LA POLIZIA INCRIMA LA LEGGE ASSOLVE

Zitat entfällt.

La Polizia Incrimina La Legge Assolve (Tote Zeigen singen nicht) ~ I/E 1973
Directed By: Enzo G. Castellari

Commissario Belli (Franco Nero) macht die zunehmende Ausbreitung der libanesischen Drogenmafia in seiner Heimatstadt Genua Sorgen. Die Gangster gehen überaus planvoll zu Werke in ihrer systematischen Vereinnahmung des Rauschgiftmarktes, worunter sowohl die altetablierten Mafioso wie der alternde Don Cafiero (Fernando Rey) als auch die unter immer härteren Beschuss geratende Polizei zu leiden hat. Als Belli erfährt, dass sein Vorgesetzter Scavino (James Whitmore) schon seit Längerem eine umfassende Akte über die Vorkommnisse pflegt, überredet er ihn, diese der Staatsanwaltschaft vorzulegen. Ein verhängnisvoller Fehler, den auch Belli schwer bezahlen muss.

Dieser frühe, essenzielle Poliziottesco von Castellari hat mit den späteren, zunehmend exploitativen Auswüchsen des Subgenres noch wenig gemein. Zwar sorgt der Regisseur bereits für eine deutlich höhere emotionale Involvierung des Publikums, etwa, indem er seinem Protagonisten eine private (Rache-)Agenda auferlegt und ihn auch sonst immer weiter mit dem Rücken zur Wand positioniert, die unheilvoll über allem schwebende Atmosphäre der Korruption und Verstrickung politischer Organe in das organisierte Verbrechen jedoch lassen deutlich größere Anklänge an Damiani oder Rosi durschschimmern als an kommende, eher spaßverpflichtete Gassenhauer rund um Maurizio Merli oder Luc Merenda. Dafür trägt neben Castellaris bierernster Herangehensweise nicht zuletzt die erlesene Besetzung Sorge: Nero als involvierter, aber letztlich hilfloser Polizist, dessen Engagement ihn seine kleine Tochter kostet, Fernando Rey als graue Eminenz im Hintergrund, mit der trotz augenscheinlichem Rückzug immer noch zu rechnen sein muss und besonders James Whitmore in einem seiner raren europäischen Engagements als keinesfalls zu Unrecht resignierender Polizeichef kurz vor der Pension leisten Beachtliches. Der bleihaltige Showdown findet schließlich nicht in Genua, sondern südwestlich im jenseits der Grenze gelegenen Marseille statt; neben Reys Beteiligung vielleicht ein weiteres, kleines Augenzwinkern in Richtung Friedkins „The French Connection“.

8/10

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s