DAS GASTHAUS AN DER THEMSE

„Sie befinden sich in höchster Lebensgefahr!“

Das Gasthaus an der Themse ~ BRD 1962
Directed By: Alfred Vohrer

Ein mit Taucheranzug, Mini-U-Boot und Harpune ausgestatter Mörder namens „Der Hai“ macht London unsicher. Die heißeste Spur führt Inspektor Wade (Joachim Fuchsberger) von der Hafenpolizei ins „Mekka“, eine zwielichtige Spelunke am Themse-Ufer, deren Besitzerin die undurchsichtige Nelly Oaks (Elisabeth Flickenschildt) ist. Bei ihr verkehren zwielichtige Gestalten wie der Schiffskapitän Broen (Heinz Engelmann) oder der Gewürzschmuggler Gubanow (Klaus Kinski). Doch auch diese zittern allesamt vor dem geheimnisvollen „Hai“. Wade hat derweil ein Auge auf Nellys Nichte Leila (Brigitte Grothum) geworfen, die bei ihrer Tante eine Art Aschenputtel-Dasein fristet und an Captain Broen verschachert werden soll…

Das Schöne bei der Durchsicht der Wallace-Filme ist, dass man selbst nach einer geflissentlichen Enttäuschung hier und da relativ sicher sein kann, dass es schon in Kürze wieder bergauf geht. „Das Gasthaus an der Themse“ empfand ich trotz seines eher unspektakulär anmutenden Titels wieder als echtes Highlight der Serie. Zwar stammt die Musik diesmal nicht von Peter Thomas, sondern von Martin Böttcher, ist aber dennoch grandios. Elisabeth Flickenschildt, die es sich nicht nehmen ließ, sich für das „Gasthaus“ zu einem etwas angewelkten Dietrich-Verschnitt zu stilisieren, spielt nicht nur famos, sondern darf zudem noch einen veritablen Ohrwurm („Was in der Welt passiert“) zum Besten geben.
Ihre multikulturell durchwachsene Pinte, das „Mekka“, ist ohnehin der heimliche Star des Films, ein Laden, in der die Welt kulminiert. Hier werden heimliche, große und kleine Schmuggelgeschäfte abgewickelt, hir begegnen sich alle Hautfarben des Globus zum gemeinsamen Stelldichein, hier wird gesoffen und geraunzt. Natürlich könnte das „Mekka“ auch auf St. Pauli stehen und Curd Jürgens oder Heinz Reincke der Wirt sein, aber das nur nebenbei.
Abseits von seinem schön verruchten Flair gönnt sich das „Gasthaus“ noch ein paar feine Überraschungen; so erweist sich Kinski hier einmal als heimlicher (Undercover-)Held (dem es leider trotzdem nicht vergönnt ist, sein folgenschweres Scharmützel mit dem Hai zu überleben) und Arent als zwar spinnerter, aber sehr nützlicher und sympathischer Sidekick.
Schön war der!

8/10

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