DAS VERRÄTERTOR

„Where can I visit sights not everyone visits?“

Das Verrätertor ~ UK/BRD 1964
Directed By: Freddie Francis

Der Geschäftsmann Trayne (Albert Lieven) plant keinen geringeren Supercoup als den, die Kronjuwelen aus dem Tower zu stehlen. Das letzte Mosaiksteinchen in seinem minutiös ausgeklügelten Unternehmen bildet der Kleinkriminelle Graham (Gary Raymond), der dem Oberwächter der Tower-Garde, Dick Lee-Carnaby (Gary Raymond) gleicht wie ein Ei dem anderen. Graham wird von Traynes rechter Hand Kane (Klaus Kinski) aus Dartmoor befreit und lässt sich auf seine geplante Rolle ein, die vorsieht, Lee-Carnaby während des Coups zu „ersetzen“. Traynes Partnerin Dinah (Margot Trooger) beginnt derweil eine heimliche Affäre mit Graham. Gemeinsam wollen die beiden sich nach Beendigung des Einbruchs mit dem gestohlen Diebesgut absetzen. Der schließlich gekidnappte Lee-Carnaby und der wackere London-Tourist Hector jedoch können das Gröbste verhindern…

Wallace goes home in diesem, seinem bereits 18. Rialto-Auflauf. Gedreht wurde durchweg vor Ort in London und erstmals in englischer Sprache, was dazu führte, dass einige Darsteller sich später selbst nachsynchronisieren mussten. Dies gereicht, wie einige andere Aspekte, dem „Verrätertor“ nicht zum Vorteil, zumindest und insbesondere dann nicht, wenn man mit Fug und Recht einen Wallace im gewohnten Wendlandt-Stil erwartet. Einen solchen bekommt man hiermit nämlich keineswegs kredenzt. Stattdessen kreist „Das Verrätertor“ um einen mehr oder weniger clever konstruierten Heist-Plot, in dessen Zentrum die vielköpfige Gangsterbande um Albert Lieven nebst ihren giergesteuerten, gruppeninternen Ränkespielen steht. Mit Edward Underdown hat der Film einen ziemlich profillosen, langweiligen (und sich damit im Grunde auch bloß dem Rest des Films unterordnenden) Polizeiermittler abbekommen; er ist wenig witzig, nicht spannend und trotz ein paar kurz hervorblitzender, nackter Brüste einer von Eddi Arent mit offenem Mund bestaunten Striptänzerin (Julie Mendez) alles in allem furchtbar bieder. So bleibt abgesehen von seiner eher dekonstruierenden Anbindung an die Wallace-Reihe der Rialto ein zudem nur höchst durchschnittlicher Caper-Krimi. Hat mir von allen jüngst gesehen Wallaces bisher am wenigsten gefallen, trotz des sicherlich vielversprechenden Freddie Francis und seines adaptierenden Autoren Jimmy Sangster, immerhin zwei Hammer-Urgesteine.

4/10

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