THE DEVIL’S BRIGADE

„At this point, I don’t care about making any more enemies.“

The Devil’s Brigade (Ein wüster Haufen) ~ USA 1967
Directed By: Andrew V. McLaglen

1942: Nach dem Eintritt der USA in das Kriegsgeschehen erhält der Militärstratege Lt. Col. Frederick (William Holden) den Auftrag, eine Geheimdivision aufzustellen und für einen Einsatz in Norwegen vorzubereiten. Die Männer setzen sich zu etwa gleichen Teilen aus verlotterten Angeklagten vor dem Militärgericht, deren Einsatz mit einer Amenstie vergolten wird sowie einem geschliffenen Bataillon kanadischer Soldaten zusammen. Nach diversen Animositäten zwischen den beiden höchst ungleichen Gruppen rauft man sich am Ende doch noch zusammen: Aus dem zuvor unförmigen Haufen wird die geschliffene „1st Special Service Force“. Dummerweise wird der mittlerweile heiß erwartete Einsatz in Norwegen abgesagt; stattdessen gelingt es Frederick, die Kommandatur zu überzeugen, die Tauglichkeit seiner Männer in Italien unter Beweis zu stellen. Hier erobern sie zunächst verlustfrei ein von den Nazis besetztes Städtchen, um dann unter weitaus blutigeren Aufbietungen den umkämpften Monte La Difensa zu sichern.

Mit dem launigen Kriegsabenteuer „The Devil’s Brigade“ lieferte Ford-Schüler McLaglen eine etwas behauenere, aufwendigere Vorstudie zu seinem elf Jahre später entstandenen Meisterwerk „The Wild Geese“, in dem es dann auch gleich ein Wiedersehen mit Jack Watson gab, der hier bereits einen ähnlich emotional gewichtigen Heldentod zu sterben hat. Anders als das ruppige, im Süden Afrikas angesiedelte Söldnerepos zehrt der auf authentischen Personen und Fakten basierende „The Devil’s Brigade“ noch von der typischen typischen Koloratur, die den teuren Hollywood-Kriegsepen der Sechziger eigentlich durch die Bank zu eigen waren: Wirklich nachdenklich stimmende Akzente nehmen hier eher den Raum des notwendigen Übels ein, während das überwältigende Gros des Films sich mit dem Kriegswesen als unterhaltsam-komisches Männergeschäft befasst, das zwar für den einen oder anderen im Blechsarg endete, insgesamt jedoch Anlass für mannigfaltig-abenteuerliche Herrenabende und deftige Kameradschaftsbekundungen bot. Eine Starbesetzung gibt es hier gewissermaßen, diese ist jedoch nicht mit Großaufgeboten, wie sie etwa „The Longest Day“ oder „Battle Of The Bulge“ auszustellen vermochten, gleichzusetzen. Hier darf man mit Ausnahme von William Holden eher einer ganzen Riege famoser Darsteller aus der zweiten Reihe bei der Arbeit zusehen, die weniger für ihren Namen denn für die Vetrtrautrheit ihrer Antlitze steht. McLaglen indes erweist sich als profunder, absolut solide arbeitender Techniker und guter Actionregisseur, dem sein Baby zu keiner Sekunde entgleitet und der stets imstande war, wenn auch keine Meisterklasse, so doch stabiles Handwerk beizubringen. Ich für meinen Teil hatte eine Menge moralisch fragwürdiger Freude mit „The Devil’s Brigade“ und würde ihn ohne zu zögern in die Phalanx der sehenswerten Kriegsepen einsortieren. Wenn auch vielleicht nicht auf den allervordersten Plätzen.

8/10

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