Les Tribulations D’Un Chinois En Chine“ versetzte Philippe De Broca und Autor Daniel Boulanger ihren Superstar Bébel jeweils in exotische Gefilde und ein Dauerfeuerwerk turbulenter Situationen, die es für den verdutzten Tausendsassa zu meistern gilt. Besonders „L’Homme De Rio“ erfreut sich dabei am Lokalkolorit des Zuckerhuts, gewährt europäisch-romantisierte Einblicke in die mit Folklore und Samba angefüllten Favelas von Rio, die feudale Petrópolis und die unglaubliche Architektur des frisch aus dem Boden gestampften Distrito Federal der Planhauptstadt Brasilia. Besonders von diesen Hintergründen zehrt der gepflegt überhastete und gemäß seiner Entstehungszeit hübsch überdrehte Film. Die Narration derweil zeichnet sich durch ihre Unvorhersehbarkeit aus sowie durch ihre multiplen Volten: alles kann immer und überall passieren; nichts, außer vielleicht dem angesichts der luftigen Atmosphäre versprochenen Happy-Ends scheint zu irgendeinem Zeitpunkt sicher festlegbar. Slapstickhafte Zeitraffer lösen dramatische Aufholjagden ab, einer der Helden erweist sich als Bösewicht, derweil der vormals gezielt als solcher avisierte Schurke nicht den an ihn gerichteten Erwartungen entspricht. Fraglos verstehen sich darüberhinaus beide Filme von de Broca als vom französischen savoir vivre sowie der hiesigen Art des Filmemachens geprägte Variationen der just in Mode befindlichen Bond-Abenteuer, da großzügig mit ebenso überlebensgroßer wie halsbrecherischer Aktion, wie gewohnt zumeist vom Hauptdarsteller selbst dargeboten, nicht gegeizt wird. Schlägereien mit superstarken Indio-Killern und Verfolgungen in schwindelerregender Höhe bilden da lediglich eine Facette. Vom Urwald-Showdown schließlich dürften, neben etlichen anderen Abenteuerfilmern der Folgejahre, nicht zuletzt auch die Köpfe hinter den „Indiana Jones“-Filmen zutiefst beeindruckt gewesen sein, da sich hier diverse Motive mehr oder weniger stark variiert wiederfinden.

7/10

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