FORSAKEN

„It’s time for me to do something right in my life.“

Forsaken ~ USA/CA/F 2015
Directed By: Jon Cassar

Gunman und Bürgerkriegsveteran John Henry Clayton (Kiefer Sutherland) kehrt in sein Heimatstädtchen zurück – zehn Jahre, nahdem er es verlassen hat. Sein Vater William (Donald Sutherland), der örtliche Reverend, betrachtet die Heimkehr des verlorenen Sohnes mit gemischten Gefühlen – eilt John Henry doch der Ruf des locker sitzenden Colts voraus. Doch hat John Henry die Waffe längst abgelegt und will auf der Suche nach Sühne ein ruhiges Leben leben. Man lässt ihn jedoch nicht – die Stadt wird beherrscht von dem gierigen Landaufkäufer McCurdy (Brian Cox), der die Menschen zwingt, ihm ihre Parzellen zu verkaufen und wegzuziehen, notfalls unter Anwendung roher Brutalität. John Henry müht sich, den grassierenden Konflikten fernzubleiben, als jedoch auch sein Vater, der McCurdy zur Vernunft bringen will, in den Strudel der Gewalt gezogen wird, schnallt John Henry den alten Sechsschüsser wieder um…

Nicht wesentlich mehr denn ordentliches Handwerk bietet „Forsaken“, der wohl vor allem deshalb sehenswert ist, weil hier zwei Generationen Sutherland in rührendem Zusammenspiel zu bewundern sind. Vater und Sohn bilden tatsächlich das intime Übergewicht des ansonsten überraschungsarmen, etwas pathetisch geratenen Western, der bei Licht betrachtet ohne seine beiden familiär eng verbundenen Hauptdarsteller sein hauptsächliches Qualitätsmerkmal hätte einbüßen müssen. Zwar ist mit der Triole Brian Cox, Michael Wincott und der überraschend attraktiven Demi Moore ein durchaus überzeugender Support am Start, die Rollen, die sie auszufüllen haben, entsprechen jedoch altbekannten Stereotypen. Ein Blick auf den Regisseur entlarvt: Der Mann kommt vom TV und kennt Sutherland Jr. von ihrer jahrelangen Zusammenarbeit bei dem Format „24“. Das erklärt Manches.
John Henry Claytons Auftauchen in seiner früheren Heimat spielt indes mit dem wohlbekannten „Shane“-Mythos: Zwar ist John Henry Clayton kein mysteriöser Unbekannter mit schummriger Biographie, eine Art gottgesandter Gerechtigkeitsstifter geht allerdings schon an ihm verloren. Wincotts Charakter, der zugleich in Pro- und Epilog den Off-Erzähler mimt, ordnet die Figur Claytons gar dem großen Reich der Wildwest-Mythologien zu: Nach seinem Einsatz gegen McCurdys Bande ist er nurmehr ein selten gesehener, bald schemenhafter Normalbürger, der irgendwann einfach verschwindet. Erinnerungen an Eastwoods „The Unforgiven“ werden wach – mit Regisseur und Werk als ohne Zweifel elementaren Vorbildern von und für „Forsaken“. So oder so – ich denke, dass die meisten Liebhaber des Westerngenres von Cassars schnörkellosem kleinen Film zumindest zufriedengestellt werden dürften, zumal er allein durch seine Existenz sicherstellt, dass diese uramerikanischste aller Filmkünste weiterlebt.

7/10

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